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26.06.2012 Diese Seite ausdrucken

Wartezeiten

Manche Briefe lassen mich wochenlang schlecht schlafen. Das liegt an meinem Beruf. Ich habe - das wusste ich als junger Mann nicht - leider, leider, lernen müssen, mit zu leiden. So bei einem Leserbrief in der Zeit:

"Nie spricht jemand davon, was es für ein Kraftakt ist, einen Therapieplatz für Burn-out, Winterdepression und Co. zu bekommen und wie unterversorgt jede Stadt und jeder Landkreis ist. Ich selbst befinde mich nun schon seit einem halben Jahr auf dieser Odyssee im Kampf gegen die Depression...

Und wie kann es sein, dass man mit Wartezeiten mit bis zu 1,5 bis 2 Jahren abgespeist wird?"

Da leidet ein Mensch. Das wirklich Schlimme daran ist freilich ganz etwas anderes: Der Mensch leidet umsonst. Dieses umsonst ist es, was mich krank macht.

Dieser depressiven Dame hat offenbar noch niemand gesagt, dass der Mensch für sich selbst verantwortlich ist. Allein verantwortlich. Und dass das keine böse Last ist, sondern frohe Hoffnung. Will sagen: Wir wissen, dass es einen Ausweg gibt. Dass man den selbst beschreiten kann. Dass man eben nicht 1,5 bis 2 Jahre warten muss.

Können Sie sich an den Stern-Journalisten erinnern? Depressiv. Nach jahrelanger Odyssee durch psychiatrische Praxen und Dutzenden von Tabletten plötzlich mit dem Satz konfrontiert: Die stärkste Waffe gegen Depression ist der Ausdauersport. Der hatte das schlagartig begriffen und auch realisiert. Nachzulesen in den News vom 24.10.2008.

Die Frohbotschaft lautet: Kümmere dich um deinen Körper, und dein Geist wird folgen. Und "Körper" ... das ist machbar. Diese Grundidee übrigens hat mich zum Laufen gebracht: Diesen Zusammenhang hat Hollmann, der Nestor der deutschen Sportmedizin, 1988 erforscht und verkündet. Und ich war so glücklich, das zu lesen.

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