Auf der Suche nach dem Wunderbaren

16.08.2013
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Ist ein berühmter Buchtitel. Von Ouspensky. Dem Schüler von Gurdjieff, einem tanzenden Derwisch. Ein Buch, das ich Ihnen nicht empfehle. Weil es mehr verwirrt als hilft. Dessen Grundidee man aber leicht verstehen kann:

Der Mensch ist ein Automaton. Ein Roboter. Lebt wie an Fäden gezogen. Reagiert brav auf die Anforderungen des Lebens. Tag für Tag. Leicht vorhersehbar. Es gäbe freilich ein anderes Leben: Wach. Bewusst. Bei sich selbst. Der Weg dorthin ist klar: Vom Beta- in den Alphazustand. Das war`s auch schon. Schalten Sie den Gedankenmüll, schalten Sie Ihr Umfeld ab und hören Sie einmal nur auf sich selbst. Das wäre der Anfang.

Dann hätten Sie die Möglichkeit, das Ziel, das Wunderbare, wie es in dem Buch beschrieben wird, zu erreichen: Flow. Das höchste Glück auf dieser Welt. Für mich der Grund, Ironman zu genießen. Lesen Sie bitte die News über Flow nach.

Eine andere Definition vom „Wunderbaren“ habe ich soeben geschenkt bekommen vom Golfprofi Kaymer. Bemerkenswerter junger Mann. Mit 26 Jahren Weltspitze. Jetzt mit 28 nicht mehr. Üblicher Verlauf. Der Sätze von sich gibt wie:

Kaymer: Irgendwie musst du es als Athlet schaffen, den Druck rauszulassen.
Spiegel: Welches Ventil haben Sie?
Kaymer: Fitnesstraining.
Spiegel: Ernsthaft?
Kaymer: Ich gehe laufen, ins Fitnessstudio und mache Pilates, da bekomme ich den Kopf frei.

So macht`s also ein Profi. Und Sie beklagen mir gegenüber den Druck am Arbeitsplatz. Und wissen nicht weiter. Hier das Rezept, die Gebrauchsanleitung. Auch wenn die – typisch – dem Spiegeljournalisten unglaubwürdig erscheint. Der fragt doch tatsächlich „Ernsthaft?“. Nun ja.

Der entscheidende Satz fällt im Zusammenhang mit der Einsicht, dass man Golf, wie wohl alles andere auch, ständig üben muss. Dass der ständige Weg das Ziel ist. Dass man das Ziel wohl nie erreichen wird. Und das formuliert Kaymer so:

„Das Wissen, dass es immer noch besser geht, ist wunderbar“.

Eine wunderbare Einsicht. Wenn Sie das als Glaubenssatz in Ihr Unterbewusstsein senken könnten, werden Sie auch mit 100 Jahren noch fröhlich und energiegeladen sein. Beweis: Die Hundertjährigen. Die auf Okinawa.

Zum einen das Wissen, dass es immer noch besser geht. Dass Sie eben nicht im Altenheim verkommen. Nur noch vor sich hindösen, debil werden und der Muskel verfällt. Nein: Wir wissen, wie es „besser geht“. Wie Sie aktiv Ihren Körper immer noch verbessern können. Beweist Ihnen jeder 90-jährige Bodybuilder. Die es schließlich gibt. Das Gleiche gilt für das Gehirn: Beweist Ihnen – mein Lieblingsbeispiel – jeder ältere Mönch.

Und dieses Wissen nennt Kaymer nicht lästig, nicht anstrengend, sondern wunderbar. Und da hat er Recht. Wenn dieses Wissen in Ihnen Wahrheit, Realität geworden ist... in dem Moment empfinden Sie Ihr Leben jeden Tag, jeden Moment nur noch als Wunder. Und gucken sich unablässig mit wachen Augen um.

Auf der Suche nach dem Wunderbaren. Ein völlig anderer Zugang. Mein Danke! an Kaymer.

 
 
 

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