Zucker zerstört ihr Immunsystem - ??? - News vom 13.09.2017

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Veröffentlicht von: Thomas V.
Beiträge: 323
Angemeldet am: 27.01.2016
Veröffentlicht am: 14.09.2017
 

...gut auch der Satz des Docs, "sich mal flappsig 100 bis 200g Kohlenhydrate zu genehmigen"...

Das ist gerade die Menge, die sich der Organismus via Gluconeogenese selbst herstellt - aus Eiweiss und der Speigel soll ja möglichst hoch sein. Wird in der Gluconeogenese aber nicht funktionieren, diesen Spiegel über 8, oder wie bei mir an 7,5 zu halten.

Kohlenhydrate unter 100g und dann einen anabolen Stoffwechsel, um den Eiweißspiegel überhaupt erst aufbauen zu können? Um anabole Hormone, wie das Testosteron, das DHEA etc. aufzubauen, ein schlagkräftiges Immunsystem fordert auch einen anabolen Stoffwechsel - alles dies will der Doc.

Aber Low Carb unter 100 und ein anaboler Stoiffwechsel, das wäre die eierlegende Wollmilchsau!

Des Rätsels Lösung: Variabilität!

Mal Low Carb und dann auch mal wieder Ladetage einplanen. Kohlenhydrate satt, plus Eiweiss, plus Krafttraining.

Damit trainier man auch seine Insulinsensitivität, trainiert den Stoffwechsel, die Glucose- wie auch die Fettverbrennung-so wirdein Schuh draus! Die metabolische Gesundheit ist die Basis, erst dann bringen die anderen Konzepte etwas, wie Keto, LC, etc.

N U R...diese dann nicht dauerhaft praktizieren.

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 13.09.2017
 

Kleine Ergänzung zu meinem initialen Beitrag:

Es gibt in der Tat auch einen Kinderarzt Dr. David Ludwig in Boston, der (ebenfalls) vergleichsweise undifferenziert gegen Kohlenhydrate argumentiert und auch einige Bücher und Studien zu dem Thema verfasst hat.

Die Aussage in der News, "Zucker ist Gift" (mit dem speziellen Bezug zu Fruktose!), stammt aber von Dr. Robert Lustig, Kinderarzt und Endokrinologe an an der Universität von Kalifornien (und mMn der berühmtere der beiden Doktoren).

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 13.09.2017
 

Liebe Andrea,

ich bin da eigentlich ganz bei dir.

KH Reduktion, bis zur Abstinenz, beschreibe ich ja oft genug als durchaus sinnvolle temporäre Interventionsmaßnahme. Nur als Dauer-Ernährungsphilosophie sehe ich das sehr kritisch.

Das von dir beschriebene, krass-kritische Formulieren von Dr. Strunz geht für mich allerdings schon wieder in Richtung Drohmedizin und ist als Extrem oft genug so abschreckend, dass Betroffene verschreckt lieber gar nichts machen. Ich habe in meinem Umfeld gute Erfahrungen damit gemacht, Betroffenen kleine Schritte anzubieten ("Laß mal eine Woche alle Süßigkeiten/Softdrinks weg und reduziere den Fertigfutter-Anteil"). I.d.R. sind das Maßnahmen, die sich die Betroffenen auch zutrauen durchzuziehen. Und i.d.R. erfahren sie dann schon eine deutliche Besserung ihres Zustandes und wollen dann mehr; von sich aus.

Ob für den Einzelnen nun 100g, 200g oder 300g KH angemessen ist, ist individuell sehr unteschiedlich; und auch abhängig von der Art der KHs.
Man sollte halt nur im Hinterkopf behalten, das Glukose nicht nur energetisch genutzt wird, sondern auch für eine Vielzahl körpereigener Substanzen benötigt wird (teilweise mengenmäßig sogar mehr, als kalorisch verbraucht werden). Wer unter KH-Restriktion also auf einmal mit trockenen Schleimhäuten zu kämpfen hat, häufiger und schneller friert oder eine verschlechterte Wundheilung aufweist, sollte seine KHs vielleicht ein wenig hochschrauben (siehe auch den verlinkten englischen Blog-Beitrag); aber halt "gute" KHs  Gemüse, Kartoffeln, Reis, Obst, mal Pasta.

LG,
Thorsten

Veröffentlicht von: Andrea W.
Beiträge: 36
Angemeldet am: 06.09.2017
Veröffentlicht am: 13.09.2017
 

Hallo Thorsten, 

mit Deinen Ausführungen hast Du Recht. Allerdings schreibt Dr. Strunz ja auch:

Sie sollten das Wort Zucker, das Wort Kohlenhydrate viel viel ernster nehmen. Und sich nicht so flapsig Ihre 100 oder 200g am Tag erlauben.

Das dürfen Sie allenfalls als Sportler. Als Normalmensch produzieren Sie mit tödlicher Sicherheit entartete Fresszellen. Mit all den bekannten Folgen.

