Kohlenhydrate: Nix verstanden - News vom 27.04.2017

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Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 02.05.2017
 

Hi Greg,

natürlich weißt du, dass Scheinargumente auf der persönlichen Ebene nicht zielführend sind und auch keine wissenschaftliche Relevanz haben.
Das was ich praktiziere und erreicht habe wäre auch nur eine statistisch irrelevante, anekdotissche Schilderung, genauso wie das, was du aus deinem Umfeld beschreibst.

Weil Helmut Schmitd rauchend und Cola trinkend fast 97 Jahre alt geworden ist bedeutet das nicht, dass Rauchen und Colatrinken nicht schädlich wären, sondern dass eine entsprechend größere Anzahl ähnlich Lebender deutlich früher ins Gras beißen muss, damit die Statistik wieder stimmt; und das tut sie!

Ich verunsichere 98% der Foristen? 
Nun ja, bei deiner "98%" handelt es sich doch sicher um eine fundierte Angabe, oder?
Aber egal. Wenn nur einige von denen noch einmal weiter nachdenkt und vielleicht vermeintlich einfache Wahrheiten zu hinterfragen beginnt, ist mir das sehr recht. Sie müssen dabei schlußendlich noch nicht einmal meine Ansichten teilen oder zu meinen Schlußfolgerungen kommen, aber sie haben nicht einfach nur kopfnickend und unreflektiert akzeptiert.

2% blinder Follower, die nicht mitdenken? Nun ja, diese 2% werden ihre eigene Meinung dazu haben...

 

Wenn du bereit bist, wieder auf die Sachebene zurück zu kommen, Blege und Studien statt anekdotischer Schilderungen nutzt und zu akzeptieren bereit bist, können wir gerne weiter diskutieren.

Was ich kann, weiß, praktiziert und erreicht habe (oder auch nicht, oder Du  mir unterstellst zu haben oder nicht zu haben) ist jedenfalls kein wissenschafltilcher Beleg für oder gegen irgendeine allgemein gültige Erkenntnis / Hypothese.

Da ändern auch noch so viel "gefällt mir" nichts dran.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: GregP
Beiträge: 109
Angemeldet am: 23.10.2013
Veröffentlicht am: 29.04.2017
 

Hallo Thorsten,

wieviel von dem was du schreibst praktizierst du selber? Damit meine ich deinen vorliegenden Kommentar als auch dein negatives Feedback zu Marathontraining unter low carb. Ich habe täglich mit Menschen zu tun, die mit der richtigen Ernährung, kalorienunabhängig, perfekt abnehmen, langfristig und ohne JoJo- Effekt. Das geht halt nicht mit KH. Diese Menschen ernährten sich nach den Richtlinien der DGE und kamen aus dem Übergewicht nicht raus. Die DGE ist gespickt mit Mitarbeitern aus Pharmaunternehmen. Was werden die wohl kommunizieren?

Du verunsicherst mehr, als dass du 98% der Foristen was Gutes tust. Die anderen 2% folgen dir blind und denken leider nicht mit. Tja, ohne eigene Praxiserfahrung geht das halt nicht...damit gehe ich zurück zum Betreff !!!

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 28.04.2017
 

Oh, heute geht es weiter mit dem Thema/der Studie.

Da fragte eine intelligente Dame "Bei der Studie bekamen alle Teilnehmer grundsätzlich 750 Kalorien weniger als angemessen. Wenn man das in Fettkalorien auf zwei Jahre umrechnet, hätte jeder Teilnehmer in zwei Jahren 78 Kilogramm abnehmen müssen."

Wie intelligent ist es, eine Anpassung des Metabolismus an eine dauerhaft (zu) niedrige Energieversorgung erst gar nicht in Betracht zu ziehen? Das Kalorienreduktionsdiäten langfristig nicht erfolgreich sind, ist doch kein neues Wissen.

 

"Ach ja. Kalorien. Diesen scheußlichen, unwissenschaftlichen Unfug, es käme auf Kalorien an, sie müssten nur die Kalorien zählen, ist ja nun oft genug widerlegt worden. Wird selbstverständlich in jeder Uni-Vorlesung, in jedem Ernährungsbuch, von jeder DGE-geschulten Assistentin wiederholt. Hilft alles nichts."

Was sonst? Es ist eine einfache thermodynamische Gesetmäßigkeit. Wenn ich mehr (Nahrungs)Kalorien zuführe, als ich verbrenne oder ausscheide, muss die Differenz gespeichert /deponiert werden.
Wenn ich dann u.U. noch die falschen Kalorien zu mir nehme (eine Kalorie ist nicht gleich eine Kalorie; zumindest nicht in ihrer Auswirkung bezüglich Verstoffwechselung im Körper) wir das Energiedefizit noch größer, der Stoffwechsel fährt noch weiter runter, die nicht verwertete/verwertbaren Kalorien werden aber gespeichert / eingelagert und führen u.U zu einer Gewichtszunahme; trotz vermeintlichem Kaloriendefizit.

Trotz allem ist "Kalorienzählen" ein probates Hilfsmittel, um überhaupt eine Vorstellung zu bekommen, wieviel Energie dem Körper potentiell zugeführt wird.
Oft genug erschrecken Anhänger eines bestimmten Ernährungsregimes, wenn sie auf einmal feststellen dass und wie unterkalorisch sie unbeabsichtigt unterwegs sind und finden damit eine Erklärung für mangelnden Antrieb und fehlende Leitung (unterkalorisch => Mangelernährung => "Not"Programm => Reduktion der Leistungsfähigkeit).

Noch interessanter und spannender, finde aber den Ansatz, z.B. der DGE vorzwerfen, aus der Studie nur das herauszu lesen, was sie herauslesen wollen, es aber ohne mit der Wimper zu zucken selber nicht anders zu machen.

