News vom 15.12.2016 - Die Keto-Adaption

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Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 145
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 16.12.2016
 

Super, Gundula, dann hast Du Dir die Frage nach dem "Warum" ja bereits gestellt und scheinbar auch schon beantwortet. Und wenn dieses "ich will!" wirklich aus dem Innersten kommt und Deiner Überzeugung entspricht, dann kann es doch von Seiten der Umwelt ( = der außen in Erscheinung tretende innere Schweinehund; der "äußere Schweinehund" sozusagen ;-) ) auch keine ernsthaften Probleme geben.

Na dann ... enjoy!

Veröffentlicht von: Gundula K.
Beiträge: 305
Angemeldet am: 06.11.2016
Veröffentlicht am: 16.12.2016
 

Hallo Günther,  :-)

 

lieb von Dir gemeint, Deine Antwort.

 

Ich fühle mich nicht als schlechterer Mensch, weil ich so bin wie die anderen auch. Und schon gar nicht, weil es andere geschafft haben.

Mein innerer Schweinehund ist ein starkes Tier, es verleitet mich jeden Tag zu joggen, obwohl ich nicht der geborene Läufer war und bin. Und mein Schweinehund hat auch beschlossen, dass "wir" ab 01.01.2017 damit anfangen. Warum ab dem Neujahr? Nun, ich habe noch einiges an Esswaren da, z.B. meine Äpfel, die niemand anderes haben will und die ich auch nicht wegwerfen möchte. Außerdem geht bis zum 21.12. der Weihnachtsmarkt, wenn es auch nur 5 Minuten bis dorthin sind und nicht einige Kilometer wie bei Dir ...  ;-)

 

Weißt Du eigentlich, warum ich 2011 mich mit einer Bekannten auf den 1.000 km langen Jakobsweg mit vollgepacktem Rucksack gemacht hatte, obwohl ich Wandern eigentlich überhaupt nicht mag? - Ich hatte dabei die vielen Vertriebenen im 2.Weltkrieg im Sinn und wollte wissen (mein Karma), wie sich das anfühlt, Tag für Tag ohne Pause laufen zu müssen. Und ich war mit moderner Ausrüstung unterwegs, hatte immer eine Pilgerherberge (nicht vorausgebucht!) für die Nacht und ausreichend zu essen ...

Nein, es war nicht das vollendete Glück! Wir haben manchmal geflucht wegen der schmerzenden Füße, die jeden Schritt zur Qual werden ließen. Und der Rucksack - obwohl bequem -  der stark auf meine damaligen knochigen Schultern drückte. Meine Mitläuferin und Initiatorin war 16 Jahre jünger, hatte aber 2 Herzinfarkte hinter sich. Und trotzdem hat sie jeden Tag hart trainiert, um diesen Jakobsweg laufen zu können. Sie konnte es gut. Auf den zahlreichen Anstiegen sind wir gemeinsam langsam gelaufen. Und später (42 Tage insgesamt) musste ich mich sogar sputen, so schnell war sie geworden.  :-)

 

Nein, ich muss es niemandem beweisen, dass ich dauerhaft oder ab und zu oder wechselnd in Ketose sein kann. Ich selbst habe den Wunsch dazu, nach dieser Leichtigkeit, nach diesem auch mal das Essen vergessen zu können. Und deshalb, lieber Günther, ob gesund oder nicht - da streiten sich die Geister - "ich will".

 

Die Schwierigkeit wird vielmehr darin bestehen, im häuslichen Umwelt die kleinen Spitzen und Seufzer und "nicht schon wieder" und "muss das sein" über längere Zeit zu vertragen und zu verdrängen - trotz guter, liebevoller Zuwendung des Partners (Tenor: "Ich muss darunter leiden", warum auch immer).

 

 

Lieben Gruß Gundula

 

 

 

 

 

Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 145
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 16.12.2016
 

Gundula, das von Dir bestellte Buch von Jimmy Moore und Eric C. Westman ist wohl die deutschsprachige Ausgabe von "Keto Clarity - Your Definitive Guide to the Benefits of a Low-Carb, High-Fat Diet" aus dem Jahre 2014. Ein sehr gutes Buch, das wirklich Klarheit verschafft ;-).

