Der Mensch - doch kein Läufer?

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Thema Der Mensch - doch kein Läufer?

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Veröffentlicht von: Reinhard B.
Beiträge: 41
Angemeldet am: 01.10.2013
Veröffentlicht am: 17.06.2015

Hallo,

Um eines vorab klarzustellen. Ich hab keine Aktien bei Pose in irgendeiner Form drin.

Das Thema aufgrund des ersten Postings von Chris ist auch nicht möglichst schnell und effizient zu laufen, sondern möglichst verletzungsfrei.

Kommen wir zu den Kritikpunkten:

  1. esoterisch.

    Kann ich bei Pose nicht nachvollziehen. Bei Chi-running eher. Mmn ist das philosophische Backing unerheblich. Yoga kann man auch in die Esoterikecke abschieben. Unterm Strich kommt es auf die Wirkung/das Ergebnis an.

  2. Vortrieb mittels Schwerkraft.

    Ist ein häufig genannter Kritikpunkt.

    Bitte mal folgendes beim nächsten Lauf ausprobieren:

    - Der Körper ist gerade nach oben ausgerichtet

    - Mann/Frau verzichtet auf Hüftstreckung und Abdrücken mit den Füssen.

    - der Fuß wird in Richtung Hüfte hochgezogen und anschließend in etwa unter dem Schwerpunkt aufgesetzt

    Bitte dann mal die Zeit messen, die man für eine sagen wir mal 5 km Strecke braucht.

    Ich denke ohne Vorwärtsneigung des Körpers wird es nicht recht gut funktionieren. Je stärker die Neigung (max. bis ca. 20 Grad) desto schneller wird man. Ist für jedermann jederzeit nachprüfbar. Ob das jetzt der Gravitation geschuldet ist??? Geschenkt.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass die Umsetzung rein technisch nicht einfach ist. Man ist nämlich „geneigt“ in der Hüfte abzuknicken.

    Um kurz auf die Frage von Hans einzugehen:

    Kann ich dann auf einem Planeten mit vielleicht 10-100-facher Gravitation noch schneller laufen - oder bin ich eher platt wie eine Flunder?“

    Bin nicht sicher. Ich tippe du könntest schneller laufen, bräuchtest dann aber – sofern man das so einfach linear extrapolieren kann – auch die 10-100 fache Muskulatur und würdest schätzungsweise ausschaun wie Hulk. Mindestens.{#emotions_dlg.laughing}

    Machen wir das Gedankenexperiment mal zur Abwechslung andersrum: Sicher hast du die Bilder von der Mondlandung im Kopf. Mal angenommen ein Astronaut würde auf dem Mond und auf der Erde eine 100 m Strecke laufen. Wo wäre er schneller?

    Zur Güte: Ich glaube, dass die „Gravitations-Kritik“ nicht zielführend ist.

    Kommen wir zu den ernstzunehmenden Einwänden:

  3. Effizienz

    Ich hab lange gesucht bis ich auf eine Erklärung gestoßen bin. Es wird argumentiert, dass die schlechtere Effizienz mit der höheren Schrittfrequenz zu tun haben könnte.

    Das kann ich nicht beurteilen. Ich hab nur gelesen, dass die Pose-Methode sich vor allem bei den Triathleten einer gewissen Beliebtheit erfreut.

    Außerdem fehlt mir der Bezug.
    Ineffizienter gegenüber welcher anderen Lauftechnik? Gegenüber der klassischen Lauftechnik von Spitzenläufern. Ja.
    Gegenüber der Technik der durchschnittlichen Freizeitläufer. Nein.
    In dem Zusammenhang bitte sich die zahllosen Videos auf dem bekannten Videoportal zu Gemüte führen.

  1. Verletzungen Achillessehne, Waden.

    Da ist was dran. Die Probleme hast du auch bei Natural Running, also bei jeder Vor- oder Mittelfußtechnik. Deshalb gilt die allgemeine Empfehlung die Wadenmuskulatur aufzutrainieren und die Achillessehne zu dehnen (siehe z.B. Dr. Strunz, Dr. Marquart). Im Zweifelsfall ist die Pose-Technik dann eben nicht geeignet.

