Das Jahrzehnt des Muskels

17.07.2009
Drucken
 

ist angebrochen (Zitat). Sagen Sportwissenschaftler. Der Muskel steht auf zwei Beinen:

                  Im Fitness-Studio wächst er, beim Joggen im Park übt er.

Und jetzt kommt das Neue: Der Muskel spuckt Wunderhormone aus, wenn er benutzt wird. Bewegt wird. Angestrengt wird. So ein Wundermolekül heißt

                                           Interleukin-6 (IL-6)

ein Botenstoff, ein Kurier, der Botschaften von einer Immunzelle zur nächsten trägt. Ohne IL- 6 keine Reaktion Ihres Immunsystems. Kein erfolgreicher Kampf gegen Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Krebszellen.

Der Hintergrund praktisch jeder Krankheit heißt Entzündung. Wissen Sie ja inzwischen. Und bei Entzündung messen wir grundsätzlich erhöht zwei Stoffe: Genau dieses IL-6, genauso auch den Tumor-Nekrose-Faktor TNF (kennen Sie, News vom 7.5.09). Aber jetzt kommt's:

Im angestrengten (nicht überangestrengten) Muskel messen wir viel, viel neu ausgeschüttetes IL-6, aber nur wenig schädlichen TNF. Wir können also (Zitat) unser Immunsystem vermehren, stark machen, auf die Beine stellen und dabei spielt die Hauptrolle der Muskel. Wörtliches Zitat von Frau Professor B. Pedersen, Direktorin des Kopenhagener Zentrums für Entzündung und Stoffwechsel.

Schon immer gewusst haben wir, so sagt sie, dass Muskeln schützen vor Bluthochdruck, Zucker- und Herzkrankheit, also den drei Rachegeistern des Wohlstands. Schützen aber auch vor Brust- und Darmkrebs. Vor Osteoporose, vor Depression, vor Demenz und Alzheimer. Das haben wir schon lange gewusst (PS: Sie auch? Wirklich?)

Neu heute: Der Muskel spielt die Hauptrolle für ein starkes Immunsystem. Wir haben dieses Organ gründlich unterschätzt. Tun das heute noch.

 
 
 

News Schlagwörter