Gewichtszunahme

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Veröffentlicht von: Cornelia K.
Beiträge: 5
Angemeldet am: 22.05.2017
Veröffentlicht am: 22.05.2017
 

Dieses zwanghafte "ich muss mir Proteine unbedingt zuführen" verursacht doch unnötig stress. Es geht auch ohne. Schonmal vom Intermettierendes Fasten was Gehört? Da isst du einmal am Tag dafür aber was du willst. Da muss nicht mal auf Protein geachtet werden. Gibt bei Youtube genügend beispiele von personen, die erst durch diese Art von Ernährung richitg Muskeln aufgebaut haben, während sie zuvor schon ewig trainierten, das Muskelwachstum sich aber einfach nicht einstellen wollte. Nu so als Tipp. 

Es bedarf zwar eine Ernährungsumstellung aber ist sehr effektiv und sicher nicht so stressig als krampfhaft zu schauen, dass man seine Proteine zusammenbekommt. {#emotions_dlg.smile}

 

Mein Freund macht das jetzt schon ein jahr mit regelmäßigem Training (3-4 mal die Woche) und hat einen ordentlichen Schub an Muskeln dazugewonnen.

Veröffentlicht von: Silvia B.
Beiträge: 103
Angemeldet am: 02.03.2011
Veröffentlicht am: 03.05.2017
 

Um dem ganzen Theoretisieren etwas Praxis entgegen zu setzen, habe ich mich entschlossen, dem Hinweis von Ulli St. zu folgen:

"Ggf. zusätzlich auch mal einen Fastentag einlegen. Ich habe noch von niemandem gehört, bei dem das nicht funktioniert hat. Man muss es halt mal konsequent durchziehen. Aber da sind die Meisten leider viel zu zögerlich. :("

Sowohl am vergangenen Donnerstag, als auch am Montag habe ich nichts gegessen. An  den Tagen dazwischen habe ich mich KH-arm ernährt. Gestern waren 2 kg verschwunden.

Natürlich wird das nun nicht alles Fett sein, es ist aber für die Psyche sehr hilfreich und lässt mich hoffnungsvoll weitere Tage durchstehen, an denen ich nichts esse. Heute ist wieder so ein Tag.

Es fällt mir sogar relativ leicht und tut gut.

Als ich im Dezember 2016 den Geheimplan 20 Tage durchgehalten hatte, waren lediglich 3 kg verschwunden.

Sollte Interesse bestehen, werde ich weiter berichten.

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

Hallo Stefan,

ich hab mir mal die Zeit genommen, mich nochmal mit deinen Ausführungen auseinadner zu setzen.

"da es formuliert, dass T3 neben der Funktion als SD Aktivitaetsindikator auch andere Funktionen hat, die in Zus.-hang mit Blut-Glukose-Level und Insulin stehen"

Das ist kein Widerspruch zu meinen Ausführungen, dass LC/NC zu abfallenden SD-Hormon Spiegeln (vor allem fT3) führen kann.

"Grundsaetzlich wollte ich nur klarstellen, dass richtig implementiertes LC eben nicht notwendigerweise zu SD Problemen fuehrt."

Dafür finde ich in dem von dir angeführten Text keinen Hinweis.

 

"Proponents of the idea that the reduced levels of T3 associated with low-carb diets cause the symptoms of hypothyroidism have yet to offer an explanation as to why this reduction takes place, perhaps with good reason."

Es ist durchaus nicht unüblich in der Wissenschaft, dass man eine Beobachtung macht und Zusammenhänge entdeckt, ohne gleich alle Wirkmechanismen parat zu haben. Das negiert aber nicht die Beobachtung /Zusammenhänge.

"One of the functions of T3 is its role, along with insulin, in lowering blood sugar by transporting glucose from the bloodstream into individual cells.
Other things equal, lower levels of dietary carbohydrate mean lower levels of blood sugar. The simplest and most plausible explanation for the lower levels of T3 that accompany low-carb diets is that the amount of T3 required to perform all of its functions is now less."

Witzig, dass der Text aber gleich eine mögliche Erklärung mitliefert. Es steht unter LC weniger Glukose zur Verfügung, daher können (bzw. müssen) auch alle Pfade zur zellulären Glukoseaufnahme heruntergefahren werden (=> Insulin absenken, Insulinsensitivität herabsetzen, T3 reduzieren), damit es nicht zu einer Unterzuckerung kommt. Klingt plausibel.


