FGf21 - News v. 18.10.2016

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Thema FGf21 - News v. 18.10.2016

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Veröffentlicht von: medicus
Beiträge: 8
Angemeldet am: 13.05.2016
Veröffentlicht am: 20.10.2016

FGF21 ist ja auch nur ein Faktor neben vielen (IGF, Klotho), welche negativ oder positiv mit dem Alterungsprozess/Langlebigkeit stehen. In den USA haben Kliniken bereits angefangen ältere Menschen mit dem Blut(-plasma) jüngerer Menschen zu therapieren, da sind natürliche ganze Cocktails an Faktoren drin.

Die einzigen Methoden dem Altern auch nur annäherend ein Schnippchen zu schlagen, zumindest im Tiermodell, sind entweder die Kalorienrestriktion, Fasten oder aber Medikamente wie Rapamycin (mTOR Hemmung) oder Metformin (auch mTOR Hemmung über AMPK), welche auch Pathways treffen aus dem Wachstums- bzw. Kaloriensensorik Bereich (hier auch SIRT NADPH/NAD+).

So stellt sich die Frage wieso Wachstum, Kalorienaufnahme und Alterungsprozess so miteinander verknüpft sind? Eine Antwort wäre die evolutionäre Verknüpfung von Proteinen bzw. Regulatoren mit neuen Aufgaben. Die Hydra ist ein kleines Tierchen, das beispielsweise keine Alterung zeigt, bei ihr das Protein FOXO nur für die Regeneration von Stammzellen und Gewebe zuständig.

Bei anderen Lebewesen aber "sparte" die Evolution und gab dem FOXO Protein (und seinen diversen Variationen) noch mehr Aufgaben, darunter auch Blutzuckerregulation, Stoffwechsel etc. Eine Theorie besagt, dies hätte das Konzept der Alterung hineingebracht: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24142536 

Genetische Studien sehen eigentlich hauptsächlich nur ein Gen bzw. Protein eng korreliert mit der menschlichen Lebensspanne: FOXO3: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25832544 

Das FOXO3 wiederum ist eine Art Schalter für Entzündungsprozesse, Apoptose von entarteten Zellen, Regeneration, witzigerweise stehen diese wiederum mit dem Alterungsprozess eng in Korrelation, Inflammaging als ein Stichwort. Hier ist ein sehr neues Paper dazu: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4783344/pdf/ACEL-15-196.pdf 

Ich denke es ist also lohnenswert insbesondere diesen Signalweg zu verfolgen. Interessant sind auch die Senolytics, Wirkstoffe wie Quercetin, die seneszente Zellen abtöten.Generell ein wirklich spannendes Thema {#emotions_dlg.laughing}, jeder der sich dafür sehr begeistern kann sollte sich auch mal das SENS Projekt anschauen oder mal die deutsche Vereinigung Forever Healthy, welche das SENS Projekt unterstützt.

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Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 578
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 19.10.2016

Markus, danke für den Link zur Originalarbeit.

Sehr interessant:
"We show that FGF21 was elevated under low protein intakes and maximally when low protein was coupled with high carbohydrate intakes."

 Man könnte jetzt sagen "Lächeln wir uns wieder an, liebe Leserinnen, liebe Leser, schütteln den Kopf und wissen Bescheid. Selektive Wahrnehmung. Lügen durch Weglassen. Die Welt in Ihrem Lauf… "

Oder aber einfach eingestehen, dass die Zusammenhänge und (Aus)Wirkungen noch längst nicht gut genug verstanden sind, um ein Urteil zu fällen. Und, natürlich, dass es auch hier wieder einmal offensichtlich nicht um ein bloßes Extremwertproblem geht ("Ich will möglichst viel von Substanz A und möglichst wenig von Substanz B im Blut/Körper haben"), sondern um ein Optimierungsproblem; wobei für jeden individuell die Lage dieses Optimums aufgrund seiner persönlichen Präferenzen (Gesundheit, Firness, Leistungsfähigkeit, Langlebigkeit, Gewichtsverlust/balance) wo anderers liegt.

