Auf dem Mount Everest

02.11.2009
Drucken
 

ist die Luft dünn. Sehr dünn. Fragen Sie mal Reinhold Messner. Der musste dort oben mit einem Drittel des normalen Sauerstoffgehaltes in der Luft Schwerstarbeit leisten. Hat er geschafft. Mit Zähigkeit, Willenskraft und Energie.

Andere sind klüger. Oder fauler, wie Sie wollen. Die machen erst mal ein bisschen Bluttuning, und fühlen sich dann sogar in über 9000 Meter noch wohl. Oh!

Ich spreche von den Streifengänsen. Die tatsächlich jedes Jahr über den Himalaya fliegen. Über 9000 Meter. Dort enthält die Luft nur noch 6,5% (normal 21%) Sauerstoff.

Wieso die das schaffen? Die haben ein anderes Hämoglobin. Einen anderen roten Blutfarbstoff. Von dem Sie alle wissen, dass der den Sauerstoff bindet und transportiert. "Je mehr, desto besser" erzähle ich Ihnen seit 21 Jahren. Weiß ja inzwischen jeder Leistungssportler, der entweder EPO oder gewisse Blutbanken benutzt. Gleiche Idee.

Die Streifengans ist viel schlauer: Die ersetzt im Hämoglobin, das bei ihr aus 287 Aminosäuren besteht

eine einzige Aminosäure.

Tauscht eine einzige Aminosäure aus und erreicht so, dass das "neue" Hämoglobin auch die kleinsten Sauerstoffspuren aus der Luft an sich rafft und bindet.

Wenn man das im Sport verwenden könnte ... Da glänzen meine Äuglein. Und ich denke mir: Aminosäuren scheinen wichtiger zu sein als Gene.

Die Natur ist soviel klüger und raffinierter als wir Menschlein.

 
 
 

News Schlagwörter