Probleme nach Krebsbeseitigung durch lowcarb

8 Beiträge
   
Ältester
pro Seite
 
  Sie haben  Lesezeichen
Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 916
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 21.09.2017
 

Versuch macht klug.
So oder so sollte sich nach spätestens 4 Wochen eine Veränderung (sinnvoller Weise zum Besseren) einstellen.

LG und viel Erfolg,
Thorsten

Veröffentlicht von: Asgard
Beiträge: 29
Angemeldet am: 13.08.2013
Veröffentlicht am: 21.09.2017
 

Wüsste nicht, ob ich mich nach überstandenem Bauchspeicheldrüsenkrebs jemals wieder an Kohlenhydrate rantrauen würde! Ob und wieviel Krebsstammzellen noch im Körper vorhanden sind, weiss keiner! 

Würde Tipp von UlliS mit Metformin und Resveratrol versuchen. in welcher Dosierung,Ulli?

Veröffentlicht von: Asgard
Beiträge: 29
Angemeldet am: 13.08.2013
Veröffentlicht am: 21.09.2017
 

Hallo UlliS,

 

kannst du ein (Trans) Resveratrol empfehlen?

Veröffentlicht von: Thomas V.
Beiträge: 349
Angemeldet am: 27.01.2016
Veröffentlicht am: 20.09.2017
 

Hallo Karin. Thorsten hat das mal wieder sehr gut erklärt.

Es sieht wirklich nach einer physiologischen Insulinresistenz aus. Notwendig ist es jetzt, den Stoffwechsel wieder auf das Insulin zu sensibilisieren. Mir empfahl ein biochemiker in meinem Fall erst einmal, meine tägliche kalorienzufuhr mit 30% Kohlenhydrate abzudecken.

Wenn sich die insulinreaktion etwas normalisiert, dann den Stoffwechsel mit Variationen zu konfrontieren. D.h. z.b. morgens und  mittags auf Low Carb plus eiweiss gehen, danach sport zu treiben, am besten krafttraining, aber ausdauersport geht auch. Danach Kohlenhydrate und eiweiss massiv auffüllen.

Oder ab morgens schon carbs plus eiweiss tanken, nachmittags sport treiben , abends noch einmal nachladen.  Oder auch genau das gegenteil - den ganzen tag mal low carb plus sport. Dann giert der körper nach den carb und fährt das System hoch die ersehnten carbs zu verwerten, ...für den Fall, dass diese kommen. Nächsten Tag  morgens mit lc  beginnen und ab Mittag z.b. wieder carbs laden.

Dadurch sensibilisiert sich der Stoffwechsel allmählich  wieder für die Kohlenhydrate, kann aber auch gleichzeitig gut die fette verbrennen, reagiert absolut flexibel auf jedes nährstoffsubstrat.

 Im Idealfall, war Low carb absolut richtig.  Danach muss aber die Flexibilität des Stoffwechsel wieder trainiert werden.

Veröffentlicht von: Karin G.
Beiträge: 2
Angemeldet am: 19.09.2017
Veröffentlicht am: 20.09.2017
 

Lieber UlliS, lieber Thorsten St.,

ganz herzlichen Dank für die schnellen Antworten und die guten Wünsche! Wir geben alles an unseren Schwager weiter.

 Zu den Fragen:

- Die ärztlichen Untersuchungen ergaben, dass die Bauchspeicheldrüse in der Lage ist, ausreichend Insulin zu produzieren. Auch der Transport in die Zellen funktioniert.

- Wenn unser Schwager isst, dann produziert seine Bauchspeicheldrüse Insulin. Auch nach kohlenhydratreichen Mahlzeiten werden normale Blutzuckerwerte erreicht.

- Wenn er längere Zeit nicht isst, wie in der Nacht, dann steigt sein Blutzucker auf sehr hohe Werte. (Abends vor dem Schlafengehen 95, morgens vor dem Frühstück 180 - nach dem Frühstück normalisiert sich der Zuckerwert wieder.)

- es scheint, dass ohne Kohlenhydratzufuhr (bei Gluconeogenese) die Insulinproduktion nicht anspringt.

So denke ich, dass die Glukoneogenese-Regulierung möglicherweise ein sehr guter Ansatzpunkt ist (Vielen Dank an UlliS!)

