Meditation

13.10.2011
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ist etwas Nebulöses. Etwas sehr Vages. Ist Esoterik. Ein Sich-abseilen. Sich drücken vor den Problemen dieser Welt. Meditation ist ... was glauben Sie, was ich zu diesem Thema schon alles hören und lesen durfte. Wir Menschen haben vergessen. Jedes Kind meditiert. Wir nicht mehr. Jedes Kind ist Mensch. Wir sind ... Zombies? Wie hätten Sie's denn gern? Wir sind leere Automaten (Ouspensky, Gourdjeff). Tappen durchs Leben, reagieren auf Reize, meist quälende und ... sterben ungetröstet. Normal.

Meditation ist der Weg ins Leben. Der Weg zu uns selbst. Wer meditiert, wird erst Mensch. Wird wach. Nur: Woher soll ein ständig Schlafender wissen, was überhaupt wach ist?

Falls Ihnen diese Einleitung auch wieder zu nebulös erscheint, dann machen wir doch einfach einmal Wissenschaft. Naturwissenschaft. Gucken uns die Gehirne von Meditierenden mit Kernspin an. Und finden (R. Davidson), dass

Meditierende einen besonders aktiven linken präfrontalen Gehirnlappen aufweisen. Signifikant und eindeutig. Immer wieder. Aus früheren Versuchen weiß man längst, dass eine Erregung dieses Gehirnteiles einer positiven Grundstimmung entspricht. Anders ausgedrückt: Optimistische Typen haben einen aktiveren linken Frontalcortex als unglücklichere Naturen.

Es kommt noch viel schlimmer. Bei Menschen, die jahrelang regelmäßig meditieren, findet man im Gehirn (mit Hilfe von 256 auf dem Schädel verteilten Elektroden) einen überdurchschnittlichen Anstieg von Gammawellen. Und zwar während der Meditation wie auch bleibend im "wachen Leben". Jetzt kommt's:

"Hochfrequente Gammawellen stehen für eine erhöhte Aufmerksamkeit und Konzentration". Das deckt sich mit Berichten von Meditierenden, wonach sie "beim Meditieren einen Zustand höchsten Bewusstseins und Wachheit erleben".

Wer meditiert, ist wach. Wer nicht meditiert, schläft. Wer meditiert, wird seiner selbst bewusst. Wer es nicht tut, reagiert eben nur auf Umweltreize. Und weiter geht's (Prof. Davidson):

"Meditation hinterlässt also langzeitliche neuronale Spuren im Gehirn". Es besteht für jeden von uns Hoffnung: "Die Verschaltungen in unserem Gehirn sind nicht fixiert. Es muss also niemand als der enden, der er heute ist".

Einer der es wissen muss, der Mönch Ricard, eine berühmte Versuchsperson, merkt an: "Meditation heißt nicht, unter einem Mangobaum zu sitzen und eine nette Zeit zu haben. Es geht um tiefe Veränderungen Deines Seins. Auf lange Sicht wird man eine andere Person".

Naturwissenschaftlich bewiesen mit Hilfe der Magnetresonanz. Des Kernspins. Will damit sagen: Lieber Leser, es wird langsam Zeit ...

 

 
 
 

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