Bitte sehen Sie es entspannt…

01.01.2015
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Der Medizinprofessor P. Goetzsche gilt als einer der schärfsten Kritiker der Pharmaindustrie. Däne. Der Titel seines Buches sagt alles.

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität.
Wie die Pharmaindustrie
das Gesundheitswesen korrumpiert.

Und er zählt auf. Auf 500 Seiten listet er Fälle auf, in denen „Pharmaunternehmen Ärzte bestochen, die Redaktionen von Fachzeitschriften bedroht, Studien manipuliert, Wirkungen übertrieben und tödliche Nebenwirkungen verheimlicht haben.“

Nun ja. Wir Menschen. Wie wir miteinander umgehen, kann man ja in der eigenen Familie – oder nicht? – studieren. Für Prof. Goetzsche agiert die Pharmabranche

„…wie die Mafia, die mit Erpressung, Bestechung und Behinderung der Justiz ihre Geschäfte absichert. Pharmakonzerne begehen solche Straftaten andauernd; deshalb ist kein Zweifel daran möglich, dass ihr Geschäftsmodell die Kriterien für das organisierte Verbrechen erfüllt.“

Zum Glück stammen die Beispiele hauptsächlich aus den USA, dann aus Dänemark. Nur wenige aus Deutschland. Aus unserem Deutschland, in welchem sogar offiziell erlaubt ist, dass Pharmafirmen niedergelassene Ärzte „mit Zuwendungen gefügig machen“. 

Ja mei. Und da regen wir uns über die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft in Katar auf? 

Das Peinliche sind doch nicht die Tatsachen. In der Industrie wird eben gekämpft. Kennen wir von unserer eigenen (unserer!) Rüstungsindustrie. Das Peinliche ist, dass 

ein heiliger Beruf,

nämlich der Arztberuf – und ich meine das wörtlich – sich mehr und mehr verbrüdert mit diesem Zweig der Industrie. Sich  abhängig macht. Beweis? Lesen Sie die Leitlinien. Dort gilt grundsätzlich und in erster Linie die Verknüpfung: 

„Krankheit? Dann Pille.“

Den Gegenbeweis habe ich täglich vor Augen: Meine 11 Rehe. Wie schaffen die das ohne Antibiotika? Ohne Chemotherapie? Deshalb freue ich mich über Ihre täglichen Mails. Die mir zeigen, dass in Deutschland 10 000 de, wohl 100 0000de sehr wohl wach sind.

PS: Übrigens wurde das Buch soeben mit einem ersten Platz bei den Buchpreisen der British Medical Association ausgezeichnet.

 
 
 

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