Low Carb mit Kindern

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Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 04.04.2018
 

"Ob die KH nur fuer die Darmflora bestimmt sind? Keine Ahnung, aber zumindest teilweise wuerde das Sinn machen, oder?"

Allenfalls teilweise, ja.

https://viamedici.thieme.de/lernmodule/biochemie/lactose-+und+galactosestoffwechsel

Lactose- und Galactoseabbau

Lactose (Milchzucker) ist ein Disaccharid aus Galactose und Glucose, in die die Lactose während der Verdauung gespalten wird. Beide Monosaccharide werden im Darm resorbiert und gelangen zur Leber. Dort wird die Glucose in Glucose-6-phosphat umgewandelt und dieses zur Energiegewinnung (Glykolyse) oder zur Glykogensynthese genutzt. Galactose wird zunächst zu Galactose-1-phosphat phosphoryliert. Aus diesem entstehen Glucose-1-phosphat, aus dem Glykogen synthetisiert werden kann, und UDP-Galactose, das der Glykosylierung von Glykolipiden und Glykoproteinen dient. UDP-Galactose kann jedoch auch zu UDP-Glucose epimerisiert werden. Diese tritt in die Glykogensynthese ein oder dient der Aufnahme von Galactose-1-phosphat.

 

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von : Stefan W.
Beiträge: 221
Angemeldet am : 11.06.2013
Veröffentlicht am : 04.04.2018
 

Hi Thorsten,

da hast Du recht, die Studie klingt nicht sehr ueberzeugend. Die haben auch wieder nur irgend etwas gemessen. Und wir Ingenieure wissen: Wer viel misst, misst Mist. :)

Wenn man einfach mal das Substrat betrachtet, also human breast milk, dann stellt man fest, dass so ein kleines Ding, die folgenden Kalorien aufnimmt: Fett 40%, KH 28%, Pr 4.4%.

Ob die KH nur fuer die Darmflora bestimmt sind? Keine Ahnung, aber zumindest teilweise wuerde das Sinn machen, oder?

 

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 03.04.2018
 

Hi Stefan,

ich kann deine Ausführungen gut nachvollziehen.

"How can one verify if the body is using ketones as an energy source if the only ketones being tested are not being utilized as an energy source?"
Das ist ein grundsätzliches Problem bei stofflichem Nachweis. Alles was man als Stoff durch eine Indikatorreaktion nachweist, steht dem Stoffwechsel nicht mehr zur Verfügung.

Unterm Strich bleibt, dass eine Messung im Urin lediglich anzeigen kann, dass mehr Ketone gebildet werden, als der Körper verwertet/verwerten kann. Eine sichere Aussage, ob der Organismus auch tatsächlich in Ketose ist (die Energieversorgung signifikant über Ketone bereitgestellt wird), ist werde mit einem positiven noch mit einem negativen Meßergebniss möglich.

Dann würde mich ja mal interessieren, ob in der fraglichen Studie bei den Säuglingen eine Blut- oder Atemgasanalyse durchgeführt wurde.

Habe mal ein bisschen gesucht und bin auf diese Studie gestoßen:

Neonatal ketosis is not rare: experience of neonatal screening using gas chromatography-mass spectrometry.

"Of the 21,342 neonates that were screened, 47 had significant ketosis."

47 von 21342, das sind gerade mal o,22%. Nicht gerade überzeugend viel und macht den Studientitel etwas irreführend.

 

 

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von : Gabi K.
Beiträge: 21
Angemeldet am : 03.04.2018
Veröffentlicht am : 03.04.2018
 

Ich bin der Meinung dass man an Kindern nicht Experemtieren soll, nur weil man das selbst macht. 

Veröffentlicht von : Ingo W.
Beiträge: 151
Angemeldet am : 29.09.2015
Veröffentlicht am : 02.04.2018
 

Ich hatte es nur so im Kopf, Thorsten, daß er es mal so geschrieben hat, kann mich natürlich irren.

Ist da ein Unterschied zw. Fettstoffwechsel und Ketose? Ketose ist doch permanenter Fettstoffwechsel ... der demnach nur eintritt, wenn keine KH-e zugeführt werden. Oder nicht ... oder doch? ;)

Nun, wenn Fett doch mehr Energie als KH-e liefert, warum soll Ketose dann das Notprogramm sein?