Um mich zu wiederholen. Ich möchte Pose-Running nicht als das Non-Plus-Ultra bewerben. Es ist evtl. e i n e Möglichkeit relativ verletzungsfrei über die Runden zu kommen. Vor allem bei Kniebeschwerden.

Dem Fazit des von Thorsten verlinkten Artikels würde ich mich anschließen.

Grüße

Reinhard.

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Veröffentlicht von: Hans K.
Beiträge: 141
Angemeldet am: 25.08.2014
Veröffentlicht am: 16.06.2015

Wenn die Schwerkraft dazu benutzt werden kann, schneller zu laufen, muß ich dann mein Gewicht erhöhen? Kann ich dann auf einem Planeten mit vielleicht 10-100-facher Gravitation noch schneller laufen - oder bin ich eher platt wie eine Flunder? Ich glaube, Lauftechnik alleine führt hier nicht zum Sieg.

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Veröffentlicht von: Christian B.
Beiträge: 26
Angemeldet am: 25.02.2004
Veröffentlicht am: 15.06.2015

Hi Thorsten,

danke für den interessanten Link! So richtig warm kann ich mit dieser Art zu laufen auch nicht werden. Erscheint mir irgendwie unnatürlich und etwas esotherisch;-)

 

Gruß, Chris

 

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Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 578
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 15.06.2015

Zum Thema POSE:

www.triathlon-tipps.de/pose_methode_-_eine_kritische_betrachtung_si_539.html

Besonders bemerkenswert finde ich den Aspekt der abnehmenden Laufökonomie.

 

LG,
Thorsten

 

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Veröffentlicht von: Christian B.
Beiträge: 26
Angemeldet am: 25.02.2004
Veröffentlicht am: 09.06.2015

Hallo Reinhard,

 

die POSE Methode kenne ich aus dem Netz, Laufen mit Frau Schmitt zum Beispiel hat es auch mal getestet. Habe mich da aber noch nicht "rangetraut" da ich denke, so alleine seinen Laufstil ändern ist schwierig. Habe auch schon mit Mittelfuß experimentiert aber das hat die Plantarsehne irgendwie auch nicht so gerne.

 

Wie gesagt, zurzeit kommt nun eher mehr eine Spreizfußproblematik dazu, die auch sehr nervend ist.

 

Nächste Woche bin ich noch mal bei einem Osteopathen. Dieser hatte letztes Jahr meine Beschwerden fast vollständig verschwinden lassen. Nach 3 Wochen Laufpause kamen sie dann jedoch nach den ersten Läufen wieder;-(

 

Gruß,

Chris

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Veröffentlicht von: Christian B.
Beiträge: 26
Angemeldet am: 25.02.2004
Veröffentlicht am: 08.06.2015

Hallo Sigrid,

 

von diesen Schienen habe ich auch schon gehört, sie aber bisher noch nicht probiert, da mir das irgendwie zu technisch war... Aber Du hast recht, einen Versuch wäre es wert. Gut, gegen die Spreizfußprobleme wird die Schiene sicher nix ausrichten könnnen.

 

Danke und Grüße

Chris

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Veröffentlicht von: Reinhard B.
Beiträge: 41
Angemeldet am: 01.10.2013
Veröffentlicht am: 08.06.2015

Hallo Chris,

Willkommen im Club. Ca. 80 % der Freizeitläufer klagen über Beschwerden. Wenn ich mir die Laufstile anschaue dann wundert es mich eher dass es nur 80% sind. Ich gehöre übrigens auch zeitweise zu den 80%.

Neben vielen Unzulänglichkeiten im Detail fällt mir besonders auf, dass die meisten viel zu hart auf dem Boden landen. Beim letzten Volkslauf den ich im Mai absolviert habe, hörte es sich teils so an, als ob noch ein paar T-Rex mitlaufen. Gut. Ist ein bisschen übertrieben.{#emotions_dlg.wink}

Vor einigen Wochen bin ich im Internet auf die Pose-Lauftechnik - entwickelt von Dr. Romanov - gestoßen. Grund für mein Stöbern waren Knieprobleme (Innen-Meniskus).

Wie jedes Thema wird auch dieses mit fast religiösem Eifer sehr kontrovers diskutiert. Versteh ich oft nicht. Keiner möchte dem Anderen die Frau/Freundin wegnehmen. Aber gut...

Falls du die Technik nicht kennst, hier eine kurze (unzulängliche) Beschreibung:

Es erfolgt KEIN expliziter Fußabdruck.

