Das Alter ist sowas von schrecklich.

22.08.2017
 

Zitat. Aus dem Munde eines Achtzigjährigen. Nachzulesen im Forum am 27.7.2017. Der Artikel, geschrieben vom Töchterlein ist so überwältigend, so lebensfroh, Hoffnung-machend, dass ich ihn auch allen anderen Lesern dieser Seiten zugänglich machen möchte.

Nicht jeder liest im Forum.

Beschreiben wird Papa. Ein Arzt, der in die Jahre gekommen ist (da muss ich gerade lächeln). Der offenbar – mit leichtem Zwang – sein Leben völlig auf den Kopf gestellt hat. Wenn diese plastisch geschilderte Geschichte nicht ansteckend ist….. dann weiß ich auch nicht.

    „Salat? Oh nein, höchstens mal als Garnitur auf einem Steak/Pommes-Teller geduldet, hat im Leben meines Vaters (80J) völlig neue Bedeutung gewonnen. Zudem konnte er in den letzten 1,5 Jahren feststellen, dass ein Leben (nahezu) ohne Knödel tatsächlich möglich ist - und nicht nur das.

    Was mich extrem glücklich macht ist die Tatsache, dass ich mit meinem Paps wieder alles Mögliche unternehmen kann, schlicht weil er wieder dazu in der Lage ist. Sei es angeln (er konnte durch NEMs und viel Augentraining sein Sehvermögen wieder deutlich verbessern) auf eine Wanderung gehen, oder sogar mit ihm einen langsamen 30 Minutenlauf von 3km absolvieren.

    Das allerschönste ist, dass ich nun nie mehr, wenn wir etwas planen, vom ehemals höchst Gefrusteten höre, dass das Alter sowas schreckliches ist und er passen müsse.

    Dauerträgheit-weg / Miese Laune – weg / Gehstock – jetzt irgendwo im Keller / Stützstrümpfe samt Metallgestell zum überziehen - unbenutzt / Spritzen in die Augen – nicht mehr nötig da alles stabil / Massen von Tabletten (inkl. Markumar 17 Jahre) abgesetzt.

    Dafür ist sein Homevelo nahezu täglich in Gebrauch und die Ecke der Vorratskammer ist nun statt mit Tablettenschachteln, reich gefüllt mit Proteinpulverboxen und allerlei NEMs die er fleissig jeden Tag nimmt. Der Speiseplan steht nun auf «Low Carb» - ganz zu schweigen vom komplett umgekrempelten Denken und Handeln! (Meiner Mutter macht das Angst, denn langsam hat sie Mühe mit ihm mitzuhalten. hihi… Sie meint er sei zum Sportsüchtigen mutiert.)

    Vorher schaffte er wegen Übergewicht, Schwäche und anhaltenden Herzrhythmusstörungen täglich nur 3’000 bis 3’500 Schritte - auch zuhause mit Gehstock. Den Frust über sein anhaltend mieses Befinden ersäufte er in der täglichen Weinflasche … (Wie sich das mit all den schlimmen Tabletten über lange Zeit vertrug ist mir ein Rätsel!) Heute sind es schon mal 20'000 flotte Schritte täglich - ohne darüber verwundert zu sein.

    Er stellt sich frühmorgens den Wecker und radelt je nach Lust 25km, sogar bis 50 km. Danach folgen Augen-, Gleichgewichts- und Muskeltraining. Er fühlt sich grossartig und seine Grundstimmung ist allgemein die meiste Zeit auf «fröhlich und zufrieden» eingestellt. “

Was muss der Herr für ein Energiebündel sein, denken Sie und ich. Nun, das war er wohl nicht. Das ist er geworden. Zeigt wieder einmal, dass Moleküle unser Leben regieren, unser Denken, unser Wollen, und damit unser Handeln.

Geschickt ausgewählte, geschickt kombinierte Moleküle.

Freilich ist der alte Herr im Vorteil. Genau diesen Vorteil genoss ich bei meinen 19 Ironman vor vielen Mitstreitern. Ein Chirurg hat eine extrem harte Ausbildung hinter sich. Das können Sie sich wirklich nicht vorstellen. Ich war dabei:

Wenn man nach anstrengendem Tagdienst auch nachts in Bereitschaft war. Und ein Unfall nach dem anderen das Krankenhaus erreichte. Und man jetzt Stunde um Stunde hellwach und voll konzentriert – wie soll das möglich sein? – weiter operierte.

Das Ganze ohne weiteres mal 24, gelegentlich auch 36 Stunden. Sehen Sie: Disziplin kann man trainieren. Und die beweist der alte Herr jetzt, jetzt lohnt sich diese harte Ausbildung, ablesbar an dem

  • stellt sich früh morgens den Wecker und
  • radelt je nach Lust 25 km, sogar bis 50 km

Denken Sie sich bitte da hinein und bekommen Sie – genauso wie ich – einfach nur Respekt. Respekt vor beiden, vor Papa und Töchterlein. Riesen-Kompliment!

 
 

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