Bindegewebsschwäche

07.08.2017
 

Ist etwas Fassbares und Sichtbares. Kann man nicht wegleugnen. Auch wenn das Thema in der ärztlichen Ausbildung übergangen wird. So habe auch ich diesen Begriff lange Zeit nicht akzeptiert. Auffälligerweise viel häufiger bei Frauen als bei Männern. Völlig automatisch macht man daraufhin die Hormone verantwortlich. Ein Ungleichgewicht. Mag sein. Ich weiß nicht so recht: Kommt ja schon bei ganz jungen Menschen vor. Und das sollte sich das ganze Leben hinziehen? Verändern sich Hormone denn nicht?

Der häufigste, leider nicht beruhigende Satz heißt wohl: „Ist genetisch“. Einverstanden. Mag sein. Alles können Sie irgendwie genetisch fixieren. Was soll das? Wir kennen heute die Epigenetik. Also muss man so etwas ändern können.

Und wie ändert man Bindegewebsschwäche? Durch gutes Zureden sprich Massage? Da glaube ich eher an zwei von drei Säulen richtigen Lebens.

  • Bewegung, Muskelkraft
  • Ernährung

Wenn Sie Ernährung auf den Punkt bringen wollen, also einen normalen Menschen möglichst wenig verwirren wollen, ihm einen positiven Ratschlag geben wollen (keine Kohlenhydrate ist schon viel zu kompliziert) dann sage ich ihm

  • Eiweiß
  • Vitamine

Das beschreibt beispielsweise unser Immunsystem. Und ist jedenfalls nicht falsch. Und genau diesen Rat gebe ich auch jedem, der sich über Bindegewebsschwäche beklagt. Wissen Sie warum?

    Weil ich glaube, dass Professor Dr. Pauling klüger war als ich.

Nun gut. Dann hören wir IHM einmal zu.

    „Proteine sind Bausteine, die dem Körper Form und Struktur geben. Die Hauptbestandteile unseres Stütz- und Bindegewebes, Kollagen und Elastin, sind komplexe, spiralförmige angeordnete und miteinander verschränkte Eiweißverbindungen, die die Form und Textur z.B. der Haut, Sehnen, Adern, Knochen und Gelenkverbindungen bilden. Für die körpereigene Synthese und die Funktionsfähigkeit dieser Eiweißverbindungen werden auch die Aminosäuren Lysin und Prolin zusammen mit Vitamin C benötigt. Die Balance zwischen Geschmeidigkeit und Stabilität ist das Kennzeichen eines gesunden Stütz- und Bindegewebes.

    Ist diese Ausgewogenheit gestört, z.B. durch unzureichende Neubildung von Kollagen oder durch den Verlust von Kollagen im Laufe des Alterungsprozesses, werden die Folgen sichtbar: Die Haut wird schlaff und faltig, das Zahnfleisch blutet leicht, Wunden oder kleine Verletzungen brauchen länger, bis sie abgeheilt sind und selbst ein kleiner Stoß verursacht blaue Flecken.

    Der verschlechtere Zustand des Kollagens hinterlässt nicht nur äußerliche Spuren, sondern kann sich in mangelnder Elastizität und Rissigkeit der Adern und Gefäße manifestieren, aber auch in einer Schwächung und zunehmender Brüchigkeit der Sehnen, Bänder, Knochen und Gelenke.

    Zusammen mit Vitamin C sorgen Lysin und Prolin für ein gesundes Bindegewebe.

Was Sie da soeben gelesen haben, ist zum großen Teil Original Professor Pauling. Nur so ein unbedeutender zweifacher Nobelpreisträger (wenn Sie sich im SPIEGEL informieren). Der berühmteste, bedeutendste Biochemiker des 20.ten Jahrhunderts. Der das wichtigste Lehrbuch seiner Zeit geschrieben hatte. Dem waren solche banalen Zusammenhänge wie Lysin, Prolin, Vitamin C völlig klar. Der „sah“ das vor seinen inneren Augen.

Falls Ihr Leidensdruck hoch genug ist, werden Sie heute beginnen. Die drei Komponenten bekommen Sie rezeptfrei in jeder Apotheke. Sie könnten einfacher auch „Eiweiß und Vitamine“ essen.

 
 

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