Ja, die Studie läßt Fragen offen, läßt in der Druchführung stellenweise zu wünschen überig und liefet nicht die Ergebnisse, die Mancher gerne für seine Ideologie gefunden hätte. Aber vielleicht liefert oder bestätigt sie ja Erkenntnisse anderer Art (Kalorienreduktionsdiäten, egal mit welcher Nahrungskomposition, sind nicht nachhaltig zur dauerhaften/langfristigen Gewichtsreduktion geeignet; Bei einer Kalorienreduktionsdiät ist der Einfluß der Nahrungskomposition nicht signifikant ausschlaggebend).

LG,
Thorsten

 

Veröffentlicht von: Reinhard S.
Beiträge: 198
Angemeldet am: 26.08.2015
Veröffentlicht am: 27.04.2017
 

Eigentlich banal die Feststellung und der Grund, warum die äusserst bescheidenen -4kg in 2 Jahren durch metabolische Anpassung (Downgrading des Grundumsatzes, etc.) zustande kamen.

Umso erstaunlicher, dass zwei ausgewiesene Experten dies so nicht sehen (déformation professionelle?): für Dr. Strunz aus selektiver Sicht/Verblendung sind's wieder mal die bösen KH, die deutlichere Gewichtsverluste verhinderten, und für den Mediziner und Biologen Prof. Sacks ist das Resultat dieser Kalorienrestriktion offenbar als Erfolg zu werten. Dabei entsprach die unterkalorische Restriktion von -750kcal nahezu einem Drittel eines durchschnittl. Tagesbedarfes und war somit massiv. Das wirft bei mir auch Fragen bezüglich der Compliance der Probanden auf, weil, wie Dr. Strunz richtig sagt, die Gewichtsreduktion nach 2 Jahren insgesamt mehr als bescheiden ist. Wer schon hält eine 30-35%-Restriktion während 2 Jahren aus? Ich bin mir fast sicher, dass nur ein Teilkollektiv diese massive unterkalorische Diät auch tatsächlich durchgezogen hat.

Auch erstaunt (mich) die Schlussfolgerung aus der Studie von Sacks:  "Reduced-calorie diets result in clinically meaningful weight loss regardless of which macronutrients they emphasize." Die haben tatsächlich den Nerv, die -4kg nach 2 Jahren einen klinisch bedeutenden Erfolg zu nennen (167g pro Monat).

Insofern, wirklich nix verstanden (aber aus anderen Gründen).

Veröffentlicht von: Thomas V.
Beiträge: 350
Angemeldet am: 27.01.2016
Veröffentlicht am: 27.04.2017
 

Thorsten st.,

dem ist nichts mehr hinzuzufügen;)

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 921
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 27.04.2017
 

Wen es interessiert, hier die betreffende Studie

 

In der News heißt es so süffisant:
"Noch einmal: 4kg in 2 Jahren. Professor Sacks hat wirklich nichts verstanden. Nichts vom Leben, nichts von der Medizin, und schon gar nicht vom Patienten. Um den es eigentlich geht.

4 kg in 2 Jahren? Dafür Diät halten? 2 lange Jahre? Jeden Tag 750 Kalorien weniger essen als man möchte? Ich dachte, Menschenexperimente seien verboten?"

Was dabei unterschlagen wird ist:
"At 6 months, participants assigned to each diet had lost an average of 6 kg, which represented 7% of their initial weight; they began to regain weight after 12 months."

6kg in 6 Monaten hört sich für mich schon deutlich anders an, als 4 kg in 2 Jahren.

Die Frage ist doch, warum die Probanden nach 6 Monaten nicht weiter abgenommen und nach 12 Monaten wieder zugenommen haben?
Im Hinterkopf sollte man dabei behalten, dass Messungen/Untersuchungen nur zu Studienbeginn ("Base-Line"), nach 6 Monaten, nach 12 Monaten und nach 2 Jahren statt fanden. Es ist also keineswegs kalr, ob 6kg nach 6 Monaten das Maximum darstellten oder nicht.

Wie auch immer, alle Probanden haben letztendlich eine Kalorienreduktionsdiät (720 kcal Defizit, bezogen auf Base-Line) durchgeführt; unabhängig von ihrer Nahrungskomposition. Wie der Körper darauf reagiert dürte hinlänglich bekannt sein. Er fährt den Stoffwechsel herunter und reduziert seinen Energieumsatz. Im Falle dieser Studie offensichtlich soweit, dass keine weitere Gewichtsabnahme stattfand und es nach 12 Monaten sogar wieder zu einer Gewichtszunahme kam (das ursprüngliche, im Verlauf der Studie anscheinend nicht weiter angepasste Kaloriendefizit hat sich in einen Kalorienüberschuß verkehrt).
Eine typische Folge einer zu starken/langen Kalorienreduktionsdiät.
"In both groups [gastric bypass surgery + “The Biggest Loser”], RMR [resting metabolic rate] decreased significantly more than expected based on measured body composition changes."

D.h., Kaloriendefizit (=Energiedefizt) führt zu einer Reduktion des Grundumsatz und zwar stärker, als aufgrund sich verändernder Körperzusammensetzung (Gewichtsverlust) zu erwarten wäre.

 

Einfluß des KH-Anteil? Nicht valide darstellbar!
KH stoppen Fettverbrennung? Hohes Insulin stoppt Fettverbrennung!
Temporär hohes Insulin stoppt (reduziert) Fettverbrennung temporär.
Dauerhaft hohes Insulin (chronisch) stoppt/reduziert dauerhaft die Fettverbrennung.

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