Es gibt KEINE Hüftstreckung.

Es gibt KEINEN Kniehub.

Der Fuß wird lediglich in Richtung Hüfte hochgezogen und dann nach vorne fallengelassen.

Die Arme sind NICHT der Taktgeber für die Schrittfrequenz sondern dienen dem Ausbalancieren.

Die Geschwindigkeit wird durch den Neigungswinkel des gesamten Körpers gesteuert (nicht in der Hüfte abknicken!).

Pose-running ist ganz korrekt ausgeführt eine Vorfuß-Lauftechnik.

Die Effekte sind folgende:

Der Schritt wird kürzer. Zusammen mit dem fehlenden Kniehub wird der Kontakt mit dem Boden relativ sanft. Die Belastung der Knie sinkt angeblich um bis zu 50%(ich laufe seit Umstellung beschwerdefrei)

Ich kann mir gut vorstellen, dass es auch deine gestressten Füßen entlastet.

Man muss relativ wenig Beinmuskulatur einsetzen.

Die Vertikalbewegung – die vor allem durch den festen Fußabdruck erzeugt wird – ist deutlich geringer. Kleiner Tipp. Beobachte mal Freizeitläufer unter diesem Aspekt.

Kritikpunkte:

Belastung der Achillessehne und der Waden.

Ich denke, dass das nicht an der Pose-Technik an sich liegt, sondern eher mit dem ggf. ungewohnten Vorfußlauf zu tun hat. Im Zweifelsfall eben Mittelfuß oder wie auch immer laufen.

Persönliche Erfahrungen.

Knieprobleme sind weg.

Der Lauf wird wunderbar weich und leicht.

 

Probiers mal aus. Vielleicht ist das was für dich.

Im Internet gibt es zahllose Videos. Insbesondere die Vorher/Nachher-Vergleiche sind beeindruckend. M.E. ist die Technik leicht zu erlernen. Ggf. kann man auch ein Video von sich machen lassen, was ja heute fast jedes Smart-Phone kann.

Grüße

Reinhard

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Veröffentlicht von: Sigrid H.
Beiträge: 14
Angemeldet am: 07.04.2013
Veröffentlicht am: 08.06.2015

Hallo,

 

ich bekam während eines Marathontrainings 2011 auch Probleme mit meiner Plantarfascie am rechten Fuss. Nach mehreren erfolglosen Maßnahmen (Fussgymnastik, Physio, Tabletten etc.) habe ich bei einer Suche im Internet eine Nachtschiene entdeckt. Dabei wird der Fussballen Richtung Schienbein gezogen (kann eingestellt werden) und in der Nacht "Dauergedehnt". Eine Besserung habe ich sofort festgestellt. Nach wenigen Wochen waren die Beschwerden ganz verschwunden. Sobald ich nur ein geringes Ziehen spüre, lege ich die Schiene über Nacht wieder an.

Vielleicht hilft Dir das auch. Ein Versuch wäre es wert.

 

Sigrid

 

 

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Veröffentlicht von: Christian B.
Beiträge: 26
Angemeldet am: 25.02.2004
Veröffentlicht am: 06.06.2015

Hallo Greg,

Werte passen soweit alle. Am Dehnen liegt es nicht, das habe ich sehr intensiv die Jahre betrieben. Eher wird es durch das Dehnen schlechter. gibt es auch eine Erklärung für, durch das Dehnen werden die Triggerpunkte immer wieder neu aktiviert. War in einer der letzten Spiridon ein guter Artikel dazu.

 

Ich weiß mir keinen Rat mehr und bin kurz davor das Laufen zu lassen, obwohl ich es so sehr liebe - und wahrscheinlich ein Stück süchtig bin)!. Aber imer mit Schmerzen im Fuß zu laufen, ist auch nur blöd;-( Dann eben vl. nur noch Krafttraining und Fahrrad.

 

Gruß,

Chris  

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Veröffentlicht von: GregP
Beiträge: 96
Angemeldet am: 23.10.2013
Veröffentlicht am: 05.06.2015

Hallo Christian,

ich habe genau im selben Jahr mit dem Laufen begonnen. War damals bei einem BMI 29, heute 21. Ich kann mich Herrn Kieser nicht anschliessen, ohne jetzt seine Meinung bewerten zu wollen.