Was aber all diese Bücher Dir nicht abnehmen können, ist die Klärung der Frage des "Warum", der zugrundeliegenden "Motivation". Da kann man noch so viele Keto-Bücher lesen und im Prinzip verstehen, ... wenn man "es" (das Erreichen und Halten der Ketose) nur deshalb schaffen möchte, weil "es" andere schließlich auch schaffen, man in Wirklichkeit die damit zumindest temporär verbundenen Entbehrungen jedoch fürchtet und insgeheim ablehnt, dann wird es nicht funktionieren. Nicht einmal mit dem Jimmy Moore an der Hand ;-).

Aber hey, man muss nicht in Ketose sein! Man ist deswegen kein schlechterer Mensch, wenn man es nicht ist, wenn man es nicht schafft, wenn man den kulinarischen Verführern lieber auch mal nachgibt. Unsere Vorfahren haben das mit der Ketose ja nur deshalb so leicht geschafft, weil sie - zeitweise - gar keine andere Wahl hatten. Wir hingegen müssen angesichts eines 24/7-Nahrungsangebots einen permanenten zusätzlichen Kampf mit dem "inneren Schweinehund" austragen. Und ob man sich diesen Kampf als gesunder "Durchschnittsmensch" wirklich antun will, bloß um halt auch "einer von denen" zu sein? Dazu findet man nicht einmal bei Jimmy Moore (oder Daniela Pfeifer) eine Antwort ;-).

Veröffentlicht von: Gundula K.
Beiträge: 305
Angemeldet am: 06.11.2016
Veröffentlicht am: 16.12.2016
 

Lieber Günther, liebe Foristen,  :-)

 

die Bücher von Daniela Pfeifer - aus denen Dr. Strunz immer wieder zitiert - haben mich selbstverständlich auch interessiert und ich habe sie bei Amazon intensiv begutachtet (Leseprobe, Kundenmeinungen). Dann bin ich auf Jimmy Moore gestoßen, ebenfalls ausführlich Ketose, obwohl der Titel es eigentlich im ersten Moment nicht so aussagt. Und Jimmy Moore hat mir einen Tick besser gefallen für den Anfang. Bruce Fife "Das Keto Prinzip" habe ich ja ebenfalls schon seit langer Zeit und lese oftmals darin.

Ich liebe Bücher, und ich muss aufpassen, dass ich nicht sofort alles Greifbare zu diesem Thema kaufe; bin also ein Bücher-Junkie.  ;-)

 

Aber beim nur Lesen soll es dieses Mal natürlich nicht bleiben, wichtig ist die Umsetzung, und zwar die konsequente - nur die allein zählt. Grunderfahrung über mehrere Wochen hatte ich bereits im September/Oktober 2015 gesammelt, nur dann nicht weiter gemacht.

 

Ich will! Das Wort ist mächtig
Spricht's einer ernst und still
Die Sterne reißt vom Himmel
Das eine Wort: "Ich will"

Friedrich Halm

(1806 - 1871), eigentlich Eligius Franz Joseph Freiherr von Münch-Bellinghausen, österreichischer Dramatiker, Lyriker, Novellist, und Intendant des Hoftheaters

 

 

Lieben Gruß Gundula

Veröffentlicht von: Gundula K.
Beiträge: 305
Angemeldet am: 06.11.2016
Veröffentlicht am: 15.12.2016
 

Danke, Günther,  :-)

 

wertvoller und verständlicher Beitrag für mich.  :-)

 

Was mir gut gefallen würde, nicht "dauernd" vom Essen abhängig zu sein. Einfach mal das Essen vergessen, nicht daran denken, dies ist mir bisher - auch bei längerem Wasserfasten - noch nie passiert.

 

Mein Mann kann z.B. sehr gemischt frühstücken, also high carb, moderate fat, high protein, und braucht dann den ganzen Tag nichts mehr. Beneidenswert! Auch wenn das nicht meine Richtung ist. 