"Ironically, both T3 and insulin are reduced by a low-carb diet, apparently for the same reason, but you’d be hard-pressed to find someone who referred to this as an “insulin deficiency”."

Meistens wird das dann als physilogische Insulinresistenz bezeichnet.

"There are anecdotal reports of symptoms of hypothyroidism in those following a low-carb diet that were improved by the isocaloric addition of dietary carbohydrate."

Schön, dass ich so viel Zustimmung erfahre. Der Zustand ("symptoms of hypothyroidism") wird also dadurch verbessert, dass ein größerer Anteil der Kalorienmenge in Form von Carbs zugeführt wird. Da wird LC auf schöne Weise adabsurdum geführt.

"The preponderance of clinical evidence suggests that their symptoms were caused by too few calories"

Hier widerspricht dein Text selber. Erst wird die Situation isokalorisch durch einen größeren Carb-Anteil entschärft und nun soll auf einmal das Kaloriennniveau insgesamt zugering gewesen sein? Dieser Schulßfolgungsspagat erschließt sich mir nicht.

"Attempting to treat the symptoms of hypothyroidism by adding carbohydrate to the diet might offer some improvement via the placebo effect"
Und jetzt auch noch Placebo-Effekt? Hat man den Probanden etwa vorher gesagt "Hey, du bekommst jetzt einen höherern KH Anteil, damit deine Schilddrüse wieder anspringt"?
Dämlicher ginge es vom Studiendesign ja wohl nicht mehr.

Alles in allem ein ziemlich schwacher Versuch, den erst selbst beschriebenen und erklärten Zusammenhang zwischen LC und absinkenden SD-Hormonen zu negieren.

Niedrige SD-Hormone können eine Folge von LC sein und von auch von Kaloriendefizit. Die SD kontrolliert nachhaltig das Energieniveau, auf dem der Körper agiert. Steht wenig Energie zur Verfügung (hypokalorisch) kann auch nur wenig umgesetzt werden (niedriges SD-H).
Steht (zu) wenig KH / Glukose zur Verfügung, muss SD-H auch sinken da sonst u.A. zuviel Glukose in die Zellen geschleust wird und der Blutzuckerspiegel zu stark abfallen kann.

LG,
Thorsten

 

Veröffentlicht von: Stefan W.
Beiträge: 73
Angemeldet am: 11.06.2013
Veröffentlicht am: 26.04.2017
 

Hallo Thorsten,

das hatte ich erwartet, dass Dich das an dem Zitat stoert... Ich wollte es trotzdem einbringen, da es formuliert, dass T3 neben der Funktion als SD Aktivitaetsindikator auch andere Funktionen hat, die in Zus.-hang mit Blut-Glukose-Level und Insulin stehen (und als solche durch LC selbstverstaendlich moduliert werden) .  Findet man auch zb. hier:

online.liebertpub.com/doi/pdf/10.1089/thy.2011.0422

Grundsaetzlich wollte ich nur klarstellen, dass richtig implementiertes LC eben nicht notwendigerweise zu SD Problemen fuehrt.

"Unterm Strich bleibt aber in jedem Fall die Erkenntnis, dass man, wenn eine Intervention nicht in einem realistischen Zeitrahmen zum gewünschten Ziel führt, die Intervention abändern muss oder sich von seinem Ziel verabschiedet."

Stimmt - oder man untersucht, ob die Implementierung der Intervention evtl fehlerhaft war...

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 26.04.2017
 

Hallo Stefan,

wie würdest du ein Zitat aus einer nicht näher benannten und nicht mehr verfügbaren Quelle beurteilen?

Wer sich unterkalorisch ernährt sollte Abnemen; egal was er isst.
Tut er das nicht, werden die zugeführten wenigen Kalorien nicht in vollem Umfang verstoffwechselt sondern eingelagert (-> Gewichtszunahme).
Wenn selbst ein Kaloriendefizit zu Gewichtszunahme führt, kann der Körper offensichtlich nicht im erforderlichen Maße den Stoffwechsel aufrecht erhalten und das zugeführte Energiesubstrat nicht nutzen.

Abhilfe kann nur im Wechsel des Energiesubstrates liegen, oder im Ankurbeln des Stoffwechsels. Letzteres geht z.B. durch exzessiven (Ausdauer)Sport nur begrenzt; der Körper ist dann einfach saft- und kraftlos oder agiert auf so geringem Intensitätsniveau, dass auch nicht nennenswert Energie umgesetzt und der Stoffwechsel gepusht wird. Evtl. hilft/reicht es schon, benötigte Co-Faktoren für einen höheren Stoffwechsel zu ergänzen. Oder man muss auf ein anderes Energiesubstrat wechseln.

