Die Schwelle zum Glück

  Sie haben  Lesezeichen
Thema Die Schwelle zum Glück

1 bis 20 von 24     Sortieren:  Neuester Ältester

pro Seite
Seite:
  1. 1
  2. 2
  Beitrag
Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 14.07.2016

Na bitte, da schreibt doch imme nur einer vom anderen ab ohne die Quelle zu prüfen!

 

Nur mal zum Vergleich, der offizielle Weltrekord im Marathon liegt bei 2:02:57.

 

Wenn der offizielle Rekord für 48 Stunden dann bei 473.495km liegt wären die 700km bei einem  eines Tarahumara das Äquivalent eines Marathonlaufes innerhalb von 1:23:06, also bei nur 68% der Rekordzeit {#emotions_dlg.laughing} 

 

Oder dasselbe Verhältrnis wie eine Zeit von 6,50 s über die 100 Meter!

Das wären, falls es diese Leistungen geben sollte, schon mehr als nur genetische Ausreißer, das wären Mutanten.

Außergewöhnliche Behauptungen erfordern aber auch außergewöhnliche Beweise...

Gefällt Mir Button
4 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 14.07.2016

Ich habe in der Tat keine offiziellen Zeitnahme-Quellen für die 700km/48h. Erwähnung findet diese Leistung bei Wikipedia und in der einen oder anderen Dokumentation über die Tarahumara. In so fern ist diese Angabe durchaus mit einer gewissen Skepsis zu betrachten.

Tatsächlich aus jüngerer Zeit dokumentiert sind aber zumindest Leistungen von deutlich über 400km in 48h. Z.B. "473.495km Kouros, Yiannis GRE 13.02.1956 T Surgeres FRA 3.-05.05.1996"
http://statistik.d-u-v.org/overview_records.php(IAU Weltbestenleistungen)

Auch das sind sicher Extreme und nicht auf die Allgemeinheit übertragbar; zeigen aber das Potential der "Konstruktion Mensch".

 

Gefällt Mir Button
0 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Reinhard S.
Beiträge: 164
Angemeldet am: 26.08.2015
Veröffentlicht am: 14.07.2016

"The human body is built for distance"(Zitat)

In dieser Überschrift im Link von Thorsten fehlt IMHO das Wort SLOW.

"The human body is built for SLOW distance", sollte es vielleicht genauer heissen. Ein Mix aus gehen und - nur falls nötig - laufen bzw. rennen während der Jagd. Walk and run. Ein Indiz für die früher auf der Jagd zurückgelegten Distanzen könnten auch die muskulären Glykogen-Vorräte sein, die bei Marathonläufern natürlicherweise nach 30-35km zur Neige gehen, wenn der Mann mit dem Hammer kommt.

Insofern sind die Tarahumara eine extreme kulturelle Ausnahme.

Gefällt Mir Button
2 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 14.07.2016

Das sehe ich ähnlich....der 24-Stunden-Weltrekord bei den Männern liegt bei 303,506 Kilometern (Yiannis Kouros). Wie belastbar sind denn die Referenzen für die 700km in 48h? Welche sind das?

Gefällt Mir Button
2 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: xxxxx
Beiträge: 77
Angemeldet am: 28.07.2015
Veröffentlicht am: 13.07.2016

Nein, ich habe einfach Zweifel, dass jemand 16 Marathons ohne Pause zu je 2,25 läuft. Ein wneig Pause wird da einfach mal für Essen und mal ne stunde Schlaf drin gewesen sein.

Ich kenne selber Leute die ultra Marahton in 7,5 Stunden gelaufen sind...aber 700 km in 48 Stunden glaube ich erst, wenn ich es persönlich gesehen habe. Mit 300-400km in 2 Tagen habe ich kien Problem. Aber es wird halt auch häufig im Internet viel Schrott geschrieben (ich meine damit  nicht deinen Beitrag).

Gefällt Mir Button
1 Person gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 13.07.2016

Ja, schwer vorstellbar, für den modernen, "zivilisierten" Menschen.

Und doch gibt es viele Untersuchungen und Studien, dei den Menschen als Ausdauer-Lauf-Lebewesen beschreiben; als außergewöhnlich leistuingsfähiges noch dazu.

http://www.nytimes.com/2009/10/27/health/27well.html?_r=1

Errungenschaften moderner Zivilisation sowie (epi)genetische Anpassungen über Generationen haben aber zu einer weiten Spreitzung der körperlichen Fähigkeiten geführt.

