Inuit und die mangelnde Ketose

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Thema Inuit und die mangelnde Ketose

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Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 20.11.2015

na, mit den heutigen News

 

" aus dem sich allerdings immer wieder herauskristallisiert: In der Ketose waren sie offenbar nicht, die Eskimos"

http://www.strunz.com/de/news/waren-inuit-in-der-ketose.html

 

gleichen sich die Standpunkte ja langsam an{#emotions_dlg.wink}

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Veröffentlicht von: Wilhelm K.
Beiträge: 11
Angemeldet am: 12.09.2014
Veröffentlicht am: 29.03.2015

Ist immer schön, wenn mein Lieblingsmedizinstudienverwerfer so richtig in Fahrt kommt wie im Beitrag "Eskimos entlarvt" vom 28.3.2014.

Besonders originell ist es natürlich, dass er die von mir in meinem Beitrag vom 12.9.2014 als Provokation und Diskussionsfortführung ins Spiel gebrachte Studie auf- bzw. angreift. Hab mir nach Art der Affen schon gedacht, dass Schrott hinter der Studie steckt. Fabelhaft, es noch einmal vom Fachmann bestätigt zu bekommen.

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Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 15.09.2014

Tja, "Mit besseren medizinischen Daten der vergangenen vier Jahrzehnte konnte Fodor nun zeigen," sagt doch schon alles. Seit 40 Jahren also....Wie lange gibt es denn nun schon feste Siedlungen mit Supermärkten nebendran, also mit Konservendosen, Zuckersäckchen und Coco-Cola am Polarkreis? Dazu den Mototschlitten vor und den Fernseher im Iglu? Denn wie schnell so etwas bei Adaption von unserer westlichen Lebensweise gehen kann hat bereits in den 1930ern Weston A. Price in seinem phänomenalen Buch "Nutrition and Physical Degeneration- A Comparison of Primitive and Modern Diets and Their Effects" beschriebn, in dem er seine Reisen zu den damals noch am natürlichsten lebenden Völkern und festgehalten hatte. Und was und wie schnell passierte wenn ein Teil dieser Völker zur westlichen Ernährung überging (man beachte: es geht um die 1930er!) Das Buch ist mittlerweile urheberrechltich nicht mehr geschützt und z.B. hier frei lesbar:; http://gutenberg.net.au/ebooks02/0200251h.html In meinen Augen ein echtes Must Read! Was die Lebensdauer angeht: Dänen haben zumeist in unmittelbarer Umgebung einen Arzt und Krankenhäuser. Sowie Abwassersysteme. Sie gehen auch nur höchst selten auf Jagd, vor allem nichts aufs offene Eismeer, tagelang von Hilfe entfernt. Unfälle sollten in Dänemark also nur selten auf dem Todesschein stehen.

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Veröffentlicht von: Wilhelm K.
Beiträge: 11
Angemeldet am: 12.09.2014
Veröffentlicht am: 12.09.2014

