Burnout ist praktisch heilbar

07.10.2016
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Ein Bonner Forschungsprojekt untersucht aktuell, ob und wie sich Burnout in den Genen niederschlägt. Dabei sind die Forscher glücklicherweise nicht auf der Suche nach dem einen Gen. Das es dann wieder nicht gibt. Sondern fahnden auch nach epigenetischen Mechanismen. Also nach Veränderungen in der Aktivität der Gene, die durch bestimmte Lebensumstände entstehen.

Bei solcher Veränderung passiert mit der Abfolge der DNA-Treppenstufen gar nichts. Es ändert sich aber das, was auf der Treppe abgestellt wird: mehr oder weniger viele Methylgruppen (in der Fachsprache nennt sich dieser Vorgang „Methylierung“). Je mehr Methylgruppen jedenfalls auf der Treppe herumstehen, desto weniger gut lässt sich die DNA ablesen. Und desto seltener wird sie dann auch abgelesen.

Nun haben die Bonner Forscher eine Stelle innerhalb der DNA gefunden, die mit dem Burnout in Verbindung stehen könnte. Die Untersuchung von rund 1600 Teilnehmern zeigte, dass diese bestimmte Stelle bei gesunden Teilnehmern nur zur 31 Prozent methyliert war, bei Patienten „nur“ mit Burnout oder Depression waren es knapp über 40 Prozent, aber: Hatten die Patienten Burnout plus Depression, lag der Wert bei 73 Prozent.

„Es liegt nahe, dass die Stressoren des täglichen Lebens eine zunehmende Methylierung nach sich ziehen und so die Aktivität des Kandidatengens drosseln“ - so die Schlussfolgerung der Forscher. Brennt also jemand im Job aus und setzt sich der Druck weiter fort, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er abrutscht in eine schwere Depression.

Wollten wir eigentlich gar nicht wissen. Was wir wollen, ist nicht der Weg hinunter in die Depression. Sondern wir wollen den Weg zurück ans Licht! Und den gibt es. Dazu müssen wir nur die Logik umdrehen: Wenn Stress, schlechte Ernährung und zu wenig Bewegung die DNA-Wendeltreppe blockieren mit Methylgruppen – dann müssten doch Entspannung, gute Ernährung und Bewegung dafür sorgen, dass die Treppe wieder freigeräumt wird. Oder?

Genauso ist es. Wir haben festgestellt, dass

  • drei bis fünf Stunden Bewegung pro Woche und eine Ernährungsumstellung schon nach kürzester Zeit einen messbaren Effekt auf den Stoffwechsel haben,
  • sich dabei die Aktivität von rund 500 Genen verändert, (wohlverstanden: Nicht die Gene, sondern deren Aktivität ändert sich)
  • die Konzentration eines bestimmten Jungbrunnen-Enzyms, der Telomerase, deutlich ansteigt und
  • Stress zu einer Veränderung der Methylierung beiträgt und deshalb umgekehrt mit Hilfe von Entspannungstechniken wie meditativem Laufen und klassischer Mediation auch die Methylierung der DNA sich wieder in Richtung Gesundheit verändern lässt.

Sie lesen hier eine präzise Gebrauchsanleitung, Burnout zu besiegen. Die Gebrauchsanleitung erfüllt höchsten wissenschaftlichen Standard. Bedient sich modernster Epigenetik.

Die Ratschläge sind begründet. Und überzeugen daher viel eher als das übliche „treten Sie mal kürzer“.

Quelle: „Der Schlüssel zur Gesundheit“. Erscheint Herbst 2016.

 
 
 

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