Ketose? Was mache ich verkehrt?

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Thema Ketose? Was mache ich verkehrt?

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Veröffentlicht von: Heike K.
Beiträge: 2
Angemeldet am: 30.08.2015
Veröffentlicht am: 31.08.2015

Lieber Günther,

vielen Dank für Deine Antwort. Ja, Deinen vorherigen Beitrag an anderer Stelle hatte ich mittlerweile entdeckt. Tja, das hatte ich mir wohl ein wenig zu einfach vorgestellt. Auch aus Euren folgenden Kommentaren ersehe ich, wie kompliziert diese ganze Ketosegeschichte anscheinend ist. Oh weh.....  Jetzt werde ich mich also wieder neu belesen müssen, was ich überhaupt essen darf, um diese niedrigen KH- und Eiweißwerte einzuhalten. 

Vielen Dank bis hierher für die Tipps!! 

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Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 141
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 31.08.2015

Und noch schnell ein Nachtrag, Rolf: Das, was Du beschrieben hast, passiert ja in extremer Form beim Fasten. Man nimmt keine KHs zu sich und baut Körpereiweiß ab (Muskeln, aber leider zum Teil auch das Immunsystem; vielleicht auch alte "Eiweißablagerungen", was wiederum positiv wäre), um ein bisschen Glukose auf der einen Seite (v.a. fürs Gehirn, wenn man nicht an Ketonnutzung auch fürs Gehrin gewöhnt ist) bzw. generell Ketonkörper auf der anderen Seite zu produzieren. Was zum klassischen Jojo-Effekt beim "Fasten zwecks Gewichtsreduktion" führt, da danach weniger Muskelmasse vorhanden ist, wodurch der Grundumsatz sinkt und zu noch mehr Gewicht (Fett) führt, wenn man nach dem Fasten genausoviel mampft wie vorher ;-). Deswegen ist aber das gelegentliche Fasten noch nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil! Man sollte es jedoch nicht zum Abspecken missbrauchen. Und so ist auch die Ketose nichts Schlechtes. Ebenfalls ganz im Gegenteil! Man muss es bloß mit Bedacht machen. Und wenn man die Eiweißzufuhr optimiert, dann kann man das auch ganz lange ("ewig") mit vielen Vorteilen für Körper und Geist durchziehen.

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Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 141
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 31.08.2015

Naja, so moderat ist dieses "moderate" ja ohnehin nicht. Ist ja immer noch mehr als die DGE empfiehlt. Aber natürlich: wenn man keine KHs und regelmäßig zu WENIG Proteine zu sich nimmt, dann hat man schnell dieses Problem, wie Du es beschreibst. Das ist das, was unsere Vorfahren immer wieder erleben mussten, wofür der Körper aber bestens angepasst ist. Vorübergehende Mangelsituationen (z.B. karger Winter). Um diesen Mangel auszugleichen, haben die Menschen dann diesen Speicher in Form der Muskulatur angeknabbert (und den anderen, den fürs Fett, natürlich ebenfalls). Wenn der Mensch in solchen Mangelsituationen überleben will, dann muss er eben das Körpereiweiß heranziehen - nach einer ziemlich klaren Hierarchie; Herz und Co. kämen zuletzt an die Reihe.

 

Bei der Fragestellerin ging es aber um ein deutliches Zuviel an Eiweiß, was zwar dann gut ist, wenn man (wieder) Muskeln aufbauen will und sich bewegt und natürlicherweise keine Probleme mit dem Blutzucker hat. Aber ein Zuviel an Eiweiß ist hingegen hinderlich, wenn man die Vorteile einer vorübergehend ketogenen Ernährung nutzen will. Es gilt also für jeden Einzelnen (idealerweise mittels Blutmessungen, da die andern über Urin und Atmung zu ungenau sind, sobald man Ketose-angepasst ist), jeweils jenen Bereich an KHs ("carbohydrate tolerance level") und an Proteinen ("protein threshold") zu ermitteln, in dem es gelingt, in einer Form in Ketose zu bleiben, bei der sich in Bezug auf das Eiweiß abbauende und aufbauende Prozesse die Waage halten, weil der Blutzuckerspiegel konstant auf einem niedrigen, aber nicht zu niedrigen Niveau ist (also frei von zu großen Spitzen und Senken). Dass man also schaut, wieviel Eiweiß über Nahrung zugeführt werden muss, damit das für die Bildung von Ketonkörpern neben dem Fett erforderliche Eiweiß aus ebendiesem Nahrungseiweiß und nicht aus dem Körpereiweiß herangezogen wird.