 

Nachtrag:

Und weil ich es wie immer ganz genau wissen will, habe ich mir heute zusätzlich bei Amazon das Buch von Jimmy Moore bestellt:

 
;-)

 

 

Lieben Gruß Gundula

Veröffentlicht von: GüntherS
Beiträge: 145
Angemeldet am: 21.08.2015
Veröffentlicht am: 15.12.2016
 

Liebe Gundula,

wie ich Dir schon in Privatnachrichten vor langer Zeit mitteilte, bin ich nicht ganz so konsequent, wie Du mich scheinbar noch immer siehst. Da ich sehr gesund bin (fast schon pumperlgsund), sähe ich für mich auch keinerlei Notwendigkeit, dauerhaft extrem low carb oder gar dauerhaft in Ketose unterwegs zu sein. Wenn das aber jemand tut bzw. versucht, vielleicht sogar für mehrere Jahre in Ketose zu leben (wie beispielsweise ein hier gerne zitierter Blog-Autor), dann hat der wohl vergessen, zumindest einmal kurz nachzudenken. Wie schon oft von mir gesagt: es gibt kaum einen Grund, dauerhaft in Ketose zu sein.

Aber es gibt sehr wohl einen Grund (nein, viele gute Gründe!), sich diese Fahigkeit anzuzüchten und zu erhalten, um sie immer wieder mal temporär einzusetzen. Einfach, weil es für uns Menschen das Natürlichste der Welt ist, weil wir genau deshalb zu dem geworden sind, was wir sind, und weil ganz allgemein Unregelmäßigkeit für uns förderlich ist (was aber nicht heißt, dass man sich jetzt deswegen auch jenes Frankenstein-Essen reinziehen solle, das es Jahrmillionen lang nicht gab und an das wir in keiner Weise angepasst sind - gleiches gilt für zu große Mengen an KH ganz allgemein).

Ich habe mir diese Ketose-Fähigkeit wohl schon vor vielen Jahren - damals ungewollt und aufgrund von Unwissenheit auch völlig ungeplant - durch teilweise sehr extreme Fastenexperimente erarbeitet. Und die ist mir geblieben (RQ bei Strunz-Messungen 0,76 und 0,70). Heute brauche ich nur wenige Tage (nicht Wochen oder gar Monate), um nach einer Phase eines höheren KH-Konsums, wie jetzt in der Glühwein- und Weihnachtskeksezeit, wieder in Ketose zu kommen. Da reichen drei Fastentage Anfang Jänner, um wieder blitzartig zu Blutketonwerten jenseits der 4 mmol/l zu kommen. Wobei hier "Fasten" für den Verzicht auf Kohlenhydrate und Eiweiß steht. Muss kein Wasserfasten sein. Fett ist da gerne erlaubt und sogar durchaus förderlich (da gibt es dann im Nu Blutketonwerte jenseits der 6, 7, 8 mmol/l). Wobei "Fett" hier natürlich Fett in jener Form ist, in der der Körper Fett speichert! Also im Wesentlichen in Form von gesättigten und einfach ungesättigten Fatten, aber nicht in Form von täglich 200ml Olivenöl (wie neulich hier von jemandem geschrieben) oder Leinöl oder sonstigen mehrfach ungesättigten Fetten (PUFAs)! Sondern vielmehr das Fett im Fleisch, im Fisch, in Eiern vor allem, im Schmalz, in der Butter, gerne jenes in Avocados, in gelegentlichen Nüssen und im Kokosfett.

Abgesehen davon, dass die Energiebereitstellung aus Glukose (Glykogen), Fettsäuren und Ketonen immer zu einem gewissen Grad parallel erfolgt und nie völlig isoliert in einer einzigen Form, gelingt dieses Switchen hin zu einem jeweils bevorzugten Substrat zumindest bei mir sehr leicht. In Phasen, in denen ich mehr KHs und Alkohol zu mir nehme (wie jetzt), funktioniert es schon aus Überlebensgründen automatisch, den Glukosestoffwechsel in Gang zu bringen (Glukose ist in größeren Mengen bekanntlich ein Gift für den Körper). Im Jänner gibt es dann wieder ein paar Fastentage, und ansonsten no carb (und no Alk ;-) ) und moderate Protein. Und es fällt mir dann sehr leicht, ganz schnell wieder umzuschalten, wie Blutketon-Messungen beweisen.

