Altern ist Einbildung

04.08.2019 | Strunz
 

„Sie haben sooo recht!“ Soeben eine ältere Dame (78 Jahre) zu mir. Und kramt eine uralte News aus dem Täschchen. „Wir haben das immer gewusst und gelebt“. Sah man ihr auch an. Worum ging es? Ums „ewige Leben“. Lesen Sie ´s doch auch noch einmal:

Inzwischen sollte Ihnen allen, liebe privilegierte Leser, klar geworden sein, dass Altern eine typische menschliche Einbildung ist. Dass Altern, wie wir es verstehen, in der Natur nicht vorkommt. Nicht bei den Würmern, nicht bei den Schwänen, und schon gar nicht bei den Schildkröten (nachzulesen bei Nobelpreisträgerin Blackburn, der Dame mit den Telomeren).

Wir Menschen scheinen irgendetwas anders zu machen. Ich will ja gar nicht das Wort falsch in den Mund nehmen. Solange Sie damit zufrieden sind, dass es ab 30 bergab geht, dass Ihr Leben als Senior vom Zipperlein beherrscht wird... ist ja alles in Ordnung.

Nur wenn Sie das Jammern anfangen: Dann sollten Sie vielleicht weiter lesen. Weiter lesen über die Dickschnabellumme. Ein Seevogel. Der bis zu 30 Jahre alt wird. Und innerhalb dieser 30 Jahre einfach nicht altert. Der, ich zitiere, bis zu seinem plötzlichen Tod (plötzlich!) fliegt, taucht wie in seinen besten Tagen. Das sei für Seevögel „anscheinend völlig normal“, auch das (erneut Zitat) „fit und sportlich bis ins hohe Alter“.

Darüber berichteten kanadische Biologen. Die in Salzburg vor der „Society for Experimental Biology“ referierten.

Warum diese Vögel nicht altern? Die Wissenschaftler begründen das damit, dass sie ein „hartes Leben in einer extremen Umgebung“ hätten. Dass sie mit ihren kurzen Flügeln für die Flüge besonders viel Energie aufwenden müssten, ganz zu Schweigen von ihrer Unterwasserjagd nach Fischen. Im eiskalten Wasser. Meinen diese kanadischen Wissenschaftler. Auch die haben noch nicht kapiert, dass ewige Jugend überall in der Natur völlig normal ist, dieses Nicht-Altern, solange man lebt. Aber aus pädagogischen Gründen übernehme ich gerne deren Statement:


Ein hartes Leben in einer extremen Umgebung


sei hilfreich, wenn man fit und sportlich bis ins hohe Alter werden möchte. Will praktisch sagen: Täglich eine halbe Stunde dahin schlampern im Schlepp-Schlurf-Schleifschritt durch den Wald scheint’s auch nicht zu sein. Höchstens als Einstieg.

Vielleicht sollten Sie doch zusätzlich mit täglichem Muskeltraining beginnen? Die 7 magischen Übungen (in „Die neue Diät, das Fitnessbuch“). Und täglich eiskalt duschen? Oder … vielleicht hat der Bergbauer doch recht?

PS: Die Dame besteigt Berge. Mit 78.

 
 

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