 

Ein grober Richtwert, der angeblich bei sehr vielen zumindest als Startpunkt sehr gut passt: KHs unter 50g/Tag (besser 35g/Tag) und Proteine bei ca. 0,9g/(Tag und kg Körpergewicht) bzw. 1 Gramm pro Kilo Körpergewicht minus 10 Prozent. Und dann ausprobieren ...

 

Weil´s aber so schwierig zu erreichen ist, reicht es ja vollkommen aus, wenn man das hin und wieder für einen längeren Zeitraum ausprobiert, solange man keine Krankheiten hat, bei denen eine dauerhafte Ketose angezeigt ist. Just for fun also. Das muss jeder für sich aufgrund seiner aktuellen Gesundheitssituation abwägen. Für unsere Jäger und Sammler Vorfahren (und somit nach wie vor für uns auch) war das aber die natürlichste Sache der Welt.

 

Da gibt es eine Merkhilfe (Akronym) für "Keto":

K(eep carbs low)

E(at more fat)

T(est ketones often)

O(verdoing protein is bad)  [Quelle: Jimmy Moore - Keto Clarity]

 

Übrigens: Ketose und gleichzeitiger Aufbau von Muckies ist aus verständlichen Gründen sehr schwierig, denn dabei wird immer nur ein relativ kleiner Anteil vom zugeführten Eiweiß anabol verwendet (nennt sich dann "NNU" - "net nitrogen utilisation", "Nettostickstoffverwertbarkeit") und ein relativ großer Anteil geht aber den katabolen Weg und feiert dann Party mit der Glukose aus den zugeführten Carbs. So, wie es bei der Fragestellerin wohl der Fall ist. Außer wenn man Eiweiß in Form von MAP zu sich nimmt, da das angeblich eine NNU von 99 Prozent hat (Proteinshakes i.d.R. unter 20 Prozent). Das ist aber ganz schön teuer. Wer es sich jedoch leisten kann, probiert Ketose mit MAPs (gutes Buch in diesem Zusammenhang: "Lars Johansson - Die Eiweißrevolution!"), ist aber aus Kostengründen wohl eher ein Randgruppenthema ;-).

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Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 141
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 30.08.2015

Liebe Heike, ich bin mir sicher, der Fehler liegt im "Eiweiß ohne Ende". Denn so gut das auch bei der Normalernährung ist, wenn Du in Ketose kommen willst, kann das das Problem sein, da zu viel zugeführtes Eiweiß (jenes also, das nicht anabol für Muskelaufbau udgl. verstoffwechselt wird) den katabolen Weg geht und über die Glukoneogenese zu Glukose (Energie) umgewandelt wird. Dem Körper ist es aber wurscht, ob die Glukose aus den zugeführten KHs kommt (die Du ja brav reduzierst) oder aus der Glukoneogenese aus dem zu viel zugeführten Eiweiß (dort greifst Du ja scheinbar in die Vollen ;-) ). In einem anderen Beitrag ("Allgemeines") habe ich dem "Rutherford" zu einer ganz ähnlichen Frage ausführlicher geantwortet. Siehe also more details ebendort ;-).

Liebe Grüße,

Günther

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Veröffentlicht von: Heike K.
Beiträge: 2
Angemeldet am: 30.08.2015
Veröffentlicht am: 30.08.2015

Liebe Forumsleser und - Schreiber,

kann jemand sein Wissen mit mir teilen? Ich weiß nicht, was ich verkehrt mache, um es endlich NACHWEISLICH in die Ketose zu schaffen. Habe ich vorher schon so gut wie völlig auf Nudeln, Brot und Co verzichtet, achte ich seit mittlerweile 3 Wochen streng darauf,  (weit) unter 50 gr Kohlenhydraten pro Tag zu bleiben. Wollte per Ketostix messen, ob und wann ich es geschafft habe, meinen Stoffwechsel umzustellen - aber Ketostix = Nix!!!! Niedriger geht der Wert kaum.

Gut, man kann ja weiter lesen, weiß also auch, dass Ketone nicht immer im Urin nachzuweisen sind, obwohl sie im Blut vorhanden sind. Also habe ich mir ein Testgerät und Streifen für einen Blutnachweis zugelegt. Aber auch da - Nix!

Auch alle anderen Empfehlungen von Dr. Strunz setze ich brav um: Eiweiß ohne Ende, Laufen, NEM (individuell von Dr. Strunz empfohlene)....

Also, WO stelle ich mich zu doof an? Was mache ich nicht richtig? Messe ich zu falschen Zeitpunkten? Geht das überhaupt? ???

Vielen Dank für Eure Antworten! {#emotions_dlg.smile}

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