Das ganze auch unter Berücksichtigung von Stefans Hinweis - danke dafür und 'nen schönen 2. Sonntag ... ;)

Veröffentlicht von : Stefan W.
Beiträge: 221
Angemeldet am : 11.06.2013
Veröffentlicht am : 02.04.2018
 

Nur als Hinweis an alle Urin-Messer:

From: https://ketogains.com/2017/08/stopped-testing-ketones-ketogenic-diet/

"This topic has been beaten to death so I’m going to keep it short. Ketones in the urine are often non-detectable post-ketoadaption, resulting in people thinking they are no longer in ketosis when in fact they are just adapting, thus spilling over less ketone, and the Ketostix have outlasted their usefulness. Further, hydration levels are a confounder in urine ketone testing, which can result in a “false positive” and a “false negative.” Additionally, urine ketones measure wasted ketones – those which are being excreted from the body, not those which are actively being utilized. These ketones are not and were not used by brain. How can one verify if the body is using ketones as an energy source if the only ketones being tested are not being utilized as an energy source?"

 

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 01.04.2018
 

Hi Ingo.

Wieso überrascht mich das nicht?

Warum sollte Mutter Natur einen Säugling auch im Notlaufprogramm groß werden lassen wollen?

Fettaroffwechsel lassen ich mir ja gefallen, aber Ketose?

Aus welcher Studie/Quelle hat der Doc denn diese Information?

Frohe Ostertage und lG, Thorsten 

Veröffentlicht von : Ingo W.
Beiträge: 151
Angemeldet am : 29.09.2015
Veröffentlicht am : 01.04.2018
 

Hallo Leute,

weil es dazu paßt: Dr, Strunz schrieb mal, daß Babies, die nur Muttermilch bekommen, in der Ketose sind.

Jetzt habe ich das Ergebnis gesehen, daß sie es nicht sind. Das Alter des Kleinen ist 2 Wochen und er wird 100% gestillt. Ketosestick sagt Nein ...

Ich war, sagen wir 's mal so, unangenehm überrascht.

In dem Thread hier hatte ich vor 'n paar Tagen glaube ich auch gelesen, daß der Milchzucker bei den Zwergen noch nicht verstoffwechselt wird, doch demnach ist es in der Praxis nicht so. Hat jemand Ähnliches ggfs. zu berichten?

Liebe Grüße.

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Bitte nicht vergessen (bei der ganzen Gramm-Rechnerei), das Glukose nicht nur Energiesubstrat ist, sondern auch für die Her-/Bereitstellung vieler Glykoproteine, Antikörper, Schleim, Gelenkknorpel, etc. benötigt und verwendet wird!
Ebenso sind temporäre Insulinausschüttungen gut, nützlich, notwendig (Vitamin C Recycling, Mg Aufnahme der Zellen, Anabolismus, etc.).

Es gibt also nicht nur kein "One Size fits all", sondern man sollte auch einen wie auch immer gearteten (ernährungs)Dauerzustand nach möglichkeit vermeiden.
Langfristig um das Optimum herum mäandrieren ist gut und sinnvoll. Man sollte aber gar nicht erst versuchen Zufuhr und Bedarf zu jedem Zeitpunkt zu Deckung bringen zu wollen. Also: Zyklen!  Aber auch nicht dogmatisch als Form einer Sinusschwingung, sondern gerne auch stochastisch.
Der Steini hat auch nicht immer Mittwoch 16:25Uhr sein Mammut erlegt wink

Entspannt und kontextsensitive Grüße,
Thorsten

Veröffentlicht von : Robert K.
Beiträge: 1059
Angemeldet am : 14.01.2017
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Hallo Stefan,

hier ist noch einiges nicht so geordnet.

Also ...das Gehirn braucht angeblich kaum noch Carbs, wenn es Ketonkörper gut verwerten kann. Wenn dann solltest Du so argumentieren ;-)

Dito Herz, wobei beide wohl nicht zu 100% umschwenken können.

Das Gehirn braucht über den Tag gesehen wohl ca. 120g rote BK 40 (lt. Prof. Horn, Biochemie des Menschen).

Und die Leber kann 150-200g Glukose speichern. Muss also gar keine GNG betreiben wenn gefüllt. Ob sie es doch in der Nacht macht, wes ick nicht

Von dieser Warte aus kommen auch Leute wie Thomas und ich, die sagen: Wieso sollte man nicht diese 160g täglich zu sich nehmen? Den Rest macht der Körper dann schon mittels Fett (v.a. Muskeln).

