Blutzucker Messgerät defekt?

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Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 17.02.2020
 

Hallo Uliginosa,

 

hier kannst du etwas drüber lesen, scheint seriös zu sein -->

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0032-1314699

 

Gruß

Veröffentlicht von : Uliginosa
Beiträge: 20
Angemeldet am : 21.07.2019
Veröffentlicht am : 11.02.2020
 

Aha, sehr interessant und komplex!

"Nach dem Fettverzehr schwimmen außerdem reichlich Fettsäuren durch unsere Blutbahnen, welche uns insulinresistent machen"

Fettsäuren können das nicht, weil sie nicht wasserlöslich sind, deshalb gibt es die Lipoproteine, damit Fette im Blut transportiert werden können.

Triglyceride aus der Nahrung gelangen als Chylomikronen ins Blut:

"Im Blutserum gesunder Personen sind sie nur in der Verdauungsphase kurzfristig nachweisbar. Ihre Halbwertszeit beträgt 2–25 Minuten"

https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/chylomikronen/14101

Das scheint doch sehr kurz, selbst wenn man sich das verdauungsbedingt zeitverzögert vorstellt, kann die Insulinresistenz dann nicht von langer Dauer sein ??? Wo könnte ich das denn nachlesen?

Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 11.02.2020
 

Danke Robert, dem werde ich nachgehen. 

Veröffentlicht von : Robert K.
Beiträge: 2711
Angemeldet am : 14.01.2017
Veröffentlicht am : 11.02.2020
 

Hallo Narada,

das was Du schreibst gilt eher für einen Diabetiker. Denn die Reaktion auf das Essen von Eiweiß hängt stark damit zusammen, in welchem Gesundheitszustand sich der Mensch befindet.

Das hat Prof. Ben Bikman bewiesen. Ein kerngesunder und metabolisch flexibler (wichtig!) Mensch hat nur eine sehr kleine Insulin-Reaktion beim Verzehr von Eiweiß. Im Gegensatz dazu der metabolisch Kranke (Diabetiker)...und/oder einer der HighCarb isst (siehe Studie von Ben Bikman...bzw. die Interviews von Mike Mutzel mit Ben Bikman).

Das bedeutet, der Kontext ist extrem wichtig!

VG,

Robert

Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 11.02.2020
 

Proteine können den Blutzucker über 2 Wege beeinflussen. Beim Verzehr größerer Eiweiß-Mengen (>30g/ Mahlzeit) können Proteine in der Leber in Zucker umgewandelt und ans Blut abgegeben werden. Ein Ei hat nur 7g Protein, ein 200g Steak hingegen schon 50g Protein und nimmt somit noch Stunden später Einfluss auf den Zuckerverlauf. Außerdem können bestimmte Eiweißbausteine die Bauchspeicheldrüse stimulieren Glukagon freizusetzen. Das ist der Gegenspieler zum Insulin und sorgt dann dafür, dass die Leber prompt Zucker aus ihren Speichern ans Blut abgibt. Weil Proteine langsam und zeitverzögert den Blutzucker erhöhen, werden sie auch gern vor der Nacht in Form als Spät-Snacks empfohlen um nächtlichen Unterzuckerungen vorzubeugen. Fette nehmen ebenfalls in zweierlei Hinsicht Einfluss. Ein Bestandteil vom Fett das sogenannte Glycerin wird für die Zuckerneubildung genutzt und kann noch 6-8 Stunden später für steigende Blutzuckerverläufe sorgen. Nach dem Fettverzehr schwimmen außerdem reichlich Fettsäuren durch unsere Blutbahnen, welche uns insulinresistent machen. Das bedeutet, dass wir mehr Insulin benötigen, um den Zucker in die Zellen zu transportieren.

Aufgrund seiner Zusammensetzung gelangt unser Essen unterschiedlich schnell ins Blut. Während gekochter Fisch beispielsweise 1-2 Stunden im Magen verweilt, hat ein Stück Rindfleisch eine Verweildauer von ca. 4-5 Stunden. Und Reis verweilt mit 1-2 Stunden deutlich kürzer als Bratkartoffeln mit 3-4 Stunden. Je fester die Textur ist oder je fettiger oder ballaststoffreicher Lebensmittel sind, desto langsamer werden diese deinen Blutzucker erhöhen.