Entspannte Grüße,
Thorsten

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Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 19.10.2016

Übrigens macht FGF21 die Zellen auch insulinsensitiver

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26144370

 

Und es gibt ein häufiges Allel (Mutation), das den Träger besser auf Highcarb-Diäten ansprechen lässt:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27581055

 

Und sowohl zu hohe wie auch zu niedrige Werte sind mit erhöhter Sterblichkeit bei Herzkreislaufkrankheiten assoziiert

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27662438

PS: Wen die in den News erwähnte Originalarbeit interessieren sollte:

http://bit.ly/2esExwy


 

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Veröffentlicht von: Michael M.
Beiträge: 40
Angemeldet am: 21.05.2016
Veröffentlicht am: 18.10.2016

Super Beitrag! 

Meister des Weglassens sind ja andere ;-)

Protein-Restriktion fehlt noch auf der Liste: 

https://www.jci.org/articles/view/74915

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26330054

Witzigerweise noch ein sehr passendes Zitat aus der ersten Arbeit: 

These and other data demonstrate that reduced protein intake underlies the increase in circulating FGF21 in response to starvation and a ketogenic diet and that FGF21 is required for behavioral and metabolic responses to protein restriction." 

In anderen Worten: Eine „high protein ketogenic diet" (Wie soll das lt. Strunz eigentlich funktionieren?) funktioniert dann schon mal nicht mehr. 

Ja, ja. 

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Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 578
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 18.10.2016

Na das sind ja mal wieder tolle News.

Da hat man also ganz neu eine ganz tolles Hormon gefunden, dass uns länger leben läßt.

Und die Ausschüttung dieses Hormons funktioniert mit bzw. trotz verschiedenster Ernährungsformen (ketogen, Carbs, fasten, überfressen).

Klar, da springt die Presse natürlich auf und sagt "Ätsch, geht auch mit Kohlenhydraten". Und genauso natürlich sagt Dr. Strunz "Bäh, lernt erst mal lesen und umfassen zu Berichten".

Und ich? Ich frage mich, wie unterscheidet sich denn die Stimulierungshöhe / Ausschüttungsmenge unter den verschiedenen Voraussetzungen? Was sorgt denn für die stärkste Ausschüttung von FGF21? Carbs? Ketogene Ernährung? Fasten? Überfressen? Hier einseitig in die eine oder andere Richtung zur argumentieren, ohne die Relationen darzustellen ist für mich genauso "Selektive Wahrnehmung. Lügen durch Weglassen."

 

Aber zurück zum neuen(?) Wunderhormon FGF21. Es ist natürlich auch nicht der heilige Gral der Gesundheit und Langlebigkeit
http://www.news-medical.net/news/20120207/FGF21-hormone-causes-significant-and-rapid-bone-loss-in-mice.aspx

Andereseits soll es das Verlangen nach Zucker /Süßem und auch Alkohol regulieren:
http://www.cell.com/cell-metabolism/abstract/S1550-4131(15)00618-X
http://www.cell.com/cell-metabolism/abstract/S1550-4131(15)00623-3

Wenn es durch so unterschiedliche Interventionen ausgeschüttet wird (s.o.), stellt sich mir die Frage, warum wirkt es dann offensichtlich so oft nicht so, wie es eigentlich sollte (den Japp auf Zucker/Süßes und Alkohol reduzierend)? Meine Schlußfolgerung ist, dass es nicht nur auf den entsprechenden Hormonspiegel ankommt, sonder auch auf seine Wirksamkeit, sprich Sensitivität bzw. Resistenz. Ganz analog  zu Insulinresistenz und Insulinsensitivität oder Leptinresistenz bzw. -Sensitivität.

Wer hier ein neues Wundermittel sieht, hat meiner Ansicht nach mal wieder etwas zu simpel gedacht und den Kontext aus dem Blick verloren.

LG,
Thorsten

 

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