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Burnout ist messbar

24.11.2018
 

Eine wundervolle Aussage. Messen heißt verstehen und schlussendlich heilen. In der Drohmedizin, in der Universitätsmedizin kaum üblich: Da wird über Burnout philosophiert. Ob da nicht "bloß" eine Erschöpfung vorläge, ob das nicht vielleicht "bloß" eine Depression sei, ob man in diesem oder jenem Fall tatsächlich von "echtem" Burnout sprechen könne...

Die philosophische Hilflosigkeit spiegelt sich dann in der Therapie wieder. Therapie heißt in der Regel kürzer treten, auf Kur gehen, oder die klassische Methode: Psychopharmaka schlucken.

Dass messen verstehen heißt und oft auch Heilung, hat uns ja Frau Dr. Terry Wahls an sich selbst bewiesen. Glauben Sie, liebe Leser, dass sich diese Revolution in der Behandlung der Multiplen Sklerose wirklich an deutschen Universitäten herumgesprochen hat? Die Heilung mit Eiweiß und Vitaminen?

Burnout ist messbar. Wir tun's einfach. Und finden immer wieder ein klassisches Muster in der Blutanalyse:

  1. Hormonelles Ungleichgewicht. Heißt chronisches erhöhtes Stresshormon Cortisol und chronisch erniedrigtes Testosteron, Ihren Antrieb. Die zwei Hormone gehören zusammen. Dabei ist das Wort chronisch wichtig: Kurzfristig erhöhtes Cortisol ist bei Hochleistungssportlern durchaus erwünscht und steigert die Leistung. Fragen Sie mal Jan Ullrich. Aber chronischer Stress erschöpft den Körper. Cortisol sinkt dann sogar auf Dauer wieder ab: Keine Reserven mehr. So dass in einem späten Stadium von Burnout sogar beide Hormone auffällig tief sind.
  2. Ein erschöpftes Immunsystem. Gehört immer dazu. Frau Prof. Perth vom NIH hat schon recht, wenn sie das Immunsystem bei fast allen Krankheiten in den Vordergrund stellt. Und wie misst man das? Am einfachsten auf einem kleinen Umweg. Unser häufigstes Virus (95% der Bevölkerung) ist das Eppstein Barr Virus. EBV. Mononukleose. Pfeiffersches Drüsenfieber. Und bei erschöpftem Immunsystem finden sich die Abwehr-Titer gegen das Virus chronisch erhöht. Also nicht kurzfristig, wie es normal ist, sondern eben anhaltend. Das Immunsystem wird damit nicht mehr fertig. Heißt bei Sportlern, dass eine Profi-Marathonläuferin auch nicht mal mehr 50m joggen kann. Das muss man sich mal vorstellen. Da bekommt man tiefes Mitgefühl mit Burnoutpatienten.
  3. Ein trauriges Aminogramm. Also massive Defizite bei den neun essentiellen Aminosäuren. Der Grundstruktur unseres Körpers und der meisten Hormone. Also ein Mangel an Tryptophan und damit depressive Stimmung (Prof. Holsboer, München), ein Mangel an Phenylalanin und damit fehlender Antrieb, keine Motivation, keine Lebenslust (Noradrenalin). Tiefe Spiegel der drei BCAA und damit zu wenig Kraftwerke in den Zellen (News auf strunz.com vom 15.12.2010). Und natürlich ein inkompetentes Immunsystem. Das besteht schließlich aus reinem Eiweiß, sprich Aminosäuren.

Das rare Wissen um den analytischen Zugang zum Burnout blüht glücklicherweise langsam, langsam auf. So lesen wir in einem Artikel der Salzburger Nachrichten (April 2012) doch tatsächlich:

"Beim Ermitteln des Burnout-Syndromes mittels Bluttest kann man in den allermeisten Fällen eine sogenannte Mitochondriopathie feststellen, das bedeutet eine beschränkte Energiegewinnung. Die Körperenergie funktioniert daher nicht mehr reibungslos...". Oder den wunderschönen Satz dort "das Gefühl, nicht mehr weitermachen zu können, ist ein typisches Burnout-Symptom und die Folge von akutem Nährstoffmangel".

Nach meiner Erfahrung wohl eher chronischem Nährstoffmangel. Aber seis drum: Langsam, langsam, langsam spricht sich's rum.

 
 

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