 

Gefällt Mir Button
2 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: xxxxx
Beiträge: 77
Angemeldet am: 28.07.2015
Veröffentlicht am: 12.07.2016

Da laufen die also 16 Marahtons hintereinander unter 3 Stunden ohne Schlaf und Essenspause? Schwer vorzustellen.... und wenn pro Tag nur 5 Stunden Pause anfallen, sind wir unter 2:30 pro Marahton......

Gefällt Mir Button
1 Person gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 12.07.2016

Markus, ich bin absolut deiner Ansicht.Das Extrem "Tarahumara" sollte ja auch nur zeigen, zu was die "Konstruktion Mensch" fähig ist; schließlich ist hier ein ganzes Volk auf Ausdauer und Laufen getrimmt (natürlich auch mit hier einzelnen, herausragenden Individuen). Es ging mir darum zu zeigen, dass der moderne Mensch mitnichten dem Neandertaler unterlegen ist; von einzelnen, "zivilsatorisch" Geschädigten vielleicht mal abgesehen.

Abgesehen davon tragen, gerede wir Europäer, ja durchaus noch einige genetische Neandertaler-Altlasten. Zu irgendwas wird es gut gewesen sein...

Um es mit Shakespeare zu sagen:
"What a piece of work is a man! How noble in reason, how infinite in faculty! In form and moving how express and admirable! In action how like an Angel! in apprehension how like a god! The beauty of the world! The paragon of animals!"

 

Gundula, völlig richtig. Daher sind meine beiden Labbis auch gesund, fit, schlank und ohne Zuchtpapiere und Preise {#emotions_dlg.smile}

 

LG,
Thorsten

Gefällt Mir Button
3 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 11.07.2016

Hallo Thorsten,

wieso muss man sich bei antropologischen Betrachtungen immer nur die Extrema (von beiden Seiten her) herauspicken?

Da nimmt man sich dann die Inuit, die nur Fleisch essen und sonst nichts anderes. Und erklärt diese zum Vorbild. Und ignoriert dabei tausende anderer Stämme und Kulturen, die praktisch alle einen äußerst reichhaltigen Speiseplan aufweisen ("Anything from fieldmouse to an elephant is welcomed."). Was macht die Inuit zu einem besseren, nachahmungswerteren Prototyp des Homo Sapiens? Und alle anderen Kulturen somit zu evolutionären Versagern?

Oder die Tarahumara, die jeden Tag 300 bis 700 km laufen sollen. Und ignoriert tausende anderer Nomandenstämme und Kulturen, die typischerweise 20 bis etwa 30km am Tag zumeist gehend hinter sich bringen. Was macht die Tarahumara zu einem besseren, nachahmungswerteren Prototyp des Homo Sapiens? Und alle anderen Kulturen somit zu evolutionären Versagern?

 

 

Könne wir uns nicht mal den evolutionären Durchschnitt einigen und die möglichen Extrema auch als solche nennen und einordnen?

Gefällt Mir Button
4 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 11.07.2016

Wie gut die "Konstruktion" des modernen Menschen grundsätzlich geeignet ist, zeigen eindrucksvoll die Tarahumara in Mexiko (Rekord: 700km in ~48h!; alles zwischen 100-300km gilt als normal).

Einfach mal googlen oder hier im Forum die Suchfunktion bemühen.

 

Der Mensch ist eines der ausdauerndsten Säugetiere der Erde.
Ein Couch-Potatoe ist da allerdings nicht der Vergleicsmaßstab. Genausowenig, wie ein voll gefressener, fett gefütterter Labby mit ED und HD der Maßstab für die Hunde Rasse Labrabor Retriver ist.

 

Gefällt Mir Button
0 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thomas V.
Beiträge: 181
Angemeldet am: 27.01.2016
Veröffentlicht am: 11.07.2016

Ich halte es für unwahrscheinlich, dass der Mensch in Urzeiten der große "Läufer" war. Er wird sich verhalten haben, wie jedes ander Lebewesen auch: So wenig wie möglich,  so viel wie nötig.

Gucke ich mir die vielzitierten Rehe an, die bewegen sich im Schonmodus, grasen friedlich und liegen rum zum wiederkäuen. Gerannt wird nur, wenn sie gejagt oder aufgeschreckt werden.

Selbst die Jäger, Wölfe, Löwen und Geparde...die meiste Zeit des Tages wird gedöst. Nur bei Hunger rafft man sich auf und rennt hinter der Beute her - und gerade das kann der Mensch nicht. Jedes Säugetier ist uns an diesem Punkt überlegen!