Ich merke es daran, dass ich in der Ketose-Phase keinerlei Hunger verpüre und oftmals fast schon aufs Essen vergesse, aber dennoch konstant hohe Energie und Lebensfreude habe, während ich während der aktuellen high carb Phase ständig hungrig bin und stärkeren Stimmungs- und Energieschwankungen unterliege.

Da es mir nicht um Höchstleistung geht (ich mache kein exzessives Cardio oder nehme an Wettkämpfen teil) sondern um konstante, leicht erreichbare Hochleistung, ist Keto für mich viel besser und bin ich während Ketophasen leistungsfähiger und glücklicher - einfach ausgeglichener. Da ich aber auch ein Genußmensch und eben (noch) sehr gesund bin, gönne ich mir auch gelegentliche ungesunde Phasen und nehme die damit verbundenen Einschränkungen und Unpässlichkeiten bewusst in Kauf (hach, so ein Glühwein in netter Gesellschaft, das kann schon etwas ;-) ).

Alles klar, Gundula? Bei mir hat das wiederholte, sehr lange Fasten für die Keto-Adaption gesorgt, sodass ich nach wie vor nur wenige Tage benötige, um neuerlich in Ketose zu kommen. Seit ich regelmäßig auch Blutketonwerte messe, war ich aber noch nie länger als etwa drei Monate in Ketose. Wozu auch?

Die allermeiste Zeit des Jahre lebe ich jedoch sowieso sehr low carb. Esse nie Brot, keine Nudeln, keine Kartoffeln, nur zweimal Pizza im Jahr, so gut wie keinen Reis, keinerlei Limos (auch nicht in der"light"-Form), keinerlei Fertiggerichte und sonstwie hochverarbeitete Produkte, kaum etwas mit Zutatenliste und nur gelegentlich Alkohol. Paläo halt. Wobei ich in Sachen Eiweiß eher moderat bin (im Schnitt kaum mehr als 1,5g pro kg Körpergewicht).

Liebe Grüße,

Günther

P.S.: damit das nicht falsch verstanden wird, ... Olivenöl und Leinöl verwende ich schon auch, aber eher als Gewürz (auf den Salat), nicht als Massennährstoff und Energielieferant.

Veröffentlicht von: Gundula K.
Beiträge: 305
Angemeldet am: 06.11.2016
Veröffentlicht am: 15.12.2016
 

Liebe Foristen,  :-)

 

interessieren würde es mich schon sehr, die Keto-Adaption. Im Moment scheue ich ein wenig vor dem Gedanken an die lange Anpassungszeit - und dann auch noch mit Andersesser und Andersdenker in der Familie ...  

 

@GüntherS.

Lieber Günther,  :-)

Du lebst ja schon lange low carb mit guten körperlich/geistigen Ergebnissen. Korrekt?

Und ich weiß auch, dass Du die Keto-Ernährung als Anfangsphase / Umstellung befürwortest, nicht jedoch als Dauer-Ernährung. Richtig?

 

Frage:

Bist Du persönlich in der Lage, "... zwischen den beiden Energielieferanten Glycose und Fettsäuren abzuwechseln. ...", wie es Dr. Strunz in seiner heutigen News beschreibt?

Die Frage deshalb, weil Du vermutlich schon vor vielen Jahren die Keto-Adaptation durchgeführt hat, also angepasst bist, und Dich jetzt mehr oder weniger ständig in low carb befindest. Richtig?

Ich suche jemanden (außer Frau Strunz), der im reellen Leben diesen Wechsel problemlos jederzeit durchführen kann - natürlich nicht die Person selbst sondern deren Körper.  ;-)

Es kommt mir nicht darauf an, ob die O2-Aufnahme besser ist, oder man 5 Minuten schneller laufen kann. Sondern es geht mir um ganz reale Alltagssituationen, bei denen man die Anpassung und Umschaltung wirklich merkt.

 

Danke an Dich und alle Foristen für nutzbringende Antworten.

 

Lieben Gruß Gundula

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