Aspirin

30.09.2011
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Schlucken viele von Ihnen. Täglich. Nennt sich ASS 100. Ein raffiniert umgetauftes Aspirin. ASS 100 gegen Herzinfarkt. Gegen Schlaganfall. Würde "Ihr Blut dünnflüssig machen". So erklärt man Ihnen.

Ich hatte Ihnen mehrfach berichtet. Sie gewarnt. Sie aufgeklärt über die tatsächlich wirksame Dosis (viel geringer) und über die Tatsache, dass ASS bei vielen von Ihnen überhaupt nicht wirkt. Von vorne herein (www.drstrunz.de 13.02.08, 22.05.07).

Dabei ist die Idee ja goldrichtig: Aspirin hemmt "ein ganz bestimmtes Zielprotein in allen Ihren Körperzellen". Dieses schlechte Protein wandelt Botenstoffe, nämlich Prostaglandine, in ihre aktive Form um. Und die machen Entzündung. Schmerz. Das wird mit Aspirin verhindert.

So weit, so gut. Den Begriff Zielprotein kennen Sie. Die werden von Genen gesteuert. Dummerweise wird beim Menschen ein und dasselbe Gen, ein und dasselbe Zielprotein auch für immer andere Reaktionen benutzt. Für viele andere Reaktionen.

Das erklärt, dass selbst so ein gutes Medikament wie Aspirin, welches auf ein Protein wirkt, immer auch unerwünschte Nebenwirkungen produziert. Unausweichlich. Weil es eben viele Zielproteine beeinflusst. Was das in der Praxis bedeutet, erklärt uns der Arzt und Molekulargenetiker M. Nehls in seinem neuesten Buch Die Methusalem-Strategie:

"Amerikanische Werbespots gaukeln Konsumenten vor, dass eine kleine, tägliche Aspirintablette vor Herzinfarkt schützt. Das stimmt zwar nicht, erklärt unter anderem aber den enorm hohen Aspirinverbrauch in den USA. Die Folgen: Jahr für Jahr werden alleine in den USA hunderttausende von Menschen mit Magenblutungen in Krankenhäuser eingeliefert, ein Sechstel stirbt an Komplikationen. Das New Engl J Med hat errechnet, dass Aspirin und damit verwandte chemische Wirkstoffe als Ursache an 15. Stelle der US-amerikanischen Todesstatistik stehen - gleich neben dem Aidserreger".

Wissen Sie, wie viel Milliarden jährlich in die Aids-Therapie gesteckt werden? Und wie viel gar nicht in die Aspirin-Therapie?

Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genomes hat der Mensch verstanden, dass "nebenwirkungsfreie, gezielte Therapien nicht mehr zu erwarten sind" (Zitat).

Und Sie schlucken Tabletten.

 

 

 

 
 
 

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