Angst vor Demenz

04.11.2016
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Beschäftigt Sie, liebe Patienten, immer häufiger. Fällt mir auf. Jeder zweite kennt in seiner Verwandtschaft oder Bekanntschaft einen dementen Menschen. Das kann eine wirklich schreckliche Begegnung bedeuten. Bringt Sie zum Nachdenken. Und weil wir – leider, leider – die Kontrolle über unser Leben verlieren (in Politik genauso wie im Alltag), bekommen wir Angst. Verständlich. Angst vor Demenz.

Nehme ich Ihnen übel. Und das lasse ich Sie wissen. Ganz entrüstet frage ich Sie jedes Mal, ob Sie denn nicht lesen könnten? Das mit diesen Buchstaben? Erinnern Sie sich? Volksschule? B, C, D? Sie könnten doch längst in diesen News nachlesen und schlagartig Ihre Angst loswerden. Indem Sie das Wundermittel gegen Demenz kennenlernen.

Das Wundermittel?

Ja freilich. Längst bekannt. Und bitte schön: Wir verfassen hier nicht eine Frauenzeitschrift, sondern wir praktizieren (ganz wichtig) und zitieren Wissenschaft. Wie man Demenz mit Sicherheit nicht bekommt, hatten Sie längst nachlesen können. Ich darf´s noch einmal Abdrucken:

Auch der Demenz kann man davonlaufen

LAUF UM DEIN LEBEN!!! Rufe ich Ihnen seit nunmehr 25 Jahren zu. Vor 2000 Menschen in Innsbruck, vor 3000 Menschen in Linz, vor 4000 Menschen in Mainz, vor 12000 Menschen in Köln. Lauf um Dein Leben!!!
Selbstverständlich kenne ich Ihre Gedanken. Oft jedenfalls. Übertrieben, glauben Sie. Zu plakativ. Ums Leben laufen? Ich lebe auch ohne tägliches Joggen. Sie täuschen sich. Sie täuschen sich fürchterlich. Hier geht es doch nicht um banales Leben oder Tod, um das Überleben wie in früheren Zeiten, sondern hier geht es um ein lebenswertes Leben. Um die Lebensqualität. Um den Genuss, um die Lebensfreude. Und da ist eben…LAUFEN DAS NADELÖHR! Wer durch das Nadelöhr Laufen, tägliches Laufen nicht schlüpft, wird Leben nie kennenlernen. Ich bin mir da ganz, ganz sicher. Die FAZ auch. Eine Zeitung der Intellektuellen. In faz.net lesen Sie am 31.05.2013 wörtlich:

Körperliche Fitness schlägt
alle anderen Präventivmaßnahmen für Demenz

Und das wird bewiesen. Joggen, so lesen Sie hier, leistet Ihrer Hirnleistung einen größeren Dienst als regelmäßiges Lösen von Denksportaufgaben. Als regelmäßige Lektüre der Tageszeitung (gut gemeinter Rat). Als regelmäßige Einnahme von Ginko Biloba (Goethes Haumittel), als regelmäßiger maßvoller Genuss von Rotwein (ha,ha!). All diese Maßnahmen werden geschlagen durch Joggen. Durch tägliches Laufen.

  • Bewiesen an 20 000 Finnen 1971-2009. Deren Fitness auf dem Laufband objektiv getestet wurde. Die mit der höchsten Fitness erkrankten um ein Drittel weniger an Demenz. (Ann Int Med Bd. 158, S. 162)
  • Bestätigt in einer weiteren Studie mit 15 000 Menschen. Deren Leistungsfähigkeit (wichtig) objektiv auf einem Laufband gemessen wurde. Die zwei Drittel mit der besten Fitness hatten ein 50 % kleineres Risiko, an einer Demenz zu sterben (Med Science Sports Exerc Bd. 44, S. 253)
  • Beweisen an 90 Zwillingspaaren, von denen jeweils einer an Demenz erkrankt war. Wer Sport trieb, halbierte sein Demenzrisiko (J Geront Biol Science Med Science Bd. 63, S. 63)

Das wirklich bemerkenswerte war, dass Sport sowohl für die degenerative, die Alzheimerdemenz als auch für die vaskuläre, die Verkalkungsdemenz gut war. Beide verhinderte. Und was sie immer bedenken wollen bei diesen Studien: Wirklich fitte Menschen kamen da in Wahrheit gar nicht vor. Da wurde höchstens ein paar Mal pro Woche gejoggt. Sie leben gesünder. Sie leben täglich…! Sie dürfen auf 100 prozentigen Schutz vor Demenz hoffen.

 
 
 

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