Aberglaube in der Medizin

17.03.2009
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Das Mittelalter ist noch längst nicht vorbei. Das glauben Sie bloß. Aberglaube und Vorurteil beherrscht die Medizin auch heute noch.

Nachzulesen in einer der besten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, in JAMA 2009;3016: 636.

Da wurde in höchst verdienstvoller Weise mal die gesamte Literatur durchgesehen. 39 Studien zusammengefasst. Und klar gezeigt, dass übergewichtige Mütter ein doppelt so hohes Risiko haben, missgestaltete Kinder zur Welt zu bringen. Also mit angeborenen Herzdefekt, mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Wasserkopf, verkümmerten Armen und Beinen usw.

Und sehr richtig kommentiert Frau Prof. Dr. Judith Rankin: „Frauen, die schwanger werden möchten, sollten zunächst ihr Gewicht kontrollieren“.

Und dann kommt der Satz aus dem tiefsten Mittelalter:

„Während der Schwangerschaft ist es falsch, das Gewicht zu reduzieren. Dann ist es viel wichtiger, „sensibly“ und „healthily“ zu essen“.

Ah ja. Hatten wir uns in den letzten Jahren nicht weltweit geeinigt (Harvard University), dass der Mensch nur gesund, nämlich genetisch korrekt zu essen braucht, um schlank und fit und glücklich zu werden? Und dass das natürlich besonders wichtig wird bei übergewichtigen Schwangeren. Siehe obige Studie!

Frau Prof. Rankin lebt heute noch mit dem Aberglauben, dass schlank machendes Essen schädlich und daher in der Schwangerschaft verboten sei. In der Zeit müsse man ... ja was eigentlich? „Healthily“ essen. Würde ich übersetzen mit „reinhauen“. So sieht's dann ja auch meistens aus.

Manchmal schwillt mir der Kamm. Bitte entschuldigen Sie meinen Ton.

 
 
 

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