Sonst müsste man in der Tat seine 2200 KCal (ca. 600g Glukose) komplett per Reis in sich reinschaufeln und das machen wir ja nicht. Da sollen schön die Fette verbraten werden, die wir essen.

VG,

Robert

Veröffentlicht von : Stefan W.
Beiträge: 221
Angemeldet am : 11.06.2013
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Hi Thomas V.

so richtig sehe ich noch keine Annaeherung..

"Warum sollte ein metabolisch flexibel reagierender Stoffwechsel nicht einfach in die Fettverbrennung switchen? Glucose, gewonnen durch GNG, wird nicht zur Energiegewinnung genutzt, sondern deckt nur den Bedarf diverser Zellen ab."

Genau - den des Gehirns zum Beispiel. Als Zahlenbeispiel:

Angenommen Du bist nicht fett adapted und Dein Gehirn ist 210g KH pro Tag gewoehnt, dann werden (nur als einfache Ueberschlagsrechnung) auch waehrend der 8 Schlafstunden 70g Glukose fuer's Brain benoetigt. Die muessen irgenwo herkommen und laut gewissen Studien, wird dafuer vorrangig die GNG benutzt. Um 70g Gluk. zu prod. brauchst Du ca. 120 g Prot.  Dr. Lutz nennt das "Eiweissopfer".

Bist Du dagegen fett-adapted, und Dein Gehirn braucht 70g am Tag und in der Nacht entsprechend 23 g, dann werden fuer die 23g eben nur 40g Prot. gebraucht.

Bitte nicht die Zahlenwerte anmeckern - es geht um's Prinzip.

Vieles ist nicht so linear, wie wir manchmal denken: Ich bin mir auch sicher, dass der anfaengliche Gewichtsverlust beim Low Carben diesem Eiweissopfer geschuldet ist. Man nimmt ab, weil Fett noch nicht in dem Masse genutzt werden kann (Enzyme fehlen noch) und GNG laeuft volles Rohr. Man ist katabol wie Du sagst. Wenn dann Fettadapted, aendert sich das alles, man hat kein Problem mehr mit automatischer Gewichtsabnahme und auch kein Problem Muskeln aufzubauen. Nur muss man da eben erst mal hinkommen...

 



Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 824
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Stefan, ich seh, wir nähern uns an:)

„Was passiert, wenn man mehr als dieses Minimum zufuehrt? Man entzieht dem Koerper die Notwendgkeit zu dem physiologischen Minimum zu gehen. Glukose kann (und wird dann auch wieder) als Energiesubstrat benutzt. Physiologische Insulinresistenz tritt nicht mehr auf. Glukose wird dann entsprechend auch nachts weiter als Energiesubstrat benoetigt und GNG entsprechend angeschalten“

Warum sollte ein metabolisch flexibel reagierender Stoffwechsel nicht einfach in die Fettverbrennung switchen? Glucose, gewonnen durch GNG, wird nicht zur Energiegewinnung genutzt, sondern deckt nur den Bedarf diverser Zellen ab.
Gerade das ist doch der Sinn, metabolisch flexibel zu reagieren. Geht das Insulin runter, übernimmt Glucagon die Regie und es werden Fette verbrannt. Oder, registriert die Zelle einen Energiemangel..aus Glucose..switcht sie von mTOR auf AMPK. Das passiert doch regelmäßig am Tag, anderenfalls würden wir immer dicker werden. Die, bei denen das nicht mehr funktioniert, sehen wir jeden Tag auf der Straße (…)

Der „Streitpunkt" ist also lediglich die Frage, wie hoch liegt die nach oben tolerierbare Carbschwelle?

Ich persönlich möchte beide Makronährstoffe optimal verwerten können, optimal Insulinsensitiv sein und mich metabolisch auf jede geforderte Stoffwechselsituation, optimal genetisch korrekt und naturgegeben einstellen/reagieren können.

Genetisch korrekt ist es eben, beide Stoffwechselpfade zu nutzen!

Veröffentlicht von : Martin F.
Beiträge: 371
Angemeldet am : 12.12.2017
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Hallo an Alle,

vielen Dank für Eure Beiträge. Ich denke das hat die Situation jetzt ziemlich perfekt beschrieben.

Mir ist schon klar, dass es kein "one size fits all" gibt. Und dass unter dem Stichwort metabolische Flexibilität(bzw. Diät) der wohl beste Kompromiss beschrieben ist.