Hauptstoffwechsel-/Energieumsatzregulator sind die Schilddrüsenhormone. Wenn da das Niveau (besonders T3) zu niedrig liegt, kommt der Stoffwechsel einfach nicht auf Touren. Wie LC zu geringen Schilddrüsenhormonen führt ist erst mal sekundär. Dass es vielfach so ist zeigen viele verschieden Studien (einige hatte ich verlinkt) und auch anekdotische Schilderungen.

Dass nicht alle Menschen in indentischer Weise betroffen sind liegt in der menschlichen Vielfalt begründet.

Unterm Strich bleibt aber in jedem Fall die Erkenntnis, dass man, wenn eine Intervention nicht in einem realistischen Zeitrahmen zum gewünschten Ziel führt, die Intervention abändern muss oder sich von seinem Ziel verabschiedet.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: Stefan W.
Beiträge: 73
Angemeldet am: 11.06.2013
Veröffentlicht am: 26.04.2017
 

Hallo Thorsten,

"hunderprozentig gegeben" kam mir nur in den Sinn, weil Du dies schoen in mehreren Beitraegen erwaehnt hast. Da bekommt man trotz verwendetem "kann" dieses Gefuehl...

"Diese Einschätzung stützt sich auf welche Erkenntnisse?"

Ich kenne viele, die erfolgreich LC langfristig durchfuehren - keiner scheint Probleme in dieser Richtung zu haben.

Volek und Phinney sind generell eine gute Quelle zu langzeit LC.

Zum T3 bei low carb, hier noch ein Zitat aus einer leider nicht mehr verfuegbaren Website:

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"Proponents of the idea that the reduced levels of T3 associated with low-carb diets cause the symptoms of hypothyroidism have yet to offer an explanation as to why this reduction takes place, perhaps with good reason.
One of the functions of T3 is its role, along with insulin, in lowering blood sugar by transporting glucose from the bloodstream into individual cells.
Other things equal, lower levels of dietary carbohydrate mean lower levels of blood sugar. The simplest and most plausible explanation for the lower levels of T3 that accompany low-carb diets is that the amount of T3 required to perform all of its functions is now less.
Ironically, both T3 and insulin are reduced by a low-carb diet, apparently for the same reason, but you’d be hard-pressed to find someone who referred to this as an “insulin deficiency”.
There are anecdotal reports of symptoms of hypothyroidism in those following a low-carb diet that were improved by the isocaloric addition of dietary carbohydrate.
The preponderance of clinical evidence suggests that their symptoms were caused by too few calories or a pre-existing thyroid condition. Attempting to treat the symptoms of hypothyroidism by adding carbohydrate to the diet might offer some improvement via the placebo effect, but it will not address the underlying cause and, more importantly, will delay treatment."

-----

 

 

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 26.04.2017
 

Hallo Stefan,

"Du scheinst es als hunderprozentig gegeben zu sehen, dass bei LC die Schilddruese Ihre Aktivitaet herunterfaehrt."

Wenn ich schreibe "[...] kann [...] zu einem absinken der Schilddrüsenhomone führen" hört sich das für mich nicht nach "als hunderprozentig gegeben" an.

 

"Dem ist nicht so."

Diese Einschätzung stützt sich auf welche Erkenntnisse?

 

Meine Einschätzung stützt sich u.A. auf:

The effect of varying carbohydrate content of a very-low-caloric diet on resting metabolic rate and thyroid hormones.

"Although serum T3 decreased during the VLCD for both groups, the decrease occurred faster and to a greater magnitude in LC (34.6% mean decrease) than HC (17.9% mean decrease). Serum rT3 increased similarly for each treatment by the first week of the VLCD"

Effect of low-carbohydrate diets high in either fat or protein on thyroid function, plasma insulin, glucose, and triglycerides in healthy young adults.

"The triiodothyronine (T3) declined more (P less than .05) following the HF diet than the HP diet (baseline 198 micrograms/dl, HP 138, HF 113)."

