Beta-Carotin

02.07.2008
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schützt meine Haut jetzt im Sommer vor Hautkrebs. Besser und zuverlässiger als jede Sonnenmilch. Hatte ich Ihnen erklärt in News vom 5.3.08. Natürlich habe ich die Dosis jetzt im Hochsommer auf 50-75 Milligramm täglich erhöht.

Schreibt mir ein Journalist:

„Das mit dem Beta-Carotin klingt zwar gut. Aber was mache ich als Raucher?
Sorgt das Beta-Carotin nicht für ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko?“

Könnte man sehr spontan und grob beantworten. Bei Journalisten aber versuche ich besonders höflich zu bleiben. Die sind ja von vorneherein arm dran. In der diesjährigen deutschlandweiten Studie werden Journalisten nur von 11 % der Bevölkerung überhaupt respektiert. Wir Ärzte von 78%. Irgendetwas machen die Ärzte anders. Also war meine höfliche Antwort:

„Laut der von Ihnen angeführten CARET-Studie steigt das Risiko des Rauchers mit der Kapsel Beta-Carotin um 0,48%. Macht also einen gewaltigen Sprung. Wussten Sie das? Kannten Sie diese Zahl?

Die Zahl 0,48% macht mich nur ärgerlich. Und zeigt mir, wie Wissenschaftler mit Menschen umgehen. Nämlich despektierlich.

Der Witz ist nämlich, dass diese 0,48% mehr nur für Raucher gelten, die gleichzeitig Säufer sind. Das hat die Laienpresse noch nicht eruiert.

Tatsächlich aber ist die Sache noch ganz anders. Genau diese angeblich warnende Studie berichtet nämlich, dass Raucher, die zu Beginn im Blut gemessen den höheren Beta-Carotin-Spiegel hatten, weniger Krebs bekamen. Und zweitens: dass Raucher, die während des Studienverlaufs mit dem Rauchen aufgehört haben, durch die Beta-Carotin-Kapsel deutlich weniger Krebs bekamen. Und erst im dritten Teil finden wir die Sache mit den 0.48% beim Raucher, der gleichzeitig Alkohol trinkt. Wobei wir vorher schon wussten, dass Alkohol das Lungenkrebsrisiko beim Raucher vervierfacht. Also 400%!

Wäre der Mensch so klug wie jedes Tier, so wie die gesamte Natur, würde er Beta-Carotin mit dem notwendigen Vitamin C zusammen schlucken, dann

wäre das Resultat, dass man beim Raucher mit Hilfe vom Beta-Carotin plus Vitamin C u.a. den Lungenkrebs um 68% senkt. Also vermindert. Also fast völlig verhindert. Längst bekannt (News vom 21.8.06 www.drstrunz.de)

Klingt aber nicht so sensationell. Journalistisch besser klingt: "Beta-Carotin macht Lungenkrebs" (Zitat in einer Ärztezeitschrift). Meine armen, armen Karnickel, die ja täglich Möhren fressen müssen ...

So habe ich versucht, höflich zu antworten. Einem Journalisten. Der durch seinen Beruf gestraft genug ist (siehe Respekt-Studie) und jetzt auch noch rauchen muss.

 
 
 

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