Mit herzlichen Grüßen

Karin

 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 916
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 20.09.2017
 

Hallo Karin,

welche (Funktions)Teile der Bauchspeicheldrüse wurden denn durch die OP Entfernt, bzw. evtl. durch die Chemo in Mitleidenschaft gezogen?
https://de.wikipedia.org/wiki/Bauchspeicheldr%C3%BCse#Erkrankungen

Sprich, kann die BS deines Schwagers denn noch ausreichend Insulin produzieren?
Hat er mal einen Glukose-Toleranztest gemacht? Da sieht man zumindest, ob die BS mit einer eigentlich adäquaten Insulinausschüttung reagiert.
Wenn der Blutzuckerspiegel trotz Insulinausschüttung nicht angemessen sinkt, leidet dein Schwager sehr wahrscheinlich an einer ausgeprägten Insulinresistenz.
Diese kann(!) z.B. durch eine extrem kohlenhydrat-arme Ernährung (LC/Keto) entstehen; i.d.R. eine sogenannte "physiologische Insulinresistenz" (umkehrbar). Dabei wirkt das Insulin nicht mehr in dem Sinne, dass die Körperzellen den Blutzucker aufnehmen. Der Blutzuckerspiegel steigt, bzw. bleibt hoch.
Das wäre dann aber ein Ernährungsthema. Ziel wäre dann die Wiederherstellung einer ausreichenden Insulinsensitivität (Nahrungs-KH; Ausdauersport, Omega 3, Chrom, ...).

Wenn die BS erst gar kein, bzw. nicht ausreichend Insulin produziert, kann durch die Erkrankung und Therapie auch ein Großteil der Insulin produzierenden Zellen verloren gegangen sein.
Dein Schwager wäre dann quasi Typ 1 Diabetiker, dessen BS nicht mehr ausreichend Insulin produzieren kann.

 

Ich drücke euch die Daumen und wünsche gute Besserung.
LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: UlliS
Beiträge: 171
Angemeldet am: 02.08.2003
Veröffentlicht am: 20.09.2017
 

Was genau das Problem bei deinem Schwager ist kann ich dir leider auch nicht sagen. Einen Hinweis kann ich dir aber geben:

Die Gluconeogenese kann man runter regeln mit Metformin oder noch effektiver mir (trans-) Resveratrol.

LG Uli

Veröffentlicht von: Karin G.
Beiträge: 2
Angemeldet am: 19.09.2017
Veröffentlicht am: 19.09.2017
 

Liebe Forumsmitglieder,

wir bitten um Tipps / Anregungen. Es geht um eine Krebserkrankung mit glücklichem Ausgang, aber dennoch einigen Problemen. Ich schildere kurz die Lage:

Bei meinem Schwager wurde vor 1 1/2 Jahren Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Lebermetastasen diagnostiziert. Wegen der Metastasen war keine OP möglich. Er bekam eine moderne, individualisierte Chemotherapie.  Aus eigenem Antrieb ernährte er sich zusätzlich nach den Empfehlungen von Johannes Coy und Dr. Strunz strikt ketogen. Nach einem Drittel der geplanten Chemoserie ( drei Monate) stellte man fest, daß ein Aufbau der weißen Blutkörperchen nicht mehr notwendig war, und ein PET-Scan nach der Hälfte des geplanten Zyklus ergab, dass die Metastasen verschwunden sind, der Primärtumor schrumpft und alles inaktiv ist. Die Chemoserie wurde abgebrochen und der Primärtumor doch operiert. Dabei hat man ein Drittel der Bauchspeicheldrüse  (unterer Bereich) entfernt und aus Sicherheitsgründen die Milz und einige Lymphknoten. Biopsie-Befund bei allen entfernten Teilen negativ. Mittlerweile schon zwei Kontrolluntersuchungen: Er ist krebsfrei.

Um keinen Rückfall zu riskieren ( und auch um abzunehmen und weil ihm lowcarb -Phasen früher immer gut taten), lebte er nach der OP weiterhin ketogen / lowcarb. Aber nun funktionierte es nicht mehr. Er hat trotz ketogener Ernährung  hohe Blutzuckerwerte, vor allem der Nüchtern-Blutzucker am Morgen ist sehr hoch, und er fühlt sich müde und energielos. Sobald er etwas isst, sinkt paradoxerweise der Blutzucker. Außerdem nimmt er seit der OP ständig zu.

Seine Ärzte meinen nun, dass durch die  OP die Blutzuckerregulation gestört ist. Die Bauchspeicheldrüse reagiere nicht auf Zucker im Blut, wohl aber auf Zucker im Magen. Isst er nun nichts (in der Nacht) oder ketogen, springt die Gluconeogenese an, die Leber produziert Zucker, aber viel zu viel, da das Stoppsignal "hoher Blutzucker" ja nicht funktioniert.  Daher der hohe Nüchtern-Blutzucker am Morgen. Das könnte auch die Müdigkeit erklären, denn die Zuckerproduktion in der Leber ist anstrengend.  Auch die Produktion von Ketonkörpern springt nicht an, auch nicht, wenn er viel Fett isst. Wenn er dagegen Süsses isst, sinkt der Blutzucker besonders schnell.

Wie soll er sich nun verhalten? Momentan gibt es bei ihm morgens Müsli mit Haferflocken, was als Krebsvorsorge ja eigentlich nicht ideal ist.

Wir freuen uns auf Antworten, vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Karin

8 Beiträge
   
Ältester
pro Seite
 
  Sie haben  Lesezeichen