Auch ich habe festgestellt, dass für Krafttraining ein Carboloading hilfreich ist, wenn man in Richtung Optimierung der persönlichen Bestleitung arbeitet ode beim Halbmarathon (da reichen die Glykogenspeicher dann gerade mal so).

Als negativ empfinde ich aber immer (meine subjektive Beurteilung) mein Problem nach dem Laden die Finger von den Carbs zu lassen. Ich würde mich also tendenziell als "Zuckersüchtig" bezeichnen. Insofern kann ich nur jedem, dem das genauso geht, raten eventuelle Ladephasen sehr diszipliniert durchzuführen. Bzw. lieber über einen sehr langen Zeitraum NoCarb zu leben (mehrere Monate), bevor man wieder mit "Ladephasen" experimentiert.

Zum Thema Krebs und Zucker:

Auch hier nochmals Danke für die umfangreichen Infos. Es würde mich allerdings interessieren, wie das ganze statistisch aussieht. Es gibt doch relativ viele Erfolgsgeschichten mit Keto/LowCarb etc. . Klar, über Erfolge wird gerne geschrieben. Aber ich hab noch von keiner Studie gehört, die Krebsarten bei denen Keto/LowCarb nict funktioniert mal quantifiziert. Sprich wie oft treten die im Vergleich zu allen anderen auf. Das einzige was ich hier gelesen hab ist der Prostatakrebs, der wohl nicht bzw. schlecht auf Keto/LowCarb reagiert.

Wisst Ihr hier was genaueres?

LG

Martin

P.S.

mit dem Rauchen aufzuhören (vor 16Jahren) war easy, meinen Obstkonsum von 2-3kg/Tag auf <0,5kg runterzufahren oder gar mal ein paar Tage komplett auszusetzen ist für mich echt schwer.

Veröffentlicht von : Stefan W.
Beiträge: 221
Angemeldet am : 11.06.2013
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Hi alle,
also wir streiten uns doch hier nicht. Und irgendwo haben alle recht. Nur leider sind es meist isolierte Fakten in den Aussagen ohne Einordnung ins Gesamtbild...

Das gesamte Spektrum ist erlaubt von High Carb bis Low Carb. Jeder kann das fuer sich entscheiden, muss aber auf der einen Seite mit den (nur allzu) bekannten Problemen langfristig rechnen. Um dem zu entgehen, stellt sich die Frage, wo das Optimum ist. Die ist freilich individuell zu beantworten und ich kann hier nur meine Logik praesentieren.

Bei der Reduktion der Nahrungs KH kommt (sofern diese lang genug ist) ein Punkt, an dem der Koerper auf Fette umstellt und KH nur noch minimal benoetigt. Dieser Uebergang ist nicht einfach und evtl. klappt er bei manchen nicht (Resting RQ checken). Klappt es aber und man bringt seinen Koerper in Ketose, zumindest fuer kurze Zeit, dann kann man gewiss sein, dass man nur noch ein Minimun an Nahrungs-KH benoetigt.

Und ja - es macht keinen Sinn (zumindest langfristig nicht) Null KH zu sich zu nehmen, sondern es ist geschickt dieses notwendige Minimum einfach zuzufuehren. Tut man das, kann man mit folgendem rechnen:
a) es wird maximal Fett verstoffwechselt, auch nachts;
b) der Glukosebedarf ist minimal, auch nachts;
Daraus folgt, dass auch die Glukoneogenese minimal ablaeuft. Theoretisch muss es einen Optimum Punkt geben, an dem kaum GNG notwendig ist, wenn genau der KH Bedarf, der gebraucht wird, zugefuehrt wird. Das fuehrt dazu, dass eben kaum noch Protein verzuckert wird - Nennt sich protein sparing effect... Scheint etwas dran zu sein, denn die Infektanfaelligkeit geht tatsaechlich zurueck.


Bei welchen KH Levels passiert das alles?
Der Minimum Bedarf an Glukose wird mit ca. 70g pro Tag abgeschaetzt. Es geht hier nur um Groessenordnungen. D.h. langfristig kann man damit sicher sein, dass der Min. Bedarf gedeckt ist. Der Koerper betrachtet KH dann als kostbar. Physiologische Insulinresistenz ist moeglich, evtl. sogar ein gutes Zeichen, da es bedeutet, dass Glukose nicht als Energiesubstrat benutzt wird. Glukose wird in diesem Mode also als wahres Gut geschaetzt und nur fuer die wichtigen Funktionen benutzt, nicht jedoch als Benzin.


