Darm und Herz

05.02.2019 | Strunz
 

Was sich im Darm tummelt – mehr als 500 verschiedene Bakterienarten, Pilze und weitere Einzeller – rückt immer mehr in den Mittelpunkt medizinischer Aufmerksamkeit. Heißt ganz elegant Mikrobiom.

Bei einer Analyse im Rahmen der Bogalusa-Herzstudie haben Wissenschaftler die Vielfalt der Darmbakterien bei unterschiedlichen Patientengruppen verglichen. Auf der einen Seite untersuchen sie die Darmbakterien der Probanden mit den höchsten Risikofaktoren für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung und auf der anderen Seite die Bakterien der Studienteilnehmer mit den wenigsten Risikofaktoren.

Dabei stellten sie einen signifikanten Unterschied fest: Die Personen mit den geringsten Risikofaktoren wiesen die größte Vielfalt an Bakterienarten auf. Heißt für Sie: Viele verschiedene Darmbakterien – starkes Herz!

Naturvölker, die noch als Jäger und Sammler leben wie beispielsweise die Hadza in Tansania, verfügen über ein viel breiteres Mikrobiom als Menschen aus den Industrienationen. Und siehe da: Bei diesem Stamm sind chronische Erkrankungen praktisch unbekannt.

Viele Medikamente schädigen das Mikrobiom. In einem Artikel in der Märzausgabe 2018 des renommierten Wissenschaftsjournals Nature war zu lesen, dass ein Viertel von 835 getesteten Medikamenten das Wachstum von Darmbakterien behindere. Überprüft wurden gängige Mittel, die bei Herz-Kreislauf-Beschwerden, bei Diabetes, bei Schmerzen, bei neuronalen oder hormonellen Veränderungen usw. verabreicht werden. Die Auswahl umfasste ganz unterschiedliche Pharmaka. Querbeet sozusagen – die negativen Auswirkungen auf den Darm wurden dann ebenfalls querbeet gefunden. Das überraschte die Wissenschaftler selbst, da bislang bei keinem der Arzneistoffe die Auswirkungen auf den Darm bekannt waren.

NEU! Ahnungslosigkeit – sehr wohl auch bei mir – bei allen Ärzten, die diese Medikamente selbstverständlich täglich verschreiben.

Kleine Einschränkung zu meinen Gunsten: Ich verschreibe die nicht. Wir verschreiben Natur.

Probiotika, so heißen die Darmbakterien, die Sie kaufen können, helfen vor allem nach einer Antibiotikabehandlung oder nach der Einnahme anderer Medikamente, die das Mikrobiom durcheinandergebracht haben. Die Bakterien helfen bei der Neubesiedelung des Darms.

Darmbakterien sollten nur für einen begrenzten Zeitraum eingenommen werden, denn sie sind eher Monokulturen als ökologische Vielfalt. Die vielen verschiedenen Arten, die Sie brauchen, bekommen Sie nur durch eine genetisch korrekte Kost, nicht durch irgendwelche Milchsäurebakterien aus Tütchen.

Quelle? Überraschung! Finden Sie in einem Buch über Herzgesundheit! Ab 11. Februar 2019 in dem neu überarbeiteten Bestseller „77 Tipps für ein gesundes Herz“.

 
 

News Schlagwörter