Fruktose vs. Glukose

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Veröffentlicht von: Robert K.
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Angemeldet am: 14.01.2017
Veröffentlicht am: 03.05.2017
 

Hallo Thorsten,

ok, danke für die Info. Ich meide alles an Brot/Getreide komplett und vermisse es manchmal. Die GlutenUV hilft jedoch beim Meiden ;-)

Ich denke, ich komme auf 100-150g Carbs a day. Aber ich will mal wieder Abends eine Scheibe Brot einphasen (glutenfreies), da ich Probleme mit dem Durchschlafen habe und Kuklinski andeutet, dass das an einem zu niedrigen Glukosespiegel liegen könnte und empfielt ein "Nachtstück" Brot mit Butter beschmiert kurz vor dem Schlafengehen...

Insgesamt schaue ich eben recht kritisch auf die von mir zusammengetragenen Punkte zum Thema "zu viel" Glukose im Blut. Daher sehe ich die Grenze bei 150g...mache aber auch keinen Leistungssport odre Marathon, wo man sich die Speicher leer fährt/läuft.

VG

Robert

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 03.05.2017
 

"Isst Du denn eigentlich noch Brot bzw. Getreideprodukte?"

Grundsätzlich ja. Aber in deutlich reduziertem Maße. Brot ist in aller Regel selbst gebacken und ordentlich mit Chia, Leinsamen, Kürbiskernen oder anderen Kernen angereichert. Zusätzlich hoher Vollkornanteil (Ballastoffe).
Davon gibt es in der Regel eine Scheibe pro Tag.

Sonntags kommen dann auch mal Weißmehlbrötchen auf den Teller. Die weide ich aber vor dem Belegen und Verzehr zur Freude meiner Hunde erst mal aus (die bekommen das fluffige "Innenleben". Ich habe dann eine schöne "Kuhle", die ich mit Salat, Aufschnitt, Käse und Ei füllen kann {#emotions_dlg.wink}.

Auch um Nudeln und Pizza (selbstgemacht) mache ich keinen großen Bogen. Verglichen mit der Zeit von vor 3 Jahren habe ich meinen Konsum aber mehr als halbiert (und mein Sportpensum mehr als verdoppelt). Beides vertrage ich sehr gut.

Meine KH-Aufnahme bewegt sich im Bereich 150-250g/d, durchaus abhängig von den anliegenden Sporteinheiten.

LG,
Thorsten

 

 

Veröffentlicht von: Robert K.
Beiträge: 339
Angemeldet am: 14.01.2017
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

@Thorsten: Genau das habe ich mich auch gefragt. Ich hatte das mal leihenhaft so mitgenommen, dass die Leber sich jedes "Stöffche" anschaut und entscheidt: Du darfst in den Blutkreislauf, Du nicht.

Aber ob das wirklich so zutrifft, wäre interessant. Müßte man ggf. ein wenig im Horn/Silbernagl rumblättern. Dann wäre der Schaden der Fruktose auf die Leber beschränkt, was schlimm genug wäre.

Isst Du denn eigentlich noch Brot bzw. Getreideprodukte?

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

Danke Markus.

Ich lerne immer gerne dazu {#emotions_dlg.wink}

Bleibt die Frage, ob die Leber Fruktose gleich im ersten Durchlauf (nahezu) vollständig aus dem Blut heraus bekommt.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 684
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

@thorsten

 

http://flexikon.doccheck.com/de/Pfortaderkreislauf

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

"Wobei man sich jetzt fragen muss: Zirkuliert die [Fruktose] überhaupt im Blutkreislauf? Oder wird die in der Leber direkt nach der Aufnahme über Darm rausgefiltert? Dann wäre diese 10x stärker ablaufende Reaktion "nur" auf den Bereich Leber beschränkt ?!"

In meiner lainehaften Vorstellung vom Blutkreislauf sehe ich, dass die gesamte Blutmenge immer, in jedem Umlauf, komplett durch Herz und Lunge geführt wird, aber nicht durch die Leber. Diese wird immer nur mit einem Teil-Blutstrom beaufschlagt.
Damit kann vom Darm aufgenommenen Fruktose mit dem Blut erst mal eine Weile im Körper zirkulieren, bervor die gesamte "Fruktose kontaminierte" Blutmenge durch die Leber geflossen ist. Darüber hinaus bezweifle ich, dass die Leber gleich im ersten Durchlauf 100% Fruktose aus dem Blut heraus fischt. Ich gehe davon aus, dass die Leber pro Durchlauf nur eine gewisse Menge bzw. einen gewissen Anteil an Fruktose aus dem Blutstrom heraus holt.
Damit wären mehrere/viele Blutumläufe nötig, um die Fruktose aus dem Blutstrom zu entfernen. Während dieser Zeit kann die Fruktose dann "fröhlich" Proteine verzuckern und AGEs bilden. Bei einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Jahres-Zuckerverbruch von ~32kg (De) bis 72kg (Kuba) braucht man sich über negative gesundheitliche Auswirkung nicht mehr wirklich zu wundern.

