Bitte fühlen Sie sich aufgehoben

26.12.2014
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Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, Depression. Vertraute Zustände im menschlichen Leben. Trifft ja angeblich ein Drittel von uns. Irgendwann einmal. Die Ursachen dieser Zustände verstehen wir sogar immer besser. Bräuchten Sie ja nur dem führenden, deutschen Psychiater Prof. Dr. Holsboer zuzuhören. Dieser hat sein gesamtes, wissenschaftliches Leben mit dem Nachweis zugebracht, dass Depression und Hoffnungslosigkeit mit bestimmten Blutwerten zu tun hat. Die kann man messen. 

Messen.

Der Psychiatrie hier draußen bei mir auf dem Lande nicht bekannt. Diese Tatsache. Nun ja. Jetzt sind wir wieder voll beim Thema. Plaudert einer von Ihnen recht angenehm mit mir über seinen

burnout.

Seit 3 Jahren. Hätte ihn voll getroffen. Absolute Hoffnungslosigkeit, keinerlei Energie, völlig am Boden. Und was hat er getan? Sie werden es nicht erraten: der war bei vielen Ärzten. Geholfen, so er wörtlich, hätte ihm niemand. Ich bitte für diese Wortwahl um Entschuldigung. Ich möchte doch niemanden kränken. Möchte Ihnen aber zeigen, dass es Auswege gibt!

Gelernt hätte er aber etwas von den Ärzten: es sei nicht klar, ob er nur eine Depression hätte oder ob er manisch depressiv sei. Auf diese Frage sei viel Geistesschmalz verwendet worden. 

Ich hab’s nicht kommentiert, nur gedacht. Und zugehört, als er von „totalen Energielöchern“ sprach, dass beim Autofahren sein Blick flackere, er sich überhaupt nicht konzentrieren könne.

Wie die Geschichte weitergeht, wissen Sie genau:

Blutanalyse. Defizite aufgefüllt. Drei Monate später das Mail von heute:

„Kurzes Feedback von mir: mir geht es seitdem sehr gut. Konzentration ist wieder da, Energielöcher sind weg. Es ist schön, wieder voll da zu sein. Danke.“

Voll da sein. Genau darum geht’s. Übrigens im ganzen Leben. Als Kinder bekamen wir das geschenkt. Als Erwachsene müssen wir etwas dafür tun. Das haben wir ja alle verstanden. 

Fazit: immer das gleiche. Medizin kann. Medizin ist etwas Wundervolles. Wenn das Wissen der Medizin bei Ihnen auch wirklich angewandt wird. Da scheint es einen Engpass zu geben, an dem schon Professor Holsboer verzweifelt ist. Auf gut Deutsch: es wird zu viel geraten, es wird zu wenig gemessen.

 
 
 

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