Der Mensch hat sich seine Beute sicher nicht erlaufen. Selbst die Indianer Hollywoods gab es erst, als die Spanier die Pferde nach Amerika brachten. Die Kultur der Prärieindianer dauerte gerade mal 100 Jahre. Vorher waren die Büffel unbehelligt in den Weiten der Prärien. Diese wurden erst besiedelt, als das Pferd kam. Zuvor lebte man in den Wäldern, oder am Rande der Prärien.

Der Mensch wird sicher deutlich mehr gegangen, denn gelaufen sein. Von Marathonläufen, oder Thriathlon mal ganz zu schweigen.

Ich habe immer die Gesichtsausdrücke vor Augen, wenn Joey Kelly und Co. Ihre Extremsportarten durch Gegenden machen, in denen diese Naturvölker leben und sich dieses Spektakel am Wegesrand anschauen: Die denken sich, diese Europäer haben sie nicht mehr alle!

Gefällt Mir Button
4 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Reinhard S.
Beiträge: 164
Angemeldet am: 26.08.2015
Veröffentlicht am: 11.07.2016

Stimmt: Stärke heisst nicht unbedingt Geschwindigkeit. Bodybuilder und sonstige Kraftsportler sind nicht zwangsläufig sprintschnell. Der Umkehrschluss gilt auch: ohne Stärke keine Schnelligkeit. Wenn man sich die modernen muskelbepackten SprinterInnen ansieht, kommt man zwangsläufig zum Schluss, dass hohe Muskelmasse und muskuläre Stärke unbedingte Voraussetzung für sehr hohe Endschnelligkeit sein muss.

Auch Dafne Schippers als einzige Weisse und die meisten ihrer farbigen Rivalinnen auf Weltniveau haben eine mehr als beeindruckende Muskulatur (Doping hin oder her), im Vergleich zu den übrigen weissen Sprinterinnen, die aber auch nicht in der höchsten Kategorie vertreten sind. Bei den Männern keine Schmalhanse mehr wie Carl Lewis seinerzeit.

Gefällt Mir Button
2 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 11.07.2016

Ich bir mir nicht so sicher ob der Neanderthaler wirklich so schnell gewesen ist- Stärke heisst nicht unbedingt Schnelligkeit.

 

Zu diesem Thema finde ich das Buch Manthropology: The Science of the Inadequate Modern Male von Peter McAllister Klasse, hier eine Rezension:

http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html

 

Daraus ein Asuzug:

Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Wobei in den Studien eine Spanne von 40 bis max. 45 km/h genannt werden. Das sind aber Homo sapiens!

 

Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Read more at: http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html#jCp
Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Read more at: http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html#jCp
Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Read more at: http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html#jCp
Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Read more at: http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html#jCp
Twenty thousand years ago six male Australian Aborigines chasing prey left footprints in a muddy lake shore that became fossilized. Analysis of the footprints shows one of them was running at 37 kph (23 mph), only 5 kph slower than Usain Bolt was traveling at when he ran the 100 meters in world record time of 9.69 seconds in Beijing last year. But Bolt had been the recipient of modern training, and had the benefits of spiked running shoes and a rubberized track, whereas the Aboriginal man was running barefoot in soft mud. Given the modern conditions, the man, dubbed T8, could have reached speeds of 45 kph, according to McAllister.

Read more at: http://phys.org/news/2009-10-modern-men-wimps.html#jCp
Gefällt Mir Button
1 Person gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 10.07.2016

Welche Minderwertigkeit?

Weiss auch nur ein "moderner" Mensch, was ein Neandertaler zu laufen im Stande gewesen wäre?

Ich finde die Annahme unstatthaft, dass es bei den Neandertalern nicht auch auch der Masse hervorstechende Individuen gegeben haben soll. Natürlich hatten auch die Neandertaler eine Usain Bolt. Hat aber nichts genütz.
Der Kompaktklasse-Kraftprotz Neandertaler mag vielleicht in der Lage gewesen sein, eine heutigen "Normalo" umzuhauen, Aber war er deswegen überlegen? Offensichtlich nicht.