Wege zur gesunden Schilddrüse – Eine evidenzbasierte Anleitung

"Bezüglich des Low-T3 Syndroms gibt es auch das Konzept, dass freie Fettsäuren die Schilddrüsenhormone von ihren Bindeproteine verdrängen und die Konversion von T4 in T3 direkt beeinträchtigen können (15 Chopra et al., 1985; 16 Bregengård et al., 1987; 17 Chopra et al., 2013). Langes Fasten und Low-Carb-Diäten mit geringen Insulinspiegeln treiben in der Regel die Lipolyse an. Somit sind die freien Fettsäuren erhöht. Sofern man sich noch einem extremen Kaloriendefizit aussetzt, kann es möglicherweise dazu beitragen die gesamten TT3 Spiegel abfallen zu lassen."

 

"Andere deren RQ nahe 0.7 liegt koennen einfach aufhoeren KHs zu essen und haben keine Probleme..."

Davon rede ich auch oft genug. Das Ganze ist Kontext und Typ abhängig. Da gibt es kein "one size fits all". Manch einer braucht einfach ein paar KH mehr.

LG,
Thorsten
Veröffentlicht von: Stefan W.
Beiträge: 73
Angemeldet am: 11.06.2013
Veröffentlicht am: 26.04.2017
 

Hallo Thorsten,

Du scheinst es als hunderprozentig gegeben zu sehen, dass bei LC die Schilddruese Ihre Aktivitaet herunterfaehrt. Dem ist nicht so. Ich denke, dass ist nur dann so, wenn schon eine Fettverbrennungsstoerung vorliegt. Wenn also jemand dessen RQ nahe 1 liegt ploetztlich auf LC umsteigt, dann ist das gleichbedeutend mit Extrem-Fasten, da diese Person dann faktisch keine Kalorien mehr zu sich nimmt. Da gehen diese Probleme dann los. Andere deren RQ nahe 0.7 liegt koennen einfach aufhoeren KHs zu essen und haben keine Probleme...

Deshalb ist diese Messung so wichtig! Selbst wenn man nahe 1 liegt kann man wahrscheilich trotzdem noch langsam auf LC uebergehen aber nicht sofort sondern mit Uebergangsphase ganz langsam wie hier beschreiben: http://eatingacademy.com/how-i-lost-weight

So gesehen, muss man erst metabolisch gesund sein, bevor man auf full-blown LC umschwingen kann...

An alle, die hier nur mit Eiweiss versuchen abzunehmen: Don't do it! Findet heraus wo Euer RQ liegt und ersetzt dementsprechend KH durch Fett. Um dabei abzunehmen, berechnet Eueren taeglichen kcal Bedarf und zielt darauf 85% von diesem Bedarf taeglich zu bekommen. Dann werdet ihr langfristig Erfolg erzielen.

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 168
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 25.04.2017
 

Ok, ich klinke mich hier aus der Diskussion aus.

Hat keinen Sinn.

LG Uli

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 25.04.2017
 

Um auf das initiale Problem zurück zukommen Gewichtszunahme bei Eiweiß-Diät nach 2 Jahren(!) LC/NC), ich denke, da können Stoffwechsel und SD-Hormone schon ganz schön in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Mit allen von mir beschriebenen Effekten.

Da hilft auch mehr Fett nicht weiter. Im Gegenteil, mehr Fett bedeutet mehr Kalorien die dann auch nicht verstoffwechselt werden (niedriges "Gaspedal" SD-Hormone).

Von Fett "soviel man will" kann auch keine Rede sein. Irgendwann kommt der Punkt, ab dem man mehr Kalorien zuführt, als der Körper verbraucht / verbrauchen kann, dann müssen Überschüsse zwingend "eingelagert" werden; im Fettgewebe. Ausscheidung von einmal aufgenommenem Fett funktioniert nämlich nicht wirklich gut. Was du beschreibst (viel Fett, wenig Eiweiß/Kohlenhydrate) läuft auf eine Ketogene Diät hinaus und hat grundsätzlich erst mal nichts mit Abnehmen zu tun. Man kann sich auch ketogen fett fressen. Das funktioniert um so besser, je weiter der Stoffwechsel / Energieumsatz am Boden liegt (z.B. wegen LC niedrigen SD-Hormonen).