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

Hallo Robert,

freut mich, dass dir das Video gefallen hat.

Ebenfalls sehenswert sind auch "The Complete Skinny on Obesity" und "Fat Chance: Fructose 2.0".

Keys Fehler in Stastik sind ein Punkt, ein anderer ist, das Keys gezielt nur die Länder für sein Diagramm ausgewählt hat, die das zeigen, was er zeigen wollte. Keys hatte auch Daten von weiteren Ländern, die aber nicht in seine schöne Kurven gepasst hatten.

 

"Ja, Glukose können wir verarbeiten, aber zu viel an Glukose ist auch extrem schädlich. Thema Pizza, Brot, Kuchen, Nudeln..."

Extrem? Natürlich gilt für Glukose und KHs das gleiche, wie es grundsätzlich für alle Substanzen gilt: Natürlich gibt es auch ein Zuviel davon. Und zuviel von "Egal-Was" ist immer schädlich. Schließlich geht es ja nicht um ein Maximierungs- oder Minimierungsproblem, sondern um ein Optimierungsproblem (der Körper soll optimal versorgt sein um alle Aufgaben erledigen zu könne und allen Anforderungen begegnen zu können).
Das Optimum ist dann sicher auch noch von persönlicher Veranlagung und Lebensstil abhängig. Der Ausschluß einer kompletten Nährstoffgruppe kann aber meiner Meinung nichts mit einem Optimum zu tun haben.

Interessant ist ja auch der Zusammenhang, nicht nur was man isst, sonder auch wie und wann (IF). Sehr schön ausgeführt von Dr. Frank Madeo in einem Vortrag über Langlebigkeit.

 

Mit Kanonen auf Spatzen schießen ist sicher effektiv, aber nicht effizient oder sinnvoll (und schafft anderweitige Probleme).

Genauso sehe ich es auch mit dem Bann von KHs. Alle weglassen mag in Bezug auf eine bestimmte Problemstellung effektiv sein, aber nicht notwendiger Weise effizient oder langfristig sinnvoll (und schafft u.U. anderweitige Probleme).

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: Robert K.
Beiträge: 339
Angemeldet am: 14.01.2017
Veröffentlicht am: 01.05.2017
 

Hallo Markus,

interessante Links. Somit führt die Fruktose zu einem wesentlich stärker Effekt der Plaque-Bildung. Wobei man sich jetzt fragen muss: Zirkuliert die überhaupt im Blutkreislauf? Oder wird die in der Leber direkt nach der Aufnahme über Darm rausgefiltert? Dann wäre diese 10x stärker ablaufende Reaktion "nur" auf den Bereich Leber beschränkt ?!

Muss mit wohl doch auch noch das Buch von R.Lusitg kaufen :)

Ich habe aber noch ein paar weitere Fakten zum Faktencheck hier für Euch, warum Zucker und da auch die Glukose schlecht sind:

1.

Zucker führt zu einer starken Anregung der Nebenniere, diese produziert ggf. 300% mehr Hormone, was irgendwann zur Nebennierenerschöpfung führt (aus Pur,Weiß, Tödlich)

2.

Der Cholesterinspiegel und die Triglyceride steigen an (aus Pur,Weiß, Tödlich)

3.

Die Mitochondrien werden überlastet, kommen nicht nach, die Kohlenhydrate zu verbrauchen (siehe Kuklinski, Seite 100). Es kommt zum Pyruvat/Laktatstau und ggf. zur Laktazidose.

4.

Das fand ich sehr interessant:Der Körper nimmt bei gleichzeitiger Aufnahme von Eiweiß und Zucker weniger Eiweiß auf, sprich die Eiweißaufnhame sinkt (aus Pur,Weiß, Tödlich)

5.

Ein hoher Glukosespiegel führt dazu, dass weniger Vitamin C von den Zellen aufgenommen wird (siehe Vitamin C, The real Story).

Und noch einen:

6. Zucker übt einen sogenannten osmothischen Druck aus (das ist der Effekt von Salz auf Gemüse streuen und zusehen, wie sich Wasser „bildet“). Dieser osmothische Druck reizt die Magenschleimhaut (siehe ebenfalls Pur,Weiß, Tödlich)

Nur um deutlich zu machen: Ja, Glukose können wir verarbeiten, aber zu viel an Glukose ist auch extrem schädlich. Thema Pizza, Brot, Kuchen, Nudeln...