Vielleicht war der durchschnittliche Neandertaler auch auf einem kurzen Sprint schneller, als ein heutiger "Normalo"; wir wissen es nicht. Ich gehe aber davon aus, dass kleine, kräftige, kompakte Individuen spätestens im Ausdauerbereich gengen den modernen Menschen den Kürzeren gezogen hätten. Warum? Ganz einfach. Mir ist noch kein erfolgreicher Kompakt-Kraft-Athlet bei Mittel- und Langstreckenläufen untegekommen. Und um einem Säbelzahntiger  davon zu rennen, dürften 100m Sprint nicht reichen. Ein Mamut dagegen, kann ich auch auf einen Schlitten wuchten und ziehen. Das muss ich mir nicht auf die Schultern legen.
Überlegene Körperkraft alleine ist kein Selektionsvorteil. Vor allem nicht Unabhängig von sich verändernden Lebensbedingungen und Lebensumständen.

Es gab offensichtlich andere Selektionskriterien, die den Neandertaler aufs Abstellgleis der Evolution geschickt haben.

Ich denke auch, ein heutiger Usain Bolt würde, hätte er auf entsprechendenm Gelände trainiert, auch dort seine läuferische Überlegenheit zeigen.

Großes Gehirn, bessere kognitive Fähigkeiten, der zunehmende Einsatz komplexerer Werkzeuge, ein besseres Immunsystem (!), gesteigerte Körpergröße (man sieht den Säbelzahntiger eher), ein besseres Verhältnnis Kraft : Gewicht : Körpergröße : Ausdauer; das alles hat den modernen Menschen Überlegen gemacht. Einige verbreitete Life-Style-Entgleisungen heute, sollte man nicht der Spezies des modernen Menschen zum Nachteil anrechnen. Es gibt nur keine ausgemachten Fressfeinde für den modernen Menschen mehr, die hier als selektierendes Korrektiv eingreifen könnten. Das müssen heute Diabetes, Krebs, Bluthochdruck, Herzkerislauferkrankungen und Metabolisches-Syndrom übernehmen. "Dank" moderner Resignationsmedizin aber auch nur mehr oder weniger Lückenhaft. Einen Darvin-Award werden die wenigsten Betroffenen damit erringen (sehr zum Nachteil des menschlichen Genoms).

Aber wie gesagt, das sind für mich keine grundsätzlichen Aspekte, um an der Überlegenheit des modernen Menschen als Solches über den Neandertaler zu zweifeln.

Die Zeit wird es zeigen, ob und wann wir von der Evolution durch etwas "Besseres" (was immer dann die Kriterien sein mögen) abgelöst werden.

 

LG,
Thorsten

 

Gefällt Mir Button
0 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Reinhard S.
Beiträge: 164
Angemeldet am: 26.08.2015
Veröffentlicht am: 10.07.2016

Ich kann mich den Ausführungen von Günther nur anschliessen. Die aktuellen Leistungstabellen des dt. Sportabzeichens dokumentieren die zivilisatorisch und kulturell bedingte Minderleistungsfähigkeit des modernen Homo sapiens auch eindrücklich.

3000m in ca. 15 Min. für jüngere Männer oder 100m in ca. 14 Sek. Come on, diese Werte haben wir schon als Jugendliche in den 1970ern ohne spezifisches Training deutlich unterboten, sogar als Nichtsprinter.

Ein spezialisierter Ausnahmekönner wie Bolt hätte in einem virtuellen Sprint gegen den Durchschnitts-Neandertalermann nicht den Hauch einer Chance. Dessen enorme (Bein)Muskulatur mit den im Vergleich zu Primaten langen Beinen liessen ihn wahrscheinlich Endgeschwindigkeiten von ca. 50km/h erreichen. Das wären dann 100m unter 9 Sek. Das ist keine steile These.

Und auch heutige Gewichtheber und Kraftsportler könnten nur noch staunen über die enormen Kraftwerte unserer Urahnen.

Gefällt Mir Button
5 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 141
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 09.07.2016

Ja, uns Nachfahren des Neandertalers gibt es noch. Aber sind wir deshalb jetzt „besser“?

Seit wir vor etwa 10.000. bis 5.000 Jahren begannen, uns an den Acker zu setzen, Getreide anzubauen und sesshaft zu werden (viele bezeichnen das heute als den größten Fehler der Menschheit), begann auch der Selektionsdruck allmählich und immer stärker abzunehmen. Mit dem Ergebnis, dass sich heute auch fortpflanzen und seine Gene und epigenetischen Programmierungen weitergeben kann, wer es unter steinzeitlichen Bedingungen nie bis ins reproduktionsfähige Alter geschafft hätte – mit entsprechend negativen Auswirkungen auf den menschlichen Genpool insgesamt. Von der Bevölkerungsexplosion erst gar nicht zu reden.