Bei der Ernährung der Inuit nur auf die Kohlehydrate zu sehen, kommt wahrscheinlich zu kurz. Auch im Zusammenhang mit den Omega-3-Fettsäuren wird die Herzgesundheit der Inuit immer angeführt. Nach dem folgenden Artikel in der Süddeutschen waren die Inuit gar nicht so gesund: "3. Mai 2014 13:04 Fischöl zur Infarkt-Vorbeugung Mär aus dem Meer Jahrzehntelang wurden die Vorzüge des Fischöls gepriesen. Schließlich lebten die fisch-essenden Eskimos besonders lang. Nun sind kanadische Forscher auf die Idee gekommen, einmal im Archiv nachzuschauen. Von Werner Bartens Für Herzpatienten wäre es eine Erleichterung, denn dieses fischige Aufstoßen ist wirklich lästig. Doch was tut man nicht alles für die Gesundheit! Millionen Menschen weltweit schlucken Fischöl-Kapseln, um ihre lädierten Koronargefäße zu schonen und Infarkt wie Schlaganfall vorzubeugen. Andere mühen sich beim Fischessen mit Gräten und Flossen ab, weil es angeblich so gesund ist. Seit mehr als 40 Jahren gilt schließlich das Dogma, dass sich fettiger Fisch günstig auf Cholesterin und Co. auswirkt und dadurch die Adern glatt und geschmeidig bleiben. Doch womöglich sind Ärzte wie Patienten einem Trugschluss aufgesessen, und die Empfehlung, Fisch und Fischöl für die Herzgesundheit zu sich zu nehmen, muss bald zurückgenommen werden. Im aktuellen Canadian Journal of Cardiology rütteln Forscher um George Fodor gewaltig am Mythos vom gesunden Fisch. Die kanadischen Ärzte haben getan, was für gute Forschung eigentlich unerlässlich ist: Sie haben sich die Qualität der Belege angeschaut und festgestellt, dass die Studien aus den 1970er-Jahren, wonach Eskimos länger leben und weniger Infarkte erleiden, weil sie so viel Fisch essen, keiner gründlichen Prüfung standhalten. (Um es nicht kompliziert zu machen, ist hier von Eskimos die Rede. Vom Begriff "Inuit" fühlen sich nicht alle Arktis-Anrainer repräsentiert.) Die Chemiker Jorn Dyerberg und Hans Olaf Bang hatten - beginnend 1971 - immer wieder in Fachartikeln behauptet, dass Eskimos seltener an Herzkrankheiten und Schlaganfall leiden und eine erstaunliche Lebenserwartung aufweisen. Als Ursache wurden Fisch, Wal und Seehund auf dem Speiseplan vermutet. Die Hypothese wurde so populär, dass zu Fischölkapseln gepresste Omega-3-Fettsäure weltweit Milliarden einbrachten. Den Schönheitsfehler an der Fisch-Formel bringt Fodor auf den Punkt: "Die Studien wurden als Beleg angeführt, dass Herzkrankheiten in Grönland selten sind, dabei haben die dänischen Forscher gar nicht die Häufigkeit der Herzleiden untersucht." Ist ja auch nicht leicht in einer Region, in der es kaum Ärzte gibt und 30 Prozent der Bevölkerung in schwer zugänglichen Siedlungen leben. In den Studien wurde zudem die Ernährung von nur sieben Eskimos untersucht. Mit besseren medizinischen Daten der vergangenen vier Jahrzehnte konnte Fodor nun zeigen, dass Herzerkrankungen bei Eskimos ähnlich oft vorkommen wie in Europa oder Nordamerika und dass die Nordmänner öfter am Schlaganfall sterben. Die durchschnittliche Lebenserwartung nördlich des Polarkreises liegt gar um zehn Jahre unter der in Dänemark. Die neue Auswertung zur Polar-Gesundheit könnte erklären, warum etliche gründliche Untersuchungen zur Wirkung von Omega-3-Fettsäuren unklare oder sogar negative Ergebnisse erbrachten. "Viel tierisches Fett, kaum Obst und Gemüse - die Ernährung am Pol widerspricht eigentlich allen Empfehlungen zur Herzgesundheit", sagt Fodor. Für Herzpatienten und solche, die es nicht werden wollen, bedeutet das, sich auf bewährte Formen der Vorbeugung zu verlassen: Regelmäßige Bewegung, vielfältige Ernährung - und der Versuch, im Alltag gelassener zu sein. Das kann man sich von Eskimos beim Eisangeln abschauen."

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Veröffentlicht von: Markus
Beiträge: 578
Angemeldet am: 25.07.2013
Veröffentlicht am: 06.03.2014

Bei den Inuit kommen ja angeblichh bis zu 95% der Kalorien aus Fleisch, also aus Fett und Protein. Was gerne vergessen wird ist das im Muskelfleisch, in der Leber und im Blut (rohes Seelöwen-Blut!) gepseicherte Glygcogen, also "tierische" Stärke! The Point Hope inhabitants represent one of the few remnants of the Eskimo whale, sea, and walrus hunting cultures in the world...Average total daily caloric intake was approximately 3,000 kcal [calories] per person, ranging from 2,300 to 4,500 kcal. Approximately 50% of the calories were derived from fat and 30 to 35% from protein. Carbohydrate accounted for only 15 to 20% of their calories, largely in the form of glycogen from the meat they consumed. http://ajcn.nutrition.org/content/25/8/737.full.pdf Dazu kommen noch Lebensmittel in Form von Wurzelgemüse, etwa der "Eskimo potato" ( Claytonia tuberosa und Hedysarum alpinum) und Blaubeeren. Plus den Mageninhalt von Seesäugern und Seegras. In Summe sind das also immerhin 15-20% der Energie aus Kohlenhydraten- aber praktisch nur aus solchen, die dem Durchschnittseuropäer unzumutbar sein dürften. Damit kann man sich dann auch die häufige Abwesenheit von Ketonkörpern bei Inuit erklären, die breits 1936 in einer Studie auffiel: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1266943/pdf/biochemj01051-0009.pdf In Summe kommt man daher bei den Inuit in Alaska und Nordkanada "nur" auf eine LC=Lowcarb-Ernährung, aber nicht auf eine so oft erwähnte ketarische V(ery)LC-Ernährung. PS: Alle Studien und Zahlen habe ich aus einem Blog, der heute erschien, eine Google-Suche nach "Richard Nikoley" führt zu dieser interessanten Veröffentlichung, die ich hier gerne diskutieren würde.

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