Seitdem es kontinuierlich messende Glukosesensoren gibt, sieht man deutlich, dass sich nicht nur Kohlenhydrate auf die Glukosekonzentration im Blut auswirken. Auch Fette und Proteine können berücksichtigt werden, wenn es darum geht, auszurechnen, wie viel Insulin für eine Mahlzeit benötigt wird. Normalerweise wird dies mit dem BE/KE-Faktor abgedeckt. Der Kohlenhydratfaktor ist sozusagen ein Mischfaktor und deckt auch immer ein bisschen das Fett und Protein mit ab. Fett und Proteine haben jedoch erst zeitverzögert Einfluss auf den Blutzucker und besonders wenn man Mahlzeiten mit einem großen Fett Protein Gehalt verzehrt oder gar eine kohlenhydratfreie aber fett- und proteinreiche Mahlzeit isst, beispielsweise einen Salat mit Steak, ist es hilfreich sich der Wirkung bewusst zu sein.

Diabetes schliesse ich aus, weil mein BZ nicht schwankt, sondern total konstant ist. Das gefährliche am Diabetes ist ja die Unterzuckerung, die ich jedoch nie habe, denke das meine Leber immer genügend Glukagon bereitstellt, damit ich auf eventuell aus dem Nichts auftauchende Säbelzahntiger (Schwiegermutter?) gefasst bin und schnell genug davonlaufen kann? cool

Waldstaudenroggen ist die Form des Ur-Roggen.

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 1899
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 10.02.2020
 

Narada, deine Nüchternwerte hören sich schon nach Diabetis an. Hast du das mal prüfen lassen? 

Veröffentlicht von : Uliginosa
Beiträge: 20
Angemeldet am : 21.07.2019
Veröffentlicht am : 10.02.2020
 

Narada, Eiweiß lockt wenig Insulin, Fett hat keine Auswirkung auf Insulin.

Aber warum meinst du, dass dein Nüchtern-Blutzucker etwas mit dem Abendessen (ca.) 12 Stunden vorher zu tun hat? Die unmittelbaren Auswirkungen des Abendessens sind am nächsten Morgen schon längst Geschichte.

Was ist denn "Waldstauderoggen"?

Veröffentlicht von : Martin F.
Beiträge: 1668
Angemeldet am : 12.12.2017
Veröffentlicht am : 10.02.2020
 

Fett und Eiweiß haben sehr wohl eine Insulinausschüttung zur Folge. Abends 2 Rindersteaks und Salat mit Schafskäse gegessen, morgens drauf, war mein nüchtern Blutzucker auf 148 mg/dl

????

Soll heißen, das ist erklärungsbedürftig. Kann deinen Gedankengang nicht wirklich nachvollziehen.

LG

Martin

Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 10.02.2020
 

Danke Thomas für die Info. innocent

Bin gerade am experimentieren , um am eigenen Leib zu erfahren ob ich durch Ernährungsumstellung den Blutzucker senken kann.

Ich versuche es mit einer Veganen Ernährung, über den Zeitraum von einer Woche. 

Dabei berücksichtige ich die Glykämische Last und den Insulin Index. 

Essen werde ich ausschliesslich selbst gebackene Plätzchen aus gekeimtem Waldstauderoggen, Biogemüse, Nüsse und Eiweißshake aus Erbseneiweis. Kein Salz und kein Zucker, auch kein Honig.

Nach dem ersten Tag ist mein nüchtern Blutzucker bei 110 mg/dl  laughing

Über die Auswirkung der Lebensmittel auf den Insulin Index habe ich im www nicht wirklich viel gefunden. 

Fett und Eiweiß haben sehr wohl eine Insulinausschüttung zur Folge. Abends 2 Rindersteaks und Salat mit Schafskäse gegessen, morgens drauf, war mein nüchtern Blutzucker auf 148 mg/dl 

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 1899
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Narada, eine kluge Überlegung! Bei Diabetis2 liegt eine Insulinresistenz vor. Die Bauchspeicheldrüse hat sich nicht ausgepowert, sondern sie ist verfettet und damit auch resistent und reagiert nur noch träge auf Glucose.

Geht man dauerhaft auf extremes LowCarb, wird man schnell physiologisch Insulinresistent. Der Körper geht sparsam mit der Glucose um und greift auf Fett zurück.

Deswegen ist es optimal, seinen Stoffwechsel flexibel zu halten. Er soll gut auf Insulin ansprechen, aber bei geringer Carbzufuhr auch optimal Fett verwerten können. Beim Normalbürger ist die Fähigkeit Fette gut zu verwerten oft eingeschränkt, die setzen nur noch Fett an;-)

Hier im Forum wird das Thema metabolische Flexibilität oder dauerhaftes lowCarb, high Fett mit dem Messer zwischen den Zähnen diskutiert;-)

Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Vielen Dank Thomas und Robert,

 

toal spannend und wichtig den Körper und die Vorgänge darin zu verstehen.

habe den Artikel https://www.strunz.com/de/news/eiweiss-macht-diabetes-1.html gelesen und mir kam der Gedanke, das bei übermässigem KH Konsum die Bauchspeicheldrüse über die Maßen beansprucht wird. Unser Blut muss PH neutral bleiben und der Körper tut alles dafür, um diesen Zustand aufrecht zu erhalten?

