Leistungskiller

10.12.2010
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Habe ich früher einmal Interleukin 4 genannt. Ein Botenstoff, der in der Lunge, auch im Darm immer dann freigesetzt wird, wenn dort gekämpft wird. Gegen Fremdlinge. Gegen Eindringlinge. Und dieser Botenstoff wandert in Ihr Gehirn und macht Sie ... müde. Schlapp. Leistungsunfähig. Völlig in Ordnung bei einer Lungenentzündung. Da gehören Sie eben ins Bett und nicht auf den Sportplatz.
Sagt Ihnen der Körper, sagen Ihnen die Interleukine.

Das hatten Sie verstanden. Dass die gleichen Vorgänge bei mehr als der Hälfte von Ihnen täglich im Darm ablaufen, wenn auch in schwächerer Form, hat Ihnen noch niemand erzählt. Können Sie nachlesen in einem Artikel der Triathlon-Zeitschrift Tritime 3/10 S. 88. Da geht es nämlich um Nahrungsmittelunverträglichkeit. Die sich zunehmend und massiv in Deutschland häuft. Über die Sie täglich in meiner Praxis klagen. Ohne sich über die Auswirkungen im Klaren zu sein. Wir lesen:

"Bei der Intoleranz auf Lebensmittel wird zwangsläufig Ihr Immunsystem aktiviert, was dann starke Müdigkeit, was dann einen Leistungseinbruch verursacht deshalb, weil Nahrungspartikel als schädliche Viren oder Bakterien fehlinterpretiert und folglich bekämpft werden."

Dahinter steckt die ziemlich neue Erkenntnis, dass Lebensmittel-Intoleranz verbunden ist mit einer exzessiven Produktion von schädlichen freien Radikalen und entzündungsvermittelnden biochemischen Botenstoffen. Diese müssen bekämpft werden. Die Energie, die Ihr Körper hier braucht, steht Ihnen woanders, z.B. beim Sport nicht zur Verfügung.

Eigentlich ganz einfach. Das Dumme an der Geschichte ist die Hilflosigkeit des Arztes. Auch meine. Wir glauben, dass vermutlich 75 % der Bevölkerung inzwischen individuell unterschiedliche Toleranzgrenzen auf Lebensmittel haben. Hintergrund ist, dass wir unseren Körper überschütten mit Stoffen, die er nicht kennt. Auf welche er genetisch nicht programmiert ist.
Sie wissen, wovon hier gesprochen wird: Konventionell verpackte Lebensmittel (Lidl, Aldi) sind behandelt, lang dauernd importiert, konserviert, gespritzt oder anders manipuliert. Sind jedenfalls nicht zu vergleichen mit dem, was unsere Vorfahren zu sich nahmen. Worauf unsere Gene, unser Immunsystem ursprünglich programmiert war.

Viele kennen Blähungen nach dem Essen. Obwohl sie nur ganz wenig gegessen haben. Das geht weiter mit Bauchschmerz bis zu Koliken, wiederholtem Durchfall und endet in unendlicher Müdigkeit, Leistungsunfähigkeit und gelegentliche Depression. Ist ja auch nicht weiter verwunderlich.

Der häufigste Rat des Arztes: Einfach weglassen. Natürlich banal, wenn Sie nur Walnüsse nicht vertragen. Wenn es aber viele Nahrungsmittel sind? Seit Jahrzehnten propagiert, soeben wieder stark im Kommen ist die Rotationsdiät. Täglich andere Nahrungsmittel. Gleiches Essen frühestens nach 4 Tagen.

Mein Vorgehen ist ein bisschen naturwissenschaftlicher: Ich versuche in Ihrem Blut möglichst viele der essentiellen Stoffe zu messen, also der Stoffe, auch welchen auch Ihre Darmschleimhaut, auch Ihr Immunsystem besteht. Und versuche dort Defizite auszugleichen. Man kann das Ganze natürlich auch philosophisch sehen: Wir Menschen bekommen unsere Quittung. Unsere wohlverdiente. Die Natur lässt eben nicht mit sich spaßen.