Ich bin meinen ersten HM in 1:47h gelaufen, heute laufe ich ihn schon auf 1:31h. Marathon 2010 4:21h heute in 3:23h. Ich kenne diese Probleme nicht wirklich, nur kann ich mir bei deinen Ausführen auch nicht vorstellen, dass es nur am Laufen selber liegt. Beruflich bin ich auch 60-70 h / Woche eingespannt und laufe wöchentlich 100-120km. Alles auch in eine ordentliche Regeneration verpackt. Bei Intervallen merke ich hin und wieder ein leichtes Ziehen in der rechten Wade. Dann breche ich halt ab, mache ein paar Tage Pause und dehne dann gezielt....

Bei mir gehört tägliches Dehnen vor und nach dem Training ins Programm. Darüber hinaus viel Eiweiß und gezielt NEM um Lücken zu schliessen.

Dehnst du regelmässig, kennst du alle deine Leistungsparameter (Magnesium, Zink, Ferritin Eisen, Hämoglobin...) Entzündungswerte im Körper, etc.? Hast du dich schon mal komplett untersuchen lassen ?

Vielleicht hilft dir das !!!

 

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Veröffentlicht von: Christian B.
Beiträge: 26
Angemeldet am: 25.02.2004
Veröffentlicht am: 02.06.2015

Hallo,

hat Herr Kieser vielleicht recht wenn er sagt: der Mensch ist kein Lauftier, er hat keine Hufe sondern Greiforgane und stammt vom Affen ab? Der Fuß ist nicht zum Laufen geeignet. Der Mensch ist nur süchtig nach dem Endorphin…?

Ich laufe seit 11 Jahren nach dem Lesen von forever young (kein Witz)! Anfangs noch eher mit geringem Umfang in den letzten Jahren mit größerem Ehrgeiz. Habe bisher 2 Marathons und ein paar Halbmarathons und Volksläufe absolviert.

Beim Training zu meinem ersten Halbmarathon 2009 fing ich mir eine fiese Plantarsehnenentzündung im rechten Fuß ein. Konnte ein paar Tage kaum Auftreten, an Laufen war nicht zu denken. Nach Einlagen, Physiotherapie usw. wurde es besser und ich spürte dann nix mehr von der Sehne.

Dann vor drei Jahren beim Training zu meinem ersten Marathon kamen die Probleme zurück, wenn auch nicht so extrem. Habe dann weiter trainiert und den Marathon gut beendet (03:42…). Die permanenten Schmerzen blieben aber. Habe danach so ziemlich alles an Therapien probiert was es so gibt: Physiotherapie, manuelle Therapie, Osteopathie, Einlagen (normal, sensomotorische), Eis, Wärme, dehnen, Triggerpunktmassage, Treppenübung, Repuls (kaltes Rotlicht), usw. Auch eine Laufpause Anfang 2014 von knapp 5 Monaten brachte keinen Durchbruch, es wurde eher schlimmer, so dass ich wieder mit dem Laufen angefangen habe. Mein Sportarzt meinte auch, totale Pause ist nicht gut. Besser sind regelmäßige Läufe bis max. 1 Stunde.

Die 2014 verordnete Röntgenreizbestrahlung brachte dann das erste Mal Linderung bzw. Verbesserungen.

Dann bekam ich letztes Jahr nochmals andere sensomotorische Einlagen von einem neuen Orthopädieschuhtechniker. Diese waren die ersten, die endlich funktionierten, obwohl leichte Schmerzen immer blieben. Das lies mich übermütig werden und für den Rennsteig melden und diesen auch finishen in 04.05 h).

Mittlerweile sind zu den nach wie vor vorhandenen leichten Schmerzen im Fuß und dem Ziehen in der Wade nun noch Spreizfußprobleme bzw. –Schmerzen gekommen;-(

Ich kann mir ein völlig schmerzfreies Laufen nicht mehr vostellen. Wenn ich beim Laufen auf meine beiden Füße achte denke ich, das sind zwei völlig verschiedene Füße;-)

So langsam bin ich der Meinung, dass Herr Kieser Recht hat mit seiner Meinung und ich (wir) sind tatsächlich nicht zum Laufen geboren!

Danke für Eure Meinung!

Gruß,

Chris

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