Telomere (News v. 27.03.2017)

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Veröffentlicht von : Thomas V.
Beiträge: 670
Angemeldet am : 27.01.2016
Veröffentlicht am : 27.03.2017
 

tja thorsten st.

bei den news musste ich auch schmunzeln. allerdingst könnte der doc aber recht haben mit seinem täglichen training: 12 bis 24 stunden wird die schützende telomerase aktiviert, bedeutet, bei 3x die woche ist dieser schutz auch nur für 3 tage gewährleistet.

wie wäre die untersuchung wohl ausgegangen, hätte man jeden trainiert, den schutz jeden tag aktiviert? obwohl, der körper ist auch keine maschine, es könnte sogar kontraproduktiv sein, jeden tag zu laufen; stichwort regeneration.

mit sicherheit ist es für den körper deutlich besser, nicht alles so verbissen zu sehen;)

ich sehe es bei dem doc aber anders. er kennt uns pappenheimer zur genüge. würde er sagen, 3x die woche sporteln, weiss er genau, wir machen das nur 1, höchstens 2x die woche. hämmert er uns aber ein tägliches training ein, weiss er auch, dass wir eh mal ein, zwei tage ausfallen lassen...damit trainieren wir 5 tage die woche und das passt dann wieder:)

der doc ist eben ein guter motivator und psychologe!

Veröffentlicht von : Robert K.
Beiträge: 891
Angemeldet am : 14.01.2017
Veröffentlicht am : 27.03.2017
 

Prima Beitrag Thorsten! Danke! Ich gebe zu, dass ich da einfach drübergelesen habe...habe zwar gestockt...aber drübergelesen. tststs...

Veröffentlicht von : Thorsten St.
Beiträge: 1179
Angemeldet am : 04.06.2014
Veröffentlicht am : 27.03.2017
 



Die News macht mich wieder einmal sehr nachdenklich.
Nachdenklich in Bezug auf Interpretation von Versuchsergebnissen.
Nachdenklich, wie Versuchsergebnisse und Erkenntnisse (möglicherweise) im Sinne der eigenen Überzeugungsarbeit überinterpretiert weden.

Da wird erst berichtet:
"Unsportliche Menschen haben sechs Monate lang drei Mal pro Woche 45 Minuten „gesportelt“. Und prompt verlangsamte sich der Alterungsprozess.
Verlangsamte sich der Abbau der Telomere. Genauer:

  Ausdauersport (wohlgemerkt: minimal!) verlangsamt die Verkürzung der Telomere.
  Die gleiche Wirkung hat „intensives Intervall-Lauftraining“.
  Nicht ganz so wirksam ist Krafttraining.

Fazit: „Regelmäßige körperliche Aktivität ist das beste Anti-Aging-Mittel“. Und dann kommt´s:

Neu: Bei einigen Probanden waren die Telomere nach sechs Monaten sogar länger als vorher. Die Zellen waren also tatsächlich nach objektiven Maßstäben jünger als vorher."


Und die daraus gezogene Schlußfolgerung ist:
"Anti-Aging-Training muss regelmäßig sein. Präziser: Muss täglich stattfinden. Tag-täglich!"

Und auch:
"Gab´s da nicht einmal vor 27 Jahren so einen Wanderprediger in Deutschland, der von „täglichem Laufen“ sprach?
Kopfschütteln bei den etablierten Sportmedizinern. Dort genügte ja zwei bis drei Mal pro Woche. Ach ja…"

Aber genau davon spricht doch die Referenzierte Untersuchung von 2017 auch: "drei mal pro Woche 45 Minuten" und "Bei einigen Probanden waren die Telomere nach sechs Monaten sogar länger als vorher."
Nichts von wegen "muss täglich stattfinden"!

Es wäre nicht das erste mal in der Geschichte, dass (Wander)Prediger Erkenntnisse für die Verbreitung der eignen Botschaft etwas überinterpretieren.

Es sind nicht alle Eiweiße gut und gesund.
Es sind nicht alle Fette gut und gesund.
Es sind nicht alle Kohlenhydrate böse und schädlich.
Es sind nicht alle Flüchtlinge Islamisten und Terroristen
Es ist nicht alles entweder schwarz oder weiß.
Und "drei mal pro Woche" ist nicht "täglich"!


Unterm Strich bleibt, man sollte Menschen nicht verschrecken mit "du musst täglich!". Damit kann man viele schon vor dem Einstieg in ein gesünderes Dasein abschrecken.
"Schon eine einzige Trainingseinheit aktiviert das Schutzenzym Telomerase für 12 bis 24 Stunden." DAS ist doch schon mal ein Anfang, ein Einstieg, der nicht gleich die verschreckt, die es am Nötigsten haben.
"drei Mal pro Woche 45 Minuten" und "die Zellen waren also tatsächlich nach objektiven Maßstäben jünger als vorher."  Das ist dann für die etwas Fortgeschritteneren.
"Muss täglich stattfinden. Tag-täglich!" DAS ist schon fast wieder Drohmedizin; schon allein wegen des "muss". Und allenfalls was für Top-Athleten, ambitionierte Live-Style und Hobby-Sportler oder irgelwelche XYZisten.

Man sollte den Menschen klar machen, dass dass die anfangs größten Veränderungen/Verbesserungen den kleinsten Bedarf an Maßnahmen haben.
Da kann man mit 10-15% Aufwand 60-80% Ertrag/Verbesserung erhalten.
Das ist wie beim Installations-Fortschrittsbalken bei Windows. 95% sind 10% der Zeit geschafft. Die letzten 5% dauern aber gefühlt ewig.

 

"Kein Mensch mus müssen" (Nathan der Weise; Gotthold Ephraim Lessing)



LG,
Thorsten

 

PS: Nein, ich zweifle nicht die Bedeutung der Teleomere für die Teilungsfähigkeit der Zelle und die Langlebigkeit des Organismus an.

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