Das längste Schachspiel.

29.04.2018
 

Gast-News Nr. 48

Ich fand den Glutenfrei!-Aufschrei von Anfang an… dämlich. Ein Trend. Ein Meckern wie über Zuckerwasser. Gegen letzteres hilft, Wasser ohne Zucker zu trinken. Also Wasser. So wie jedes Reh…

Gegen Gluten hilft Ernährung ohne Weizen. Noch besser: einfach No-Carb. Fisch, Fleisch und G’müs.

Meine unhöfliche Ehrlichkeit wurde ermutigt durch einen Artikel aus „Medical Tribune. Von Ärzten für Ärzte“. Kennen Sie das? Wenn eigene geheime Gedanken von Obrigkeiten bestätigt werden… das Gefühl dahinter? Und Sie sich endlich trauen, es auszusprechen? Es, das, Ihr Gefühl. Wir sind doch alle Menschen:

„Dem Glutenfrei-Trend nicht blind folgen. (…) Glutenfrei ist in Mode(…). Doch der Weizen lässt den Darm vielleicht viel seltener grummeln als man denkt.“ Oh mei. Die wissen nichts von Prof. Dr. Dr. Detlef Schuppan (News vom 19.02.2015 und 05.12.2015)

Im Artikel also das Übliche. Glutensensibilität zu verifizieren sei eben doch nicht so einfach. Und eben doch nicht so eindeutig. Wegen Nocebo- und Placeboeffekte hätten die Studien eben doch nur in modifizierter Form Aussagekraft.

Dann wird – natürlich – der Weizen verteidigt. „Eine Besserung von Beschwerden durch den Verzicht auf Weizen heißt nicht, dass Gluten auch wirklich der Trigger ist.“ Und es heißt weiter: „Jede Ernährungsumstellung bewirkt etwas, ohne dass sich damit kausale Zusammenhänge beweisen lassen“. Ja mei. „Sensibilität“ ist schon mathematisch immer ein Riesen-Wollknäuel, auch ohne Messung.

Am Ende schreibt man: „Nicht jedem Trend folgen, sondern der Sache erst mal genau auf den Grund gehen(…)“. Tja. Höchst informativ. Es zählt also das Ergebnis. Darauf sei zu achten. Persönliches Beispiel:

  • Das Asthmaspray wird nicht mehr gebraucht. Wunderbar.
  • Sie haben keine feuchten, offenen, mit Rissen durchzogenen Hände mehr? Weiter so.
  • Ihre Unterarme, Taille und Oberschenkel sind nicht länger von Feuerameisen-kratzendem Ekzem befallen?
  • Sie verlieren autistische Züge, gewinnen Sozialkompetenz und Selbstvertrauen wieder?

Vielleicht haben wir dann etwas gemeinsam: Auf den Körper hören. Keinem Trend folgen. Jeder Körper ist individuell (News 17.04.2017). Messbarkeit ist komplex. Messung sollte nicht jedem anvertraut werden. Die Taten, Ergebnisse sprechen.

Daher seit 2013 mein Eigenexperiment. Hat Dr. med. Ulrich Strunz Recht? Kann man ihm vertrauen?

Abgeschlossen 2018. Unter biologisch unumgänglichem, maximalkritischem Misstrauen.

Ja, er hat Recht. Und er verlangt, im Stillen, weil ost-preußisch höflich, dass Sie auch zwischen den Zeilen lesen können. Das richtet sich an die Internetexplorer-Wissenschaftler. Also:

Asthma, Neurodermitis, einige Allergien, besonders Heuschnupfen, Depression, Platzangst, Bipolare Störung, furchtbare Akne, Manieschübe, Fettleibigkeit, Alkoholsucht, Tabaksucht, Ko-abhängigkeit, Computerspielsucht, Schizophrenie, ungesunder Schlaf, Antriebslosigkeit…

…weg. Geheilt, kann in Schach gehalten werden. Alle anderen Heilungs-Götter versagten.

Kein erneuter Liebesbrief (News vom 22.10.2017), sondern unhöfliche Ehrlichkeit. Fränkisch-preußisch.

 
 

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