Anstrengung hält jung

22.10.2012
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Dumm aber auch. Leider wissenschaftlich bewiesen. Durch Messung unseres wahren Jungbrunnens, des Wachstumshormones, dessen Blutspiegel in der Jugend am höchsten, im Alter am tiefsten messbar wird.

Sie kennen das berühmte Experiment von Rudney (1991): Spritzt man älteren Herrschaften um die 70 dieses Wachstumshormon, werden sie wieder jung. Buchstäblich. Eindeutig. Wissenschaftlich gesichert. Dieser Effekt wird in jeder Anti-Aging-Klinik benutzt. Führend ist hier Dr. Cheim in Palm Springs. Der wirklich sensationelle Erfolge vorweist (ich habe Fotos).

Wachstumshormon also. Die zwei einfachsten Möglichkeiten, dieses Wunderhormon zu stimulieren - also auf die teure Spritze zu verzichten - ist der Tiefschlaf und Körpertraining. Tiefschlaf haben Sie oder haben Sie eben nicht. Können Sie nicht regulieren. Außer Sie sind forever young-Seminarteilnehmer. Dann haben Sie gelernt, Tiefschlaf jederzeit und an jedem Ort auch tagsüber zu machen.

Und Körpertraining? Die einfachste Methode ist Krafttraining. Im Fitness-Studio. Wachstumshormon steigt dann deutlich schon in wenigen Minuten an, wenn Sie sich dabei körperlich erschöpfen. Über die Grenze gehen. Anatomisch übersetzt: Kleine Muskelfasern müssen reißen. Der Heilungs-Reiz ist der Stimulus für das erwünschte Wachstumshormon. Unseren Jungbrunnen.

Aber auch Ausdauertraining ist eine wahre Wunderwaffe gegen das Altern. Wenn man - leider, leider - die wissenschaftliche Wahrheit akzeptiert, dass Sie dabei über die Laktatschwelle gehen müssen. Mindestens 10 Minuten. Das scheint der stärkste Stimulus zu sein für das Ansteigen dieser gewünschten Wunderwaffe gegen das Alter. Gegen Falten. Gegen Muskelabbau. Gegen Verfettung. Gegen das Schrumpfen der Organe. Gegen das Ablagern von Fett in den Blutgefäßen. All dies wird ja durch Wachstumshormon (Rudney 1991) zuverlässig verhindert.

Hier kommt es also auf die Trainingsintensität, auf die Anstrengung an. Natürlich gibt es hier weiterführende Untersuchungen. Die für mich interessanteste ist die Tatsache, dass ich nicht unbedingt 10 Minuten oder länger über die Laktatschwelle gehen muss.

Mehrfach hintereinander 30 Sekunden Maximalanstrengung mit jeweils Pause scheinen genau so effektiv zu sein. Habe ich Peter Greif erzählt. Lacht der mich aus. Laut und lang. "Ham wir doch immer schon gewusst", belehrt er den dummen Strunz. Kurz und intensiv sei schon immer wirksamer gewesen.

Neige ich mein Haupt.

Quelle Godfrey in Sports Med 2003;33(8):599-613

 

 

 

 
 
 

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