Burnout II

22.12.2011
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Die Angst der Bevölkerung vor Burnout wächst. Ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage, veröffentlicht von der Krankenkasse DAK. Eine wesentliche Aussage. Weshalb? Weil Burnout Ihre Lebensqualität entscheidend bedroht.

Weil Burnout auch berufliches Aus bedeuten kann. Wenn Sie selbstständig sind. Weil Burnout eine Ehe zerstören kann, was ich als Arzt regelmäßig miterlebe. Weshalb nun wächst die Angst der Bevölkerung vor dem Burnout? Ein Sprecher der Krankenkasse erklärt dies

mit der öffentlichen Berichterstattung.

Aua. Ist Burnout ein gemachtes Thema, ein Perlchen in der Kette SARS, BSE, EHEC etc.? Dann gucken wir doch mal in die öffentliche Berichterstattung:

  • Focus bereits 2010 "Die Burnout Gesellschaft"
  • Focus vor sechs Wochen "Generation Burnout"
  • Focus soeben auf dem Cover "Burnout vermeiden"
  • Stern im April "Wenn der Job das Leben frisst"
  • Stern im September "Total erschöpft"
  • Spiegel zum Burnout gleich zweimal in diesem Sommer
  • Plasberg in der ARD "Burnout oder echte Seuche?"
  • Strunz auf SAT 1 "Gefangen im Turboleben"
  • ZDF soeben in einer Schwerpunktswoche, Titel "Burnout"

Die Angst wächst. Laut DAK aufgrund der öffentlichen Berichterstattung. Was vielen Menschen, uns Ärzten schon überhaupt nicht einleuchtet, selten klar wird, ist die Tatsache, dass die genannten Medien nicht helfen wollen, nicht aufklären wollen. Sondern dass sie Druckseiten, Sendeplätze füllen müssen. Ein Zwang. Verkaufsdruck. Quotendruck. Möglichst sensationell, möglichst verwirrend.

Bloß keine Hilfe.

Darf ich? Darf ich das Thema beenden? Für Sie endgültig abschließen? Für jeden einzelnen von Ihnen? Ende der Angst? Und eben nicht mit dem in meinen Augen so dämlichen Satz der Medien "Treten Sie halt kürzer" sondern mit der Wahrheit.

Sie haben keine Bremse bei Ihrem Denkprozess.

Sie kommen nicht zum Abschluss.

Zitat Prof. Pöppel, 71, Uni München. Der Gehirnforscher. Das war's. Nicht der Stress da draußen ist Schuld, sondern Ihre Unfähigkeit, den quälenden Denkprozess einfach zu stoppen. Erinnern Sie sich nicht? Das Stoppen des inneren Dialoges?

Genau darum geht's. Um nichts anderes. Und das kann man lernen, wie Sie wissen. Ich habe - auch wieder privilegiert, ich weiß - diese Technik im 18. Lebensjahr gelernt. Burnout kann ich nicht erleben.

Ich stoppe einfach meinen inneren Dialog. Stichwort "Iamon".

 
 
 

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