NEWS vom 01.10.17: Depression

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Veröffentlicht von: bluesisk
Beiträge: 61
Angemeldet am: 16.05.2016
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

Hallo Albrecht,

 

was ich in meinem Eingangs-Text schreibe, ist nichts neues und aussergewöhnliches.

Du wirst dazu massig Informationen im Internet finden, selbst bei Wikipedia.

Meine Fachbücher zu nennen, die ich als selbst Betroffener in 20 Jahren dazu gelesen habe, würde den Rahmen hier sprengen. Prof. Otto Benkert hat dazu sehr aufschlussreiche Literatur veröffentlicht.

Hast du schon einmal bei der Anwendung von SSRI von Down-Regulation und Desensibilisierung spezifischer Serotonin-Rezeptoren gelesen? Damit ist die Strukturveränderung des Gehirns beschrieben. Dahinter verbirgt sich die Zerstörung von Rezeptoren, die durch eine Depression zahlenmäßig erhöht sind. Die Rezeptordichte und Rezeptorsensitivität wird herunter reguliert.

Falls Du weitere Fragen hast, kannst Du sie mir gerne stellen. Was ich geschrieben habe, ist allgemeiner Konsens der aktuellen Neurologie, wenn auch nicht vollständig und abgeschlossen.

Veröffentlicht von: Albrecht B.
Beiträge: 5
Angemeldet am: 14.07.2016
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

wie der Doc richtig schreibt, wird Serotonin aus Tryptophan gebildet. Zum Gelingen dieser Synthese ist aber zusätzlich Vitamin D ( plus Vitamin K2), Omega-3-Fettsäuren und Zink erforderlich. Steht bereits alles im newsletter vom 27.02.2017 "Die Biochemie des Glücks, Teil II". Die molekularbiologischen Details stehen im Anhang zum newsletter vom 27.02.2017. Lesenswert !

Veröffentlicht von: Tina H.
Beiträge: 41
Angemeldet am: 07.01.2017
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

Aus meiner persönlichen Sicht:

 

nach dem Tot meiner Mutter war ein Arzt der Meinung, ich häte eine Depression und brauche eine Therapie, sowie Serotoninwiederaufnahmehemmer. Mit dem Zeug ging es mit mir immer mehr bergab! Im verlauf eines dreiviertl Jahres Serotoninwiederaufnahmehemmer und Therapie ging bei mir alles den Bach runter. Ich wurde gleichgültig, verkroch mich in meiner Wohnung, die immer unordentlicher wurde, nahm so stark zu, dass nichts mehr passte. Ich fühlte mich seltsam, unbeschreiblich komisch. 

Als ich realisierte, dass es stetig bergab geht, habe ich die Therapie abgebrochen und das Medikament einfach abgesetzt. Von dem Moment an ging es mir stetig BESSER. Ich nahm ab und ging auch gerne wieder raus. Wiederhohlte die Prüfung und bestand dieses mal.

 

Vor ein paar Jahren hat ein Amtsarzt mal eben gemeint, ich hätte eine Depression. Das las ich später, bei der Akteneinsicht. Zu dem Zeitpunkt war ich erschöpft und zappelig und hatte Konzentrationsschwierigkeiten. Trraurigkeit und so absolut nicht und Interesselosigkeit auch nicht, im Gegenteil, nur konnte ich mangels Kraft und Konzentrationsfähigkeit das, was ich gern wollte, nicht mehr tun.

Eine Verhaltenstherapie hat mir den Rest gegeben. Seither empfinde ich alles, was mir zuvor Spaß gemacht hat, als enerormen Stress, wenn ich auch nur dran denke. (ich sollte in der Therapie diese Dinge als Arbeit betrachten... mein gelernter Beruf (=für mich Arbeit) ist für mich ein Albtraum, so erkläre ich mir das....Dazu kommen noch nächtliche Albträume, die ich seit der Therapie hatte und teilweise noch habe, nach fast drei Jahren.

Besser wurde es mit Magnesium, Trypthophan, Vitaminen und viel Proteinen und Gemüse. Und zwar erst, nachdem ich auch diese Therapie hingeschmissen hatte. 