Was passiert, wenn man mehr als dieses Minimum zufuehrt? Man entzieht dem Koerper die Notwendgkeit zu dem physiologischen Minimum zu gehen. Glukose kann (und wird dann auch wieder) als Energiesubstrat benutzt. Physiologische Insulinresistenz tritt nicht mehr auf. Glukose wird dann entsprechend auch nachts weiter als Energiesubstrat benoetigt und GNG entsprechend angeschalten...


Sicher, der Minimum KH Bedarf im fettangepassten Fall ist auch vom Verhalten abhaengig - gehe ich Sprinten oder nicht, wieviel Stress habe ich usw...
Man kann also ein Band definieren von x bis y g KH pro Tag, in dem man, entsprechend seinem Verhalten, um diesen Optimum Punkt herum liegt. Muss man garnicht taeglich genau treffen.


Ganz wichtig ist jedoch, dass man erst einmal dahin kommt, dass der Koerper nur noch den Minimum Bedarf an Glukose benoetigt. Das ist sozusagen das notwendige Conditioning und erfordert Konsequenz. Duempelt man immer - ohne dieses Konditioning, bei 200g KH herum, dann sind das zwar weniger als der Durchschnitt isst, aber man hat damit den Mode noch nicht grundsaetzlich geaendert, Glukose ist noch ein Energiesubstrat und GNG ist notwendig um Versorgungsluecken zu ueberbruecken oder einfach zuzusteuern...


Andererseits bringt auch No Carb nicht die gewuenschten gesunden Effekte, da auch hierbei GNG hochgefahren wird...


So das war jetzt kurz umrissen, wie ich das Ganze verstehe und weshalb ich Probleme damit habe, dass hier vor gesundem low Carb gewarnt wird...


Alles Gute beim Experimentieren.

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 824
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 27.03.2018
 

Die Reduktion der Carbs zur Tumorbekämpfung, mit der Intension des Aushungerns, ist die eine Seite der Medaille. Die andere Seite ist die Aktivierung des katabolen Signalweges durch Low Carb/Keto. Gerade Krebs benötigt ein anaboles Umfeld zum Wachstum. So gesehen könnte LC/Keto trotzdem sinnvoll sein.

Natürlich wird dadurch auch das Immunsystem geschwächt. Ist dann die Frage, wem wird mehr geschadet, dem Immunsystem, oder dem Krebs.

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 26.03.2018
 

"Obwohl, so ganz unrecht hast du nicht, die schnellen Killer verbrauchen wirklich oft Glucose...oft, aber nicht nur. Auch diese Organismen sind metabolisch sehr flexibel!"

Und das fatale an diesen "schnellen Killern" ist darüber hinaus, dass sie auch dann noch fleißig Glukose aus dem Blutstrom fischen (übrigens ohne auf Insulin angewiesen zu sein), wenn der BZ-Spiegel schon physilogisch bedenklich im Keller ist.

Es ist daher mehr als fraglich, man durch isokalorische KH Abstinenz tatsächlich Krebszellen aushungern kann, ohne den restlichen Körper noch zusätzlich zu schwächen (wertvolles  Immunsystem-Eiweiß wird für die Glukoneogenese verschwendet).

 

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1303
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 26.03.2018
 
"Biochemie und Gott....Ihr streitet Euch um "Kaisers Bart"."

Selbst Gott der Kaiser müssen sich der Biochemie geschlagen geben.

 

"Nur die Verstoffwechselung von KH geht eben am leichtesten (bracuht am wenigsten Sauerstoff), und in der Natur fließt das Wasser eben auch nicht bergauf."

Damit hast du einen evolutionär nicht ganz unwichtigen Vorteil bei der körperlichen Energiebereitstellung "entdeckt". Wer mit weniger Sauerstoff mehr Energie bereitstellen kann, hat aufgrund einer höheren möglichen Leistung einen evolutionären Vorteil. Das Ganze gepaart mit einem ebenfalls gut ausgeprägten Ausdauervermögen et violá: der Mensch, Krone der Schöpfung (bzw. Evolution).

 

"Ein Muskel der nicht benutzt (trainiert) wird verkümmert. Und das gleiche passiert eben auch bei entsprechender Ernährung mit den Enzymen."

