Arthrose

03.09.2010
Drucken
 

Rennen Elche Marathon? Spielen Elche Fußball? Treiben Elche überhaupt Sport? Könnte man fragen, wenn man erfährt, staunend erfährt, dass es Elche mit Arthrose gibt.

Und ich dachte immer, Arthrose gäbe es gar nicht bei Tieren. Das gäbe es nur bei Menschen, die Fehler machen ...

Hab ich mich getäuscht. Da gibt es im Norden der USA eine Insel. 72 mal 13 Kilometer. Und dort sind vor 100 Jahren Elche gelandet. Die seither auf dieser völlig isolierten Insel leben.

Die New York Times berichtet nun, dass man bei einem Teil dieser Elche Arthrose gefunden hätte. Große Überraschung. Also haben Forscher der Boston University tausende Exemplare im Laufe der Jahre untersucht. Und gefunden, dass die Elche mit Arthrose kleiner waren als gesunde Elche. Grundsätzlich.

Die Forscher konnten zeigen, dass die Arthrose-Elche einem bestimmten Jahrgang angehörten: Einer Zeit, als das Nahrungsangebot knapp war auf dieser Insel. Zu knapp. Arthrose also Mangel-Krankheit? Welcher Mangel?

Jetzt wird's interessant. Also untersuchte man die Knochen amerikanischer Ureinwohner aus dem 16. Jahrhundert. Fand dort ebenfalls Arthrose und erklärte dies (Prof. Dr. R. Petersen) mit der

"Ernährungsumstellung von Fisch und Wildpflanzen
auf Getreide im Zuge der Besiedelung
durch weiße Zuwanderer. Das habe
zu einem Mangel an essentiellen Aminosäuren
und zu Eisenmangel geführt".

Hier wird Arthrose erklärt. Natürlich nicht von deutschen Orthopäden als Abnutzung durch Sport. Sondern von führenden Forschern in den USA als Folge von Mangelernährung. Präzise:

Mangel an Aminosäuren
Mangel an Eisen

Also essentiellen Stoffen. Lebensnotwendigen Stoffen. Die zentrale für die deutsche Medizin so ungewöhnliche Idee der täglichen Routinediagnostik in unserer Praxis. Erinnern Sie sich? Im Mittelpunkt meiner täglichen Arbeit steht

das Aminogramm

Na, so ein Zufall.

 
 
 

News Schlagwörter