Außergewöhnlich plastische Sprache

07.12.2009
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In der Medizin gilt: "Wer heilt, hat recht". Und da zählt nicht nur Wissenschaft.

Soeben schreibt mir ein Läufer. Ein kluger Läufer. In außerordentlich plastischer Sprache. Er möchte uns allen etwas mitteilen. Sie erinnern sich: Menschen überzeugt man nicht mit dem Gehirn, sondern mit dem Bauch. Weiß jeder Politiker. Der auch.

Na, dann genießen Sie doch einfach einmal mit:

"... gestatten, ich darf Sie korrigieren. Nicht das Fett blockiert die Verdauung im Magen, sondern der Dünndarm, besser gesagt, der verklebte Dünndarm. Vielleicht werden Sie sich erinnern, ich schrieb Ihnen, dass ich seit geraumer Zeit auf Kuhmilchprodukte verzichte. Nicht nur dass darauf hin mein Eiweißspiegel enorm stieg, nein, auch das Essen lag mir seit dem nicht mehr so lange im Magen.

Der Dünndarm nimmt dem Magen einfach eher das Vorverdaute ab. Wenn aber der Dünndarm mit dem Kasein der Kuhmilch völlig verklebt ist, dann fleht er den Magen an, er solle bitte noch warten, er sei noch nicht so weit. Die Übernahme des Nahrungsbreies aus dem Magen an den Dünndarm verzögert sich einfach um Stunden. Dieses Klagen höre ich immer von meiner Tochter und meiner Lebensgefährtin. Wenn denen beim Laufen 3 Stunden nach dem Mittagessen dasselbe noch im Magen rum schaukelt, ich aber locker und frei bin, dann weiß ich, meinen Kuhmilchliebhaberinnen geht es schlecht".

Jedem naturwissenschaftlich denkenden Arzt dreht sich natürlich der Magen herum, wenn er da etwas von "verklebt" liest. Aber genau darum geht es ja nicht. Es geht um "wer heilt, hat recht". Und wenn Ihr Eiweißspiegel plötzlich dramatisch ansteigt, Ihr Immunsystem plötzlich unüberwindbar wird, Ihr roter Blutfarbstoff plötzlich in die Höhe schießt und Sie immer schneller rennen ... dann hat dieser Läufer mit seinen plastischen Bildern eben doch recht gehabt.

Gucken Sie sich doch noch einmal die neue Lebens-Pyramide an. Ist Ihnen aufgefallen, wo da die Milchprodukte zu finden sind?

 
 
 

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