Und hierbei stimme ich ihm zu. Nur sind leider die wenigsten Menschen wirklich Sportler (wenn wir ehrlich sind ist das nur die Minderheit und nicht die Mehrheit) - wobei auch hier die Definition "Sportler" man ja mal genauer darlegen sollte (ist man schon Sportler wenn man 3 x pro Woche zügig spazierengeht?!).

Aber korrekt: Alles, was im Übermaß gemacht/genommen wird ist genauso falsch wie ein Zuwenig. Immer. Das gilt auch für Sport meiner Meinung nach. Das gesunde Mittelmaß ist entscheidend.

Ich denke, dass Dr. Strunz auch deswegen viele Dinge so krass formuliert ist, damit vielleicht der ein oder andere doch noch aufwacht und prüft, ob er etwas an seinem Lebensstil ändert.

Mit einer Verzärtlichung "man soll vielleicht mal etwas die Kohlenhydrate reduzieren mit Ausnahme von ein paar Kartoffeln Knödeln und Nudeln" um "dann mal zu schauen ob man sich besser fühlt" wird man wahrscheinlich niemand (Übergewichtigen/Kranken) hinter dem Kaminfeuer (sitzend mit der Tüte Gummibärchen) hervorlocken können ... - und nur ganz wenige ... 

Veröffentlicht von: Thorsten St.
Beiträge: 933
Angemeldet am: 04.06.2014
Veröffentlicht am: 13.09.2017
 

Zuerst einmal heist der berühmte Kinderarzt aus den USA Dr. Robert Lustig. Und der argumentiert nicht stumpf gegen Kohlenhydrate im Allgemeinen und Zucker im Speziellen, sondern er differenziert (!) zwischen Glukose und Fuktose. Glukose wird in Form von Glykogen vom Körper gespeichert. Fruktose wird nahezu nur von der Leber verstoffwechselt, auf nahezu identische Weise wie Alkohol; zu Fett (VLDL, Triglyceride). Dr. Lustig identifiziert Fruktose (und besonders ein Zuviel! davon) als Übeltäter für die vielen Ausprägungen eines Metabolischen Syndroms (Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit,...).
Daraus die allgemeine Aussage "Kohlenhydrate sind Gift" zu speisen, geht dann doch etwas zu weit. Oder sind auch Eiweiße/Proteine Gift, weil Gluten (ein Eiweiß) den Darm schädigt, oder Schlangengift (ein Eiweiß) der Gesundheit abträglich ist?

http://edubily.de/2015/07/was-robert-lustig-wirklich-ueber-kohlenhydrate-sagte/

LC/NC/Ketose sind ja durchaus in bestimmten (Krankheits-/Trainings-) Situationen geeignete Interventionsmaßnahmen; temporär. Auf lange Sicht, als Dauerlebensweise, aber durchaus kritisch zu sehen.
Glukose ist nicht nur Energieträger sondern auch notwendiger Bestandteil verschiedener Verbindungen, Proteine, Hormone, Antikörper (Immunsystem!), etc..

Für des Englischen mächtige Leser sei noch einmal auf
http://livinlavidalowcarb.com/blog/paul-jaminets-response-to-the-critics-of-his-safe-starches-concept/11920
verwiesen. Hier wird u.A. gut ausgeführt, wofür der Körper Glukose (ver)braucht und in welcher Größenordnung.
Auch Wikipedia kann unter den Stichwörtern Glykomik, Glykosylierung und Polysaccharide schon einigen Input geben, dass Glukose zu mehr, als nur zur Energiebereitstellung benötigt wird.
Glukoneogenese kann nicht alle diese Bedürfnisse alleine abdecken! Bei einer Unterdeckung wird dann erst mal weiterhin versucht, den Blutzuckerspiegel im physilogisch erforderlichen Rahmen konstant zu halten. Gleichzeitig wird aber an allen halbwegs vertretbaren Stellen der Glukoseverbrauch herunterreguliert (Hormone, Stoffwechsel, Schleimproduktion, Bindegewebe/Hyaloronsäure, Zellmembran,...)!

Und das Thmea "Fresszellen und Zucker" aus der News vom 10.08.2017, inkl. Link zur entsprechenden Studie, findet sich auch hier:
https://www.strunz.com/de/forum/zucker-und-herzinfarkt---news-v.-10.08.2017/?p=1


Letztendlich zitiert ja Dr. Strunz selber:
"Ein ungünstiger Lebensstil – hier ein zu viel an Zucker – schwächt das Immunsystem."
Das trifft genauso auf ein Zuviel  an Fett zu. Ebenso auf ein Zuviel an Arginin, Zink, Mg, O3,... Eigentlich ist ein Zuviel von Egal-Was immer Schädlich.
Ebenso wie ein Zuwenig von vom Körper benötigten Substraten.

Möge sich jeder selber seine Schlussfolgerungen ziehen.

LG,
Thorsten

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