Man möge mich aber bitte nicht falsch verstehen! Selbstverständlich ist jedes einzelne Leben vorbehaltlos wert, gelebt zu werden. Jeder hat zweifelsfrei das Recht, sich fortzupflanzen und eine Familie zu haben. Keine Frage! Und natürlich will sich heute keiner mehr freiwillig dem einstigen Selektionsdruck unterwerfen (vulgo: in unbeheizten, ungeschützten Räumen leben und ständig gegen das Verhungern ankämpfen müssen). Aber für den menschlichen Genpool ist das insgesamt keine Verbesserung gewesen (obwohl es natürlich hypothetisch mal sein könnte, dass sich die Umweltbedingungen sprungartig so ändern, dass dann gerade die Übergewichtigen mit degenerierten Bewegungsapparaten, Raucherlungen und ausgeprägtem Smartphone-Daumen die größten Überlebens- und Fortpflanzungschancen hätten – allerdings übersteigt das mein Vorstellungsvermögen, sodass das für mich mal keine Option darstellt).

Wir halten uns – den heutigen Menschen – aufgrund einzelner Spitzenleistungen fälschlicherweise für die Krönung der Schöpfung. Ja, wir haben uns die Erde untertan gemacht. Ja, wir können zum Mond fliegen. Ja, wir können die 100m deutlich unter zehn Sekunden sprinten. Und ja, wir haben uns so Dinge wie die Relativitätstheorie ausgedacht. Aber sind das wirklich „wir“ gewesen? Mitnichten! Das waren und sind ganz wenige herausragende Einzelleistungen von ganz weit entfernten Verwandten. Der heutige Durchschnittsmensch ist hingegen sowohl kognitiv als auch körperlich dem durchschnittlichen Mitglied einer Jäger&Sammler-Gesellschaft deutlich unterlegen. Denn wer von uns war schon auf dem Mond, wer von uns rennt die 100m unter zehn Sekunden und wer kann die Relativitätstheorie so erklären, dass man erkennt, er hätte sie durch und durch verstanden? Nahezu niemand!

Klar, damals gab es wohl niemanden, der auf einer befestigten, schnurgeraden, ebenen, genau vermessenen Bahn gegen einen Usain Bolt eine Chance gehabt hätte (zumindest hätte damals niemand einen Sinn darin gesehen, das mal zu probieren). Aber auf 150m kreuz und quer durch die Steppe hätten mindestens neun von zehn steinzeitlichen Jägern & Sammlern den Usain Bolt geschlagen (vor allem auch deshalb, weil sich Usain bereits nach 5 Metern im unebenen, ungewohnten Terrain dermaßen verknöchelt hätte, dass er dem „Säbelzahntiger“ als erster zum Opfer gefallen wäre :-) ). Und die Relativitätstheorie war damals relativ irrelevant (was sie auch heute noch ist).

Beim heutigen Menschen ist der Abstand zwischen Spitzenleistung durch einzelne Exemplare einerseits und breite Durchschnittsleistung bzw. Minderleistung auf der anderen Seite enorm groß, während man von fast jedem x-beliebigen Mitglied eines Jäger&Sammler-Stammes erwarten konnte, dass er die allgemeine (Durchschnitts)Leistung locker erbringen würde. Ja, die Durchschnittsleistung lag unter unseren heutigen Spitzenleistungen. Zweifelsfrei. Allerdings hat diese Durchschnittlsiestung damals auch (fast) jeder erbracht. Weil er sie erbringen musste, um bis ins fortpflanzungsfähige Alter zu überleben, sich fortzupflanzen und die Brut noch lange genug aufziehen zu können! Und diese Durchschnittleistung (mit sehr geringer Standardabweichung) lag deutlich über der heutigen Durchschnittsleistung (mit viel größerer Streuung). Bei uns heute reicht eine deutlich geringere als die damalige Durchschnittsleistung locker aus, um zu überleben und sich fortzupflanzen. Und die diesbezüglich erforderliche Leistung wird weiterhin kontinuierlich geringer. Mit den bereits erwähnten negativen Konsequenzen für den menschlichen Genpool insgesamt.

Ja, wir leben noch. Aber um welchen Preis?!

Dass ein Strunz auch nur eine müde Mark mit so etwas Banalem wie „Beweg dich, iss richtig und stress dich nicht!“ verdienen konnte, zeigt ja deutlich, in welch zweifelhafte Richtung sich die Menschheit bereits entwickelt hat. Ja, gut, „wir“ können zum Mond fliegen. Nur was hab ICH jetzt konkret davon, wenn mich grad die Bandscheibe zwickt, weil ich schon wieder gegen meine Natur verstoßen habe, indem ich nur blöd vorm Computer sitze anstatt zu tun, was jeder Neandertaler ohne nachzudenken (und zwangsläufig) getan hat? Nix hab ich davon!