Wieder auffallend richtig. Aber warum ziehst du die falschen Schlüsse daraus und willst einen Stoffwechselpfad stillegen?

 

"Nur dass man eben mit No/Low-Carb/paleo keinen Unterzucker mehr hat, weil der Fettstoffwechsel und die Glukoneogenese sehr gut trianiert sind."

Dem metabolisch Flexiblen geht es nicht anders. Nur dass er nicht dauernd die Glukoneogenese bemühen und mit wertvollem Eiweiß bedienen muss, sondern  einen gut funktionierenden Glukosestoffwechsel hat. Ganz ohne ausufernde Blutzucker- und Insulinspitzen und auch ohne Unterzucker; Aber mit Insulin, das im Körper auch wirkt.

Wozu soll man auch >>100g Eiweiß zusätzlich(!!) zu sich nehmen, nur um die Glukoseversorgung durch Glukoneogenese am Laufen zu halten?
Ich kaufe mir ja auch nicht extra viele Massivholzmöbel, um sie im Kamin zu verheizen.

 

"In diesem Zusammenhang sei noch mal an Otto Heinrich Warburg errinnert und die Krebszellen die nur vom Zucker leben."

Schlichtweg falsch, diese "nur". Oder ist das ein strunzsches "nur" (analog zu "alle" oder "jede" oder "keine") und bedeutet je nach Kontext so viel wie  "einge" bis "viele"? Es gibt da z.B. auch den Reverse-Warburg Effekt. Außerdem gibt es Krebszellen, die auch Fettsäuren, Laktat und sogar Ketonkörper zur Energiegewinnung nutzen können. Kann man aber sicher einfach ausblenden und ignorieren, wenn es nicht ins eigene Weltbild passt.

 

"Aber auch das ist eigentlich Wurscht, solange man eben weiss was man tun muss um seine persönlichen Ziele zu erreichen."

Das ist in der Tat die Krux.

 

"Ich weiss zumindest für mich, dass ich mit dauerhaft 100-200g Carbs/Tag keine 12 Stunden am Stück bergsteigen kann.
Mit NoCarb das aber ganz locker hinkrieg."

Wenn dein Ziel eine entsprechende Ausdauerfähigkeit ist, kann das für dich in der Tat der richtige Ansatz sein; wenn denn 12h Bergsteigen antehen. An anderen Tagen kann ein anderes Vorgehen durchaus vorteilhaft sein, um langfristig die möglichen Folgen einer dauernhaften Glukosedefizienz zu vermeiden.

Wer andere Ziele hat, die mehr in Richtung maximaler Kraft/Leistung gehen, sollte sich auch entsprechend anders ernähren. Idealerweise zyklisch, um alle wichtigen Stoffwechselpfade zumindest in Bereitschaft zu haben und sie nicht gänzlich ins Koma zu versetzen.

 

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 824
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 26.03.2018
 

Martin, Zitat 2:
„In diesem Zusammenhang sei noch mal an Otto Heinrich Warburg errinnert und die Krebszellen die nur vom Zucker leben.“

Absolut falsch! Heute weiss man um den Warburg-Reverse-Effekt! Leider sind Krebszellen sehr verschieden. Einerseits gibt es die, die sich wirklich nur von Glucose ernähren, andererseits gibt es diverse Krebszellen, die sich von allem ernähren können: Eiweiss, Ketonkörper, Lactose etc. Jeder Krebs hat seinen eigenen Stoffwechsel. Leider ist es nicht so einfach, dass sich alle Krebse von Glucose ernähren.
Von Zucker ernährt sich übrigens keine einziger Krebs, der kommt da gar nicht an, wird vorher in Glucose umgewandelt;)

Obwohl, so ganz unrecht hast du nicht, die schnellen Killer verbrauchen wirklich oft Glucose...oft, aber nicht nur. Auch diese Organismen sind metabolisch sehr flexibel!

Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 824
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 26.03.2018
 

Hallo Martin.
Zitat: „Aber auch das ist eigentlich Wurscht, solange man eben weiss was man tun muss um seine persönlichen Ziele zu erreichen. Ich weiss zumindest für mich, dass ich mit dauerhaft 100-200g Carbs/Tag keine 12 Stunden am Stück bergsteigen kann. Mit NoCarb das aber ganz locker hinkrieg.“

Anscheinend scheint der Begriff „metabolische Flexibilität“ für die „Dauer-Low-Carb“-Verfechter ein abstrakter Begriff zu sein.
Hier mal 2 Beispiele zur Erläuteriung aus dem Sport. Auf der einen Seite ein Ironman, hier Frodeno, auf der anderen Seite der klassische Bodybuilder.

