Darmflora als Ausdruck von Gesundheit

26.04.2018
 

In unserem Darm finden sich massenhaft Mikroorganismen, in der Mehrzahl Bakterien. Wir kennen über Tausend verschiedene Sorten. Jeder von uns trägt so etwa 160 Spezies mit sich herum.

Dabei hat jeder sein eigenes Bakterien-Muster. Das auch über Jahre hinaus stabil zu sein scheint. Freilich glauben wir an eine sogenannte Kern-Mikrobiota, die allen Menschen gemein ist, nur individuell geringe Abänderung erfährt.

Erinnert mich sehr an Ihr Blutbild: Auch hier gibt es ganz sicher ein allen Menschen gemeinsames Kern-Blutbild, sprich Gesundheit. Und das wird individuell von jedem Körper ein bisschen anders gestaltet. Der eine hat eben ein bisschen mehr Cholesterin, der andere ein bisschen weniger Vitamin B12, der dritte ein höheres Kalzium.

In Darm kennt man sogar – genau wie Blutgruppen – drei verschiedene sogenannte Enterotypen, also Basisstämme von Bakterien, mit dem man ganze Bevölkerungsgruppen voneinander abgrenzen kann. Alles recht neu und aufregend.

Wissen sollte man, dass vor der Geburt unser Darm weitestgehend steril ist. Erst mit der Geburt beginnt die Besiedelung mit Bakterien. So vielsagend, weil die Gesundheit beeinflussend:

  • Bei gestillten Kindern dominieren Bifidobakterien mit präbiotischen Eigenschaften. Positiv.
  • Bei ungestillten Kindern treten dann auch unerwünschte Gesellen wie Clostridien, Staphylokokken, Bacteroides und E. coli auf. Negativ.

Damit ist der Weg, der ganze Lebenslauf bereits vorgezeichnet: Unsere Darmflora hängt nun einmal entscheidend von der Ernährung ab. Von der gesunden oder von der krankmachenden Ernährung.

Will sagen: Die Natur, die Evolution ist gerecht. Dein Körper benimmt sich so, wie du ihn behandelst. Gesundheit oder Krankheit wird epigenetisch, also wesentlich von der Ernährung bestimmt.

In welchem Umfange, zeigt Ihnen die folgende Aufzählung. Bei weitem nicht vollständig, aber beeindruckend. In den letzten 10 Jahren (erst !!) wurde zunehmend der Zusammenhang zwischen bestimmten Krankheiten und gestörter Darmflora studiert. Bei Dysbiosen, also kranker Darmflora fanden sich vermehrt folgende Krankheiten

             Durchfall                                                                                               Asthma     

             Reizdarm                                                                                             Allergien

             m. Crohn, c. ulzerosa                                                                        Stress, Depressionen

             Diabetes Typ I                                                                                     Darmkrebs

             Metabolisches Syndrom (Übergewicht, Hypertonie                    Arthritis

             Diabetes Typ II)                                                                                   Parkinson

             Nahrungsmittelunverträglichkeiten                                                Autismus

                                                                                                                            Multiple Sklerose

Gewusst? Auch überrascht? Und Ihre Konsequenz?

  • Sie schlucken Probiotika

Also Kapseln voll gesunder Bakterien. Haben da so eine vage Vorstellung, dass die paar Bakterien sich dann im Darm ausbreiten und die kaputte Darmflora wieder reparieren. Tja, denke ich mir jedes Mal.

Die Darmflora kann doch nur der Spiegel Ihrer Ernährung sein. Gestörte Darmflora kann doch nur der Beweis für krankes Essen sein, oder? Und wenn Sie das nicht ändern… werden Sie auch mit ein paar Probiotika auf die Dauer nichts ausrichten.

Sehen Sie: Daher der Begriff „genetische korrekte Kost“. Scheint mir immer wichtiger. Denn indirekt beweist doch die Tabelle oben, dass viele – in Wahrheit praktisch alle, wie Sie sehen – Krankheiten auch mit gestörter Darmflora, in Wahrheit mit kranker Ernährung zusammenhängen.

Wären wir wieder bei dem ollen Hippokrates.

 
 

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