Mein Tip: werdet metabolisch gesund!
Sich von einem in eine Richtung zerschossenen Stoffwechsel in einen in anderer Richtung zerschossenen Stoffwechsel zu entwickeln, hat nichts mit Heilung oder Gesundung zu tun. Extreme Ernährungsformen (vor allem langfristig), egal welcher Art, helfen da nicht; sind allenfalls ein (zeitweiliger) "Work-Around", lösen das zu Grunde liegende Problem aber nicht oder nur unzureichend.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 168
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 25.04.2017
 

@Thorsten:

Es geht nicht darum zu hungern (unterkalorisch). Es geht darum Kohlehydrate und Eiweiß einzuschränken damit die Fettverbrennung anspringt. Fett ist ausdrücklich erlaubt. So viel man will. Das stört nicht.

LG Uli

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 25.04.2017
 

Zu unterkalorisch unterwegs zu sein kann dazu führen, dass der Körper alle Register zum Energiesparen zieht, den Stoffwechsel / Grundumsatz herunterschraubt, die Körpertempereatur um ~0,5°C absenkt, die Extremitäten geringer durchblutet und den Bewegungsdrang drastisch einschränkt. Dann kann selbst ein deutliches Kalorien-Minus trotzdem noch über dem Bedarf/Verbrauch liegen, mit der Folgen dass, man zunimmt. Die Kalorienzufuhr noch weiter zu reduzieren bringt dann möglicheweise Erfolge auf der Waage, aber deutlich zu Lasten von Fitness, Wohlgefühl und Gesundheit ("Mangelernährung").

Zu Low-Carb unterwegs zu sein kann mittel- bis langfristig zu einem absinken der Schilddrüsenhomone führen und damit zu einem Rückgang des Energieumsatzes / Stoffwechsel.

Wenn man dann nicht durch entsprechenden Sport (Ausdauereinheiten und intensive Krafteinheiten) dagegen hält und den Stoffwechsel pusht, wird aus Low-Carb und High-Protein eine extrem-Diät, die noch nie wirklich nachhaltig hilfreich war.

Mein Tip wäre, ein angemessenes Sportpensum und mal ein Check der SD Hormone. Evtl. käme auch mal eine Spiroergometrie / Belastungs-EKG in Betracht, um festzustellen, was der (Energie)Stoffwechsel samt Atmung und Herzkreislaufsystem so hergibt.

720 Kalorien sind auf jeden Fall zu wenig, um den Stoffwechsel hoch zu halten; es sei denn man wiegt ~30kg.

Ein zu großes Kaloriendefizit kann auch schnell dazu führen, dass man nicht ausreichend Nährstoffe, Vitamine, Spurenelement zu sich nimmt; einfach, weil die Nahrungsmenge so gering ist. Wenn dann nicht ausreichend supplementiert wird (und zwar in möglich gut vom Körper verwertbarer Form), wird der Stoffwechsel auch nicht auf Hochtouren laufen können, weil ihm irgendwo noch die eine oder andere Substanz fehlt.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 168
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 25.04.2017
 

@Hannah

Kohlehydrate unterdrücken die Fettverbrennung, das stimmt. Zu viel Eiweiß kann auch die Fettverbrennung unterdrücken. Das ist dann oft der Grund dafür, dass Leute mit einer Eiweißdiät keinen Erfolge haben. Dann zumindest zeitweise auch Eiweiß reduzieren, bis die Fettverbrennung anspringt. Das merken viele daran, dass sie einen Energieschub bekommen. Fett zur Sättigung ist erlaubt.

LG Uli

Veröffentlicht von: Hannah
Beiträge: 11
Angemeldet am: 20.04.2017
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 

Ja, Mario - auch von mir herzlichen Dank :-)

Also ich kann zumindest mal soviel berichten: Ich habe jetzt 2 (harte) Tage nur von Eiweißpulver gelebt, so wie verschrieben 4x2 EL. Und nun ging es mit dem Abnehmen, zwar nicht rasant aber 0,8 kg. Also nicht übel, aber nix was ich in dieser extremen Form durchhalten kann und will.

Glaub mir Ulli, mein Problem ist nicht Inkonsequenz. Und auch nicht uninformiertes "doch zu vieles KH-Aufnehmen". Aber ich habe gestern auch in irgendeiner alten News gelesen, dass selbst kleine Mengen KH die Fettverbrennung für eine gewisse Zeit stoppen. Und man sich daher wirklich an die 4-5 Std. Essenspausen halten soll. Und das habe ich vorher nicht...