Jan Frodeno soll im Training auf Low Carb und Keto zu setzen. Im Wettkampf findet dann ein massives Carb-Loading statt. In diesem extremen Ausdauersport, nutzt Frodeno nun beide Wege des Stoffwechsels, den Glucosestoffwechsel und den Fettstoffwechsel. Im Ausdauersport kann man auch gut über das Fett laufen, obwohl der Sauerstoffverbrauch ca. 10% höher liegt. Durch das vorhergehnde Carb-Loading, steht dem Sportler viel mehr Energie zur Verfügung, als wenn er nur auf Glucose, oder nur auf Fett zurückgreifen würde, und es wird der typische Hungerast vermieden.
Metabolische Flexibilität wird optimal für den Ausdauersport eingesetzt.

Auf der anderen Seite der Bodybuilder. Kurzfristige, maximale Kraftentfaltung funktioniert am Besten über Carbs. Trotzdem wird auch gern mal in die Ketose, oder auf Low Carb gesetzt. Warum?
Typischerweise wird Kraft unter Einsatz von Kohlenhydraten und viel Eiweiss trainiert. Fett wird eher weggelassen.
Trotzdem gibt es die anabole Diät. Hier wird der Fettanteil hochgezogen, und Carbs werden auf Keto-Niveau gesenkt. Das wird ein paar Tage beibehalten, es wird weiter trainiert und dann werden Carbs geladen. Das Ganze bewirkt einen massiven anabolen Schub.

In beiden Fällen funktioniert das Ganze natürlich nur, wenn der Organismus dazu in der Lage ist, beide Stoffwechselwege optimal zu nutzen. Dieses funktioniert aber nur, wenn man beide Wege auch nutzt und nicht einen unterdrückt.

Man kann sicher davon ausgehen, dass die Natur nichts in uns einbaute, was uns schaden würde.
Warum also sollte ich einen der Stoffwechselwege völlig lahmlegen, der Natur ins Handwerk pfuschen?
Nur weil wir in der westlichen Welt den Fehler machen, den Fettstoffwechsel zu unterdrücken durch extremes Essen von Kohlenhydraten, muss ich doch nicht in das andere Extrem fallen und nur noch Fette verzehren und die Kohlenhydrate verteufeln?!

Veröffentlicht von : Martin F.
Beiträge: 371
Angemeldet am : 12.12.2017
Veröffentlicht am : 26.03.2018
 

Tja,

Biochemie und Gott....Ihr streitet Euch um "Kaisers Bart".

Stefan hat eben doch recht und Thomas und Robert auch. Klar funktionieren alle "Stoffwechselpfade".

Nur die Verstoffwechselung von KH geht eben am leichtesten (bracuht am wenigsten Sauerstoff), und in der Natur fließt das Wasser eben auch nicht bergauf. Das mit dem "am leichtesten" hat halt nur einen Haken. Ein Muskel der nicht benutzt (trainiert) wird verkümmert. Und das gleiche passiert eben auch bei entsprechender Ernährung mit den Enzymen.

Nur dass man eben mit No/Low-Carb/paleo keinen Unterzucker mehr hat, weil der Fettstoffwechsel und die Glukoneogenese sehr gut trianiert sind.

Wem das Wurscht bzw. Pasta ist....bitte!!

In diesem Zusammenhang sei noch mal an Otto Heinrich Warburg errinnert und die Krebszellen die nur vom Zucker leben.

Oder vielleicht nochmal der hinkende Vergleich mit dem Otto-Motor: ein Motor der mit Benzin läuft, läuft mit zusätzlicher Nitroeinspritzung besser. Nur...... läuft er auch länger, oder genausolang, oder vielleicht doch signifikant kürzer?

Aber auch das ist eigentlich Wurscht, solange man eben weiss was man tun muss um seine persönlichen Ziele zu erreichen. Ich weiss zumindest für mich, dass ich mit dauerhaft 100-200g Carbs/Tag keine 12 Stunden am Stück bergsteigen kann. Mit NoCarb das aber ganz locker hinkrieg.

LG

Martin

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