Das tägliche Alzheimerproblem

15.07.2019 | Strunz
 

Erwischt uns alle einmal. Glauben Sie mir: Alle. Eines Tages erschrickt man. Kann sich nämlich plötzlich an einen Namen nicht mehr erinnern. Partout nicht. Steht manchmal im Walde und denkt sich verzweifelt: „Wo bin ich hier eigentlich?“. Kennen Sie auch? Die tägliche Alzheimer-Problematik.

Die WHO, also die Weltgesundheitsorganisation in Genf, ist ja ebenfalls besetzt mit älteren Damen und Herren. Die kennen das Problem. Haben deshalb soeben ein 400-Seiten-Konvolut mit einer Liste von Ratschlägen vorgelegt.

Wie man geistigen Abbau verhindern könnte.

Jetzt kommt´s: An erster Stelle steht, ob Sie´s glauben oder nicht,


körperliche Aktivität


Noch einmal: wir reden hier über ´s Hirn. Über das Vergessen. Und die reden vom Marathonlauf, vom Fitnessstudio. Heißt übersetzt: es wird Zeit aufzuwachen. Auch für die Neurologie. Oder noch besser: für Sie.

Laut WHO bringt Ausdauertraining am meisten. Aber auch Kraftübungen seien nützlich. Und – die WHO ist menschenfreundlich – wem ´s vor den nassen und kalten Laufrunden im Winter graut, der kann auch


  • Judo lernen
  • Seniorenfußball spielen (ach du meine Güte).
  • Tanzen gehen

Das mit dem Tanzen wirkt besonders gut, ist verführerisch, weil es auch die Koordination, den Gleichgewichtssinn deutlich stärkt. Hintergrund: Sie wissen, dass Senioren öfter einmal stürzen. Nur, weil sie irgendwo hängen geblieben sind, einen winzigen Fehltritt getan haben und so weiter. Abhilfe? Täglich tanzen!

Die WHO hat Recht. In einer ganzen Reihe von Studien der letzten Jahre wurde gezeigt, dass Sport


  • Hormone produziert
  • Wachstumsfaktoren stimuliert

Erinnern Sie sich an Professor Uhlenbruck? Inzwischen 88. Zitat „Nur die Muskelmasse macht ´s, dass wir gesund sind“. Der sprach genau von diesen durch körperliche Aktivität im Muskel freigesetzte Substanzen, die uns gesund halten. Am besten erforscht am berühmten Karolinska-Institut in Kopenhagen (Frau Prof. Pedersen, News vom 10.01.2014).

Der bekannteste dieser Faktoren heißt BDNF (Brain derived neurotrophic factor). Ein Eiweißstoff. Natürlich. Wirkt im Hippocampus, in der Großhirnrinde und im Vorderhirn, also in Regionen, die an der Gedächtnisbildung und am abstrakten Denken beteiligt sind.

Weshalb ich Ihnen von der WHO erzähle? Weil Sie keine Chance, keine Ausrede haben. Nie hatten. Sie müssen laufen. Sie laufen um Ihr Leben (Herzinfarkt), Sie laufen um verhindertes Leid (Krebs), und jetzt laufen Sie auch gegen das Vergessen.

Wieviel Tritte in den A… brauchen Sie eigentlich?

Quelle: FOCUS 25/2019, Seite 70

 
 

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