Nun schauen wir mal, ich hab mich jedenfalls entschieden die verschriebene Eiweißmenge weiter zu nehmen und unter Einhaltung der Pausen und einer deutlich reduzierten KH-Menge einfach so weiterzumachen - im Vertrauen, dass der Doc schon weiß, was er tut und manche Dinge einfach manchmal bisschen Zeit brauchen :-)

Liebe Grüße, Hannah

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 168
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 

In dieser Beziehung sind wir Menschen uns alle sehr ähnlich! Und die Antwort auf die Frage habe ich weiter unten gegeben. Ggf. zusätzlich auch mal einen Fastentag einlegen. Ich habe noch von niemandem gehört, bei dem das nicht funktioniert hat. Man muss es halt mal konsequent durchziehen. Aber da sind die Meisten leider viel zu zögerlich. :(

LG Uli

Veröffentlicht von: Rike N.
Beiträge: 11
Angemeldet am: 22.04.2017
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 

Danke für die Unterstützung. Das fachliche Wissen ist bewunderswert, bringt mich aber leider nicht weiter. Es gibt sicher nicht DIE Antwort und schwupp alles ist o.k.. Jeder Mensch reagiert anders, jedoch ergibt sich aus der einen oder anderen Meinung plötzlich ein Hinweis und genau das ist dann das Richtige. Daher meine Frage im Forum!

Veröffentlicht von: Mario N.
Beiträge: 60
Angemeldet am: 22.09.2016
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 

Äaahm, gutes KnowHow, unbestritten. Aber kommen wir damit der Lösung von Hannahs und Rikes Problem näher? "Es geht wirklich um die Frage, wie man auf die nötige Eiweißmenge kommt, ohne zuzunehmen. Und ich ehrlich gesagt auch noch nicht verstehe, warum man überhaupt dadurch zunimmt."

Das interessiert micht auch.

Ist die Ursache eine nicht funktionierende Fettverbrennung, siehe UlliS? Sie sollen ja 4x2 EW substituieren und beide haben dabei eine (unerwartete) Gewichtszunahme festgestellt. Fehlt irgendwas, damit es funktioniert. Müssen vlt. mehr Fette gegessen werden? Kein Ahnung...

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 

Uli,

again what learned! Danke.
Diesen Umwandlungspfad hatte ich in der Tat nicht auf dem Schirm.

Dihydroxyacetonphosphat (der Glycerinabkömmling) ist aber auch ein Zwischenprodukt der Glukoneogenese aus Lactat.

Interessant wäre noch, welchen Anteil die unterschiedlichen Glukoneogenesepfade haben (aus Eiweiß, aus Lactat, aus Glycerin).

 

Hier haben wir einen weiteren Punkt, warum man beim Fettabbau auf jeden Fall Sport treiben sollte. Mit unterschiedllichen Intensitäten; nicht nur im niedrigintensiven Fettstoffwechselbereich, sondern auch bis ran und auch mal kurzzeitig in den aneroben Bereich.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 168
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 24.04.2017
 
Nachzulesen uA. hier:

https://de.wikibooks.org/wiki/Biochemie_und_Pathobiochemie:_Gluconeogenese

Die Gluconeogenese

"Substrate der Gluconeogenese sind Lactat (Cori-Zyklus), glucogene Aminosäuren, die bes. aus dem Skelettmuskel zufließen (Glucose-Alanin-Zyklus), und Glycerin, welches beim Abbau von Triglyceriden, also bei der Lipolyse entsteht, nach Aktivierung und Oxidation zu Dihydroxyacetonphosphat. Die Gluconeogenese aus Acetyl-CoA ist hingegen nicht möglich, daher können Fettsäuren, Ketonkörper und rein ketogene Aminosäuren auch nicht zur Gluconeogenese herangezogen werden!"

Veröffentlicht von: Heiko
Beiträge: 182
Angemeldet am: 23.11.2016
Veröffentlicht am: 23.04.2017
 

Es ist wie Thorsten sagt, der Körper kann aus Fett keine Glukose machen. Sonst bräuchten wir die Ketonkörper gar nicht.
Er kann aber aus (den meisten) Aminosäuren, aus Laktat, aus Pyruvat und Oxalacetat Glukose bilden (Gluconeogenese).

Ich stimme Ulli aber zu, Eiweißpulver ist ein nützliches Ergänzungsmittel - aber sollte nicht die Hauptquelle der Eiweißversorgung sein.

Und ich verstehe die Frage nicht, wie man ohne zuzunehmen auf genügend Eiweiß kommen soll??? Selbst wenn wir die Kalorien voll mitzählen, brauch ich nur die KH-Menge zu reduzieren, um in ein Kalorienminus zu kommen.

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