anschließend an meinem Bericht (Halbmarathon geschafft) vom 01.09.2003 möchte ich hier meine Erfahrungen weiter geben. Vor über einem Jahr (10.03.03) wurde bei mir, mit gerade 40 Jahren, ein transmuraler Myokardinfarkt festgestellt. Ende März 03 begann ich zu Laufen und alles akribisch genau aufzuschreiben. Heute weiß ich das das aufschreiben ein ganzes Stück Motivation ausmacht! Wenn ich im Lauftagebuch weiße Zeilen sehe, ärgert mich das schon :-) Jetzt nach über einen Jahr kann ich so ein Resümee ziehen. Mein Leben hat sich in soweit geändert, das ich bewusster Lebe und heute weiß was mir das Leben wert ist. In einem Buch vom Dr. Strunz las ich sinngemäß das ich essen könne was ich wolle und mein Gewicht halten werde und evtl. dabei noch abnehme. Das wollte ich und heute ist es soweit, genau das ist eingetreten und es ist ein wunderbares Gefühl. Ich habe mich verändert, mein Umfeld hat sich verändert, Personen in meinen Umfeld haben sich zu mir verändert und ich habe in dieser Zeit viele tolle Menschen kennen gelernt die dieselben Ziele und Wünsche haben und verfolgen. Natürlich ging nicht alles wie geschmiert. Wie oft musste ich den eigenen Schweinehund besiegen. Ich gehe fast jeden zweiten Tag laufen und das nie unter einer Stunde. Damit die Schönheit komplett wird gehe ich zusätzlich seit September noch ins Fitnessstudio um so auch andere Muskelgruppen und natürlich die Ausdauer zu trainieren. Natürlich schaue ich dabei immer auf das Gewicht und lasse mir durch meinen Hausarzt und durch die Betreuer im Studio Zusammenhänge erklären. Beginnend bei 118 kg, hatte ich im Dezember 03 schon mal 92 kg. Heute pendelt das Gewicht zwischen 94 und 96 kg. Durch eine BioImpedanzAnalyse erfuhr ich, das mein Körperfettanteil kontinuierlich sinkt und damit der Gewichtsaufbau, Muskelaufbau ist. Ich laufe im Monat zwischen 120 und 250 km. In einer Stunde Lauf verbrenne ich ca 1000kcal. Für 10 km benötige ich um die 55 min. Diese Werte erhalte ich durch meine Pulsuhr. Ohne Pulsuhr geht gar nichts!!! Nach und nach möchte man dann schon wissen, wie es ist im Wettkampf zu laufen Mein erster Wettkampf war der Paderborner Osterlauf, bei den ich die 21 km Halbmarathondistanz in 1:54 h gelaufen bin. Gigantisch, ich wusste das ich es schaffe, und dann in der Zeit. Mein wichtigstes Ziel war aber der Rhein-Marathon am 2.Mai in Düsseldorf. Die ersten 21 km bin ich locker gelaufen. Diese Strecke kannte ich ja. Nach 28 km fing ich an zu kämpfen. Immer wieder Wasser trinken und ein Stück Banane. Ich wusste das ich ankommen werde und will und mein Ziel war es, nicht auf allen vieren sondern locker lächelnd laufend anzukommen. Ihr glaubt nicht was das für ein schönes Gefühl ist wenn man KM 40 liest. Da muss man lächeln. Und so bin ich nach 4:23:54 in Düsseldorf eingelaufen. Das nächste Ziel ist der Berlin- Marathon im September und nächstes Jahr im April werde ich, als einer von 42 Läufern des unter ein paar tausend ausgewählten Läufern, beim Karstadt-Ruhrmarathon im Mens´s Health Paceteam starten. Wenn das kein Erfolg und Motivation ist! Wer hätte je gedacht das ich mich überhaupt mal mit so was beschäftige? Vor einem Jahr war ich froh das ich lebe. Das ich was tun müsste war auch klar, das ich abnehmen werde war auch klar, das der Laufsport und meine persönlich Fitness mal so mein Leben bestimmen werden hätte ich n i e gedacht! Aber so kann es kommen. Der Infarkt hat somit mein Leben positiv verändert. Mein ständiger Begleiter in dieser Zeit waren u.a. die Bücher von Dr. Strunz. Die Lauf – sowie die Ernährungsbücher. Da ich alles allein mache, brauchte ich j a jemanden den ich Fragen bzw. belesen konnte. Viele Tipps, von Ernährung, richtiges Laufen, richtige Atmung, Kleidung, do und do´nts , habe ich aus den Büchern gelernt. Bis heute habe ich weder eine Verstauchung, Bruch oder ähnliches, weder Seitenstechen oder Erschöpfungszustände gehabt. Ich fühle mich Topfit. Somit kann ich doch gar nicht viel verkehrt gemacht haben was Bewegung und Essen angeht. Die Esszeiten habe ich geändert und die Menge. Zusätzlich trinke ich jeden Tag Buttermilch und unterstütze meinen Organismus mit Vitaminen in Form von Nahrungsmittelergänzungen und Eiweiß. Nicht unwichtig sind meine Trainingseinheiten im Fitnessstudio. Damit erreiche ich, dass ich zusätzlich zu der Beinmuskulatur die Muskeln des Oberkörpers gezielt trainiere und natürlich die gesamte Körperform verändere. Außerdem hat man mit einem gezielten Training im Studio noch die Möglichkeit, bei schlechterem Wetter im Studio zu trainieren und eventuell auch mal das Laufband zu nutzen. Das Lauftraining an frischer Luft und wenn möglich noch morgens ist aber durch nichts zu ersetzen. Denke aber das das wichtigste ist, das man im Studio unter fachkundiger Anleitung und auch einem individuellen Trainingsplan trainiert. Des weiteren sollten Cardiogeräte vorhanden sein, damit man gezielt im Fettverbrennungsbereich trainiert und man sollte seinen Trainingspuls kennen. Den Trainingspuls erhält man durch einen Laktattest. Um optimale Trainingsergebnisse zu erzielen kann man auch einen Bio-Impedanz-Test machen lassen. Diese Tests werden in jeden guten Sportstudio oder bei Sportmedizinern angeboten. Ich selbst trainiere nie ohne Polar-Pulsuhr. Schon wegen der Kontrolle und wegen der Statistik. Das führen eines Laufbuches und das notieren der Ergebnisse motiviert ungemein und sind für mich sehr wichtig. Ansonsten kontrolliere ich jeden Morgen mein Gewicht und den Körperfettanteil, wobei jeden selbst überlassen sein soll wie oft er das tut. Es ist schon interessant wie sich der Körper im Laufe des Jahres verändert, ersichtlich aufgrund der statistischen Ergebnisse. Jedes Viertel Jahr gehe ich zur Kontrolle zum Hausarzt. Jetzt natürlich um zu wissen ob ich fit für einen oder den nächsten Marathon bin. Den besten Satz den ich von meinem Arzt hörte: Der Infarkt hat durch meinen Sport keinerlei Einfluss auf meine Lebenserwartung, und wenn er nicht die Vorgeschichte wüsste, könnte er sich nicht vorstellen das es je anders gewesen wäre. Ein tolles Gefühl, was ich jedem wünsche! In diesem Sinne. Man kann immer was tun. Hauptsache man tut es und regelmäßig, dann werden die Sorgenfalten Lachfalten. Ich wünsche es jedem. Fragen und Anregungen an joachim.siegel@gmx.de