Was geschieht jetzt aber wenn die Bauchspeicheldrüse sozusagen "Arbeitslos" wird, weil sie zu wenig zu tun hat. Kehrt sich dann der Spiess nicht um und sie "verlernt" was sie tun muss? Ist dann quasi eine "Pseudo-Diabetes" die Folge, wie in etwa bei einem Muskel den man zu wenig benutzt?

Tim Ferris legt glaube ich deswegen einmal pro Woche einen KH Tag ein. 

Was haltet ihr von dieser Theorie?

 

vielen Dank 

 

Veröffentlicht von : Robert K.
Beiträge: 2711
Angemeldet am : 14.01.2017
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Hallo Thomas,

Insulin ist bei meiner Frau "nur" 3.0 ...dafür sind bei Ihr die Blutfette herausragend mit Triglyceride 37 und HDL 86. Sie hat auch höhere Ketonkörper (BHB) im Blut als ich...macht aber keinen Cardiosport...oder kaum.

VG,

Robert

PS: Ich denke mal...also wir waren beide nicht metabolisch krank in 2016. Trotzdem waren viele Blutwerte eher bescheiden VOR der Umstellung. Insulin hatte ich zB in 2016 4.0...zeigt, trotz 400-500g KH am Tag war ich insulinsensitiv...nicht so pefekt wie jetzt, aber gemessen am Durchschnittsdeutschen sehr gut.

Und dann essen wir heutzutage nur noch 2x am Tag, da wir einfach keinen Hunger haben. Und wir sagen auch: mal 1-2h Hunger haben ist gesund! Das ist normal :-)...denn wir essen unter der Woche beide nur morgens und abends. Mittags nix. Ich gehe jetzt sogar ab und zu mittags laufen...ohne was zu essen.

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 1899
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Als ich mit Low Carb begann, habe ich spaßeshalber mal alle 2 Stunden gemessen. Bei mir schwankte es auch zwischen 100 und 125.

Morgens zeigte das Gerät immer knapp über 100 an, obwohl die Messung beim Arzt immer um die 90 pendelte. Vielleicht zeigen die Streifenmessgeräte leicht erhöhte Werte an. Abgesehen davon, misst man mit den Dingern 3x, bekommt man 3 Werte, die auch schon mal weit auseinander liegen können. 

106mg im Durschnitt entspricht in etwa einem HB1Ac von 5.5, da pendelte ich auch immer rum.

Robert, du schreibst immer, dein Basalinsulin ist bei dir und deiner Frau mit 2 gleich...treibt sie auch so viel Sport wie du? Es ist eigentlich ungewöhnlich, dass eure beiden Stoffwechsel so gleich reagieren.

 

Veröffentlicht von : Robert K.
Beiträge: 2711
Angemeldet am : 14.01.2017
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Hallo Narada,

es scheint so zu sein, dass viele Messgeräte ein wenig zu viel anzeigen. Es scheint aber auch normal zu sein, dass man bei LowCarb einen BZ-Spiegel eher zwischen 80-105 hat...erst wenn man Keto voll durchzieht, dann kommen viele auf BZ-Spiegel von ca. 70.

Ich lebe LC seit über 3 Jahren und mein Spiegel morgens ist auch gern 95...mein HbA1c ist auch "nur" 5.1 ...aber am wichtigsten: Nüchterninsulin ist 2.0.

VG,

Robert

PS: Und wie Thomas auch schon festgestellt hat. Wenn man dann im Labor nüchtern Blut abgibt und die BZ messen...dann komme ich auch auf 70 ...entweder hat man bis dahin durch das erweiterte Fasten noch BZ verbraucht oder aber die Messgeräte sind...ungenau.

Veröffentlicht von : Narada C.
Beiträge: 6
Angemeldet am : 02.02.2020
Veröffentlicht am : 02.02.2020
 

Guten Morgen,

mein Blutzucker ist immer zwischen 100 und 120 mg/dl ganz gleich wann ich messe. Morgens, Abends, nach dem Essen, vor dem Essen, nach dem Joggen auch bei 100.

Der Durchschnitt bei 60 Tagen ist 106 mg/dl. (messe ca. 2-3 x am Tag)

ich messe mit dem GlucoMen Lx Plus.

Habe kein Diabetes, ernähre mich jedoch seit ca 5 Jahren Paleo. Also kein Getreide und wenig KH so ca. 50-100g / Tag

Würde mich interessieren wie der Blutzucker von Menschen ist welche sich genauso ernähren.

Sollte ich versuchen den Blutzucker zu senken, oder ist das bei mir genetisch gesehen der "richtige" Wert?

vielen Dank und allen noch einen schönen Sonntag

 

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