In Zukunft wird mich kein Psychotherapeut dieser Welt mer in die Finger bekommen. 

 

 

Veröffentlicht von: Albrecht B.
Beiträge: 5
Angemeldet am: 14.07.2016
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

hallo bluesisk,

kannst Du die Quellen nennen, aus denen Du Dein Wissen schöpfst ? Ich bin sicher nicht der einzige Leser Deines Beitrags, dem diese Arbeiten, auf die Du Bezug nimmst, unbekannt sind. Und als mittelbar von der Krankheit betroffen Gewesener bin ich nach wie vor am Thema sehr interessiert. 

 

 

Veröffentlicht von: bluesisk
Beiträge: 61
Angemeldet am: 16.05.2016
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

@Peanut

 

Hier sollte unterschieden werden zwischen einer "gedrückten Stimmung" und einer echten Depression. Die Gabe von Tryptophan kann die Stimmung positiv beeinflussen und zu - wie Dr. Strunz gerne formuliert - mehr "Souveränität" führen. Das hat aber nichts mit einer echten Depression zu tun.

 

Es hat in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Untersuchungen mit Tryptophan gegeben und in Einzelfällen konnten positive Resultate erzielt werden. Bei leichten emotionalen Befindlichkeitsstörungen kann Tryptophan hilfreich sein, bei einer echten Depression ist es aber völlig unzureichend.

Veröffentlicht von: Peanut
Beiträge: 36
Angemeldet am: 29.06.2017
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

Leider kann man den Beitrag nicht negativ bewerten.

Ich kenne einige Menschen, denen genau die hohe Tryptophan Gabe geholfen hat und die dann im Folgenden die Medikamente vom Hausarzt (Pharmaindustrie) absetzen konnten.

Mit der hohen Tryptophan Gabe ist der Doc keineswegs alleine. Musst man z. B. nur einmal in das Handbuch Nährstoffe von Burgerstein schauen.

Aber wie es unter anderem auch im vorgenannten Buch verdeutlicht wird: Immer in ärztlicher Begleitung bzw. auf ärztlicher Empfehlung.

Veröffentlicht von: bluesisk
Beiträge: 61
Angemeldet am: 16.05.2016
Veröffentlicht am: 01.10.2017
 

In Sachen Neurologie hat Dr. Strunz noch erheblichen Nachholbedarf, das zeigen seine vielen Beiträge über Depression und psychiatrische Erkrankung.

 

Eine Depression ist nicht begrenzt auf einen einzigen Transmitter (Serotonin), sondern sie ist eine Erkrankung multipler Transmittersystem. Vor allem zusätzlich Dopamin und Noradrenalin. Ausserdem hat sich mittlerweile durchgesprochen, dass ein Depressiver keine Depression hat, sondern depressiv ist. Neurologisch gesprochen heißt das: es liegt eine Plastizitäts-Veränderung des Gehirns vor und es genügt es nicht, lediglich die Konzentration eines Transmitters anzuheben, sondern das Gehirn muss in seiner plastischen Struktur verändert (normalisiert) werden.

 

Auch weiß man nicht, ob die reduzierte Konzentration der Neurotransmitter eine Folge oder die Ursache der Depression ist. Eine Depression ist keine Erkrankung mangelhafter Tryptophan-Versorgung. Man weiß aber, dass die rasche Wiederaufahme des Serotonins in die präsynaptische Nervenzelle im Vergleich zu nicht Erkrankten deutlich erhöht ist. Da nutzt es nur sehr wenig, die Serotonin-Synthese anzukurbeln. Genau so wenig hilfreich ist, einen defekten Motor mit "noch mehr" Benzin reparieren zu wollen. Es ist der falsche Ansatz!

 

Konsequenter und medizinisch sinnvoller hingegen ist es, die rasche Wiederaufnahme des Serotonins zu hemmen, was man ja mit SSRI realisiert. Auch wenn dies (aufgrund der multiplen Transmitterdefizite) nur zu unzureichenden Resultaten führt. Besser aber als unphysiologisch hohe Tryptophanmengen (ist das noch genetisch korrekt?) im Grammbereich einzunehmen, denn das Gehirn benötigt Serotonin lediglich im µ-Bereich.

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