An der Universität Gießen

27.01.2012
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hat man soeben ein schwieriges Problem außergewöhnlich intelligent gelöst. Man wollte Menschen helfen. Menschen die es besonders schwer haben. Nämlich Seniorinnen, 65-jährigen Damen mit massivem Übergewicht, also
Body Mass Index von 34.

Die wollten abnehmen. Aber wie?

Frauen sind, wie Sie wissen, benachteiligt. Haben von vorneherein weniger Muskeln. Also weniger fettverbrennendes Gewebe. Und ob man im Alter von 65 noch das Joggen beginnt ... ja eben.

Also hat man die Damen zunächst nur auf die gute alte Diät gesetzt. 1.400 Kalorien täglich. Hat dann aber - das besonders raffinierte - einer Gruppe 50 g Eiweißpulver, der anderen Gruppe 50 g Kohlenhydratpulver hinzugefügt. Nur jeweils 50 g.

Nach 6 Monaten verlor die Eiweißgruppe 9,2% an Fettgewebe an der Hüfte und konnte 13% Gewichtsverlust verzeichnen. Die Kohlenhydratgruppe verlor nur 1% Hüftfett und nur 4,9% Körpergewicht. Deutlicher Unterschied.

Die Autoren streichen heraus, dass die zusätzliche Eiweißgabe erfreulicherweise die Muskulatur erhalten hat und damit die "physical function" bei den Seniorinnen. Die besprechende Wissenschaftlerin stellt heraus:

"Die meisten Diäten empfehlen viel Bewegung, was in jedem Fall gesundheitsfördernd ist. Geht es aber um den reinen Gewichtsverlust, so ist dies allein durch eine erhöhte Proteinzufuhr garantiert. Im Gegensatz zu einer Diät, die bei der Ernährung auf eine größere Menge an Kohlenhydraten ansetzt und gleichzeitig Bewegung vorgibt (D.K. Layman)."

Lieber Leser, was meinen Sie? Wacht Deutschland doch auf? Sogar deutsche Universitäten? In der ganzen Studie habe ich kein Wort über "Eiweiß ist doch gefährlich für die Nieren" gelesen. Erfreulich.

Quelle: J Gerontol A Biol Sci Med Sci 2011 Nov;66(11):1218-25.

 

 

 
 
 

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