 

Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 684
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 30.04.2017
 

Glycosilierung ("AGE formation") durch Fruktose

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3132203

http://www.jbc.org/content/264/7/3674.abstract

http://fisherpub.sjfc.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1001&context=doctoral_ext_pub

 

hohe Serumeisenwerte beschleunigen diese Reaktion besonders- die vom Doc empfholhenen 300 ng/ml Ferritin dürften dem also nicht dienlich sein

 

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7599353

Veröffentlicht von: Robert K.
Beiträge: 339
Angemeldet am: 14.01.2017
Veröffentlicht am: 30.04.2017
 

Ich habe auf den Rat Thorstens gestern Abend den Beitrag von Dr. Robert (guter Vorname) Lustig, welches auf Youtube verfügbar ist, komplett angeschaut (Sugar: The bitter truth). Wer einigermaßen gut Englisch kann eine absolute Empfehlung.

Er stellt u.a. klar, was viele wussten: Fruktose wird komplett anders verstoffwechselt als Glukose. Das wussten "wir" schon.

Was mir noch nicht so klar war:

Er stellt Fruktose auf das exakt gleiche Level wie Alkohol (Ethanol); einzige Unterschied: Alkohol wird im Hirn verstoffwechselt, Fruktose nicht. Daher die "netten Effekte" durch Alkohol.

Aber eine Dose Cola setzt die gleiche Menge Fett an wie eine Dose Bier. Das war schon erstaunlich für mich. Er meint, niemand käme auf die Idee, einem Kind eine Dose Bier zu geben. Eine Dose Cola ist leider genaus schlimm.

Erschreckend war, dass KoksKola (um keine Namen zu nennen) inzwischen Salz in die Cola mixt, damit man weiterhin Durst hat. Und das nicht zu knapp.Schmecken tut man das nicht wegen dem vielen Zucker. Krass.

Lustig sagt: "Die wissen genau was sie tun".

Die Fruktose im Obst wird durch die Balaststoffe (fibers) ein wenig entschärft. Sprich Obst an sich essen ist lt. Lustig ok; man soll es nur nicht übertreiben.

Fruktose erfüllt alle Bedingungen eines GIFTs. Wie Alkohol. Es wird nur in der Leber abgebaut. Es führt zur Fettleber. Es bildet massiv VLDL, was der Körper einlagert.

Das ist der Grund, warum man keine Fruktose aus Säften oder als Zucker (ist halb halb Fruktose + Glukose) zu sich nehmen soll. Bzw. warum Zucker total verboten sein sollte.

Wo ich dem guten Dr. nicht so zustimmen kann bzw. inzwischen andere Erfahrung gemacht habe, ist mit Glukose. Mir geht es durch die reduzierte Aufnahme von Glukose (sprich LowCarb mit <=150g als Tagesziel) deutlich besser als "vorher", wo ich idR schon im Frühstück ca. 200g Glukose zu mir genommen habe (2 St. Brot mit Honig oder Marmelade).

Früher hatte ich nach ca. 3 Stunden wieder Hunger.

Heute: Frühestens nach 5 Stunden (ich frühstücke in der Regel einen Pancake aus Mandel- / Kokos- / Leinmehl mit 2 Eiern, einen Apfel, Bacon, Zimt, Vanille. Und dann ein paar Tropfen Honig wenn fertig.

Das ganze in Kokosöl ausgebraten.

Da habe ich mindestens 5h Ruhe. Ich kann so auch 6-7h durchhalten. Nach Müsli oder eben Brot habe ich nach 3h Stunden schon was Essen müssen, da ich sonst "aggresiv" wurde...und Kopfweh bekam.

Somit stimme ich da mir meinem Namensvetter nicht überein, dass Glukose total "ok" ist. Ja, es scheint nicht im Ansatz so gefährlich zu sein, wie Fruktose. Das ja. Aber Glukose führt immer noch zu den vom Dr. Strunz beschriebenen Schwankungen am Blutzucker und Insulinspiegel, die ich gern vermeiden möchte. Da sonst zu früh wieder "Hunger" gefunkt wird im Körper.

Was ist Eure Erfahrung? Wie seht Ihr die Fakten

VG

Robert

PS: Ach ja, er sagt in der Tat, dass Fruktose 7x schlimmer die Maillard Reaktion hervorruft, sprich die Bildung von Plaque. Aber ich hätte gern noch eine Studie dazu :-) ...

PPS: Und er erklärt, warum Keys damals 1971 mit seiner Studie vollkommen falsch lag. Weil er keine Ahnung von Statistik hatte. Schade eigentlich...

 

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