Ah, okay, die Gefahr, dass heute noch ein Säbelzahntiger bei meiner Türe hereinstürmt und mich fressen will, ist vergleichsweise gering. Ich möchte daher doch lieber nicht mit dem Neandertaler tauschen. Bin aber gleichzeitig froh, dass ich mich mit keinem von ihnen messen muss. Denn dieses Match würde ich auf der ganzen Linie verlieren. Und Du übrigens auch! Ja, auch Du da drüben! Na und Du sowieso! Doch, doch, Du da hinten auch, glaub mir! ;-)

Gefällt Mir Button
9 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 09.07.2016

"Muskulatur, Kraft und Leistungsfähigkeit beispielsweise der Neandertaler waren der unseren dermassen himmelhoch überlegen, dass sie uns Nachfahren wie Schwächlinge aussehen lassen."

Ja, aber uns Nachfahren gibt es noch...

Gefällt Mir Button
0 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Reinhard S.
Beiträge: 164
Angemeldet am: 26.08.2015
Veröffentlicht am: 09.07.2016

Ich glaube schon, dass die Urmenschen als Jäger und Sammler sehr oft, jeden Tag viele Stunden, wenn auch nicht 16 Stunden, in Bewegung waren. Jedenfalls bis zu den Anfängen des Ackerbaus vor ca. 12 - 10 TJahren waren sie praktisch immer auf Nahrungssuche für sich, die Sippe und Familie. Ohne Bewegung kein (Über)leben. Ist in unseren Genen so verankert. Deshalb glaube ich an das Glück der täglichen intensiven Bewegung (=Sport).

Muskulatur, Kraft und Leistungsfähigkeit beispielsweise der Neandertaler waren der unseren dermassen himmelhoch überlegen, dass sie uns Nachfahren wie Schwächlinge aussehen lassen.

Gefällt Mir Button
2 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Max M.
Beiträge: 241
Angemeldet am: 26.09.2013
Veröffentlicht am: 08.07.2016

Thorsten, dafür machst du an anderen Tagen, ich vermute: an zwei, Krafttraining, du bist also nicht gemeint.

Unser Kaninchen hat ein relativ großes Gehege und es läuft tatsächlich jeden Morgen ein paar Runden und springt dabei in die Luft. Auf die Regelmäßigkeit kommt es an ...

 

 

Gefällt Mir Button
7 Personen gefällt dieser Beitrag
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 593
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 08.07.2016

Es kommt doch erheblich darauf an, was ich bezwecken will, mit meiner Bewegung/Sport.

Zum Einen ist Bewegung nicht automatisch Sport und Sport ist auch nicht automatisch Training.

Sich jeden Tag ausreichend zu Bewgen ist natürlich eine gute und gesunde Sache. Sport kommt da aber im Allgemeinen obendrauf; muss dann auch nicht täglich sein, sondern je nach Intensität ist durchaus 2-3x pro Woche gut und ausreichend (Regeneration!!!).

Ich stimme Gundula zu, Tiere, zumindest die, die ich kenne, sind nicht pausenlos in Bewegung. Weder die Feldhasen und Rehe, die ich beim Laufen sehe, noch meine Hunde. Auch nicht der Rote Milan, der oft über unseren Köpfen kreist. Der läßt sich Bewegen, der kreist ruhig und unangestrengt mit nur gelgentlichen Flügelschlägen. Selbst die Frösche in unserem Teich sitzen die meiste Zeit des Tages nur so herum und warten auf ein nahrhaftes Insekt. Dauerbewegungsdrang: Fehlanzeige.

 

@ Max: "Und ein Couchpotatoe, der 3 x die Woche läuft, versteht das nicht - immer mit der Ruhe ..."

Schönen Dank auch für das "nette" Kompliment. Ich laufe in der Tat 3x die Woche. Ich bilde mir aber trotzdem ein, ein gewisses Verständnis diesbezüglich aufbringen zu können {#emotions_dlg.tongue_out}{#emotions_dlg.wink}.

 

LG,
Thorsten

 

Gefällt Mir Button
4 Personen gefällt dieser Beitrag

1 bis 20 von 24     Sortieren:  Neuester Ältester

pro Seite
Seite:
  1. 1
  2. 2
  Sie haben  Lesezeichen