Demut und Dallas

13.04.2009
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Demut lernt ein Arzt, jeder Arzt sehr rasch. Demut vor der Realität. Oft resultiert daraus Resignation. Müsste aber nicht sein.

Was ich damit meine? Sie kennen doch „Dallas“. Da gab's den Fiesling J. R. und seinen Gegenspieler, den trotteligen Anwalt Cliff Barnes. Mit bürgerlichem Namen Ken Kercheval. Von dem gibt's ein goldiges Interview 2008:

Frage: Ihnen wurden 1993 Teile der Lunge entfernt. Lungenkrebs.
Trotzdem rauchen Sie wie ein Schlot ...
Antwort: Drei Schachtel pro Tag. Ich habe nie behauptet, dass
ich alle Tassen im Schrank habe.
Frage: Selbst der militante Nichtraucher Larry Hagman
(der Fiesling) konnte Sie nicht bekehren?
Antwort: Nein! Ich habe ja auch nichts gesagt, wenn er pro Tag
seine Kiste Champagner getrunken hat.

 

Das ist die reale Welt. Und da versucht nun jeder frisch gebackene Arzt, intellektuell, mit Vernunftgründen, mit der Drohmedizin seinen Patienten vom Rauchen und Saufen abzubringen. Ach Du meine Güte!

Im Lauf der Jahre wird jeder Arzt demütig. Bescheidener. Akzeptiert das Wort Sucht. Die Bedeutung von „Droge“. Weltweites Phänomen.

Muss nicht sein! Wenn Sie den Menschen etwas Besseres anbieten, ihm eine stärkere, aber gesunde Droge offerieren, könnten Sie als Arzt „Erfolg“ haben. Genau das nennt man

                               Frohmedizin

In meinen Worten: Wenn Sie etwas wichtiges wollen im Leben, zielen Sie bitte nicht ins Schwarze, zielen Sie daneben, und es fällt Ihnen in den Schoß. Wenn Sie also den Patienten vom Rauchen abbringen wollen, reden Sie bitte nicht übers Rauchen. Sinnlos. Reden Sie über das unbeschreibliche Glück, nach 42 Kilometern über die Ziellinie zu taumeln ... Leben Sie's vor. Nehmen Sie ihn mit und ... Sie haben eine Sucht durch eine glückhafte andere ersetzt.

 

 
 
 

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