Der bayerische Gesundheitsminister

23.03.2010
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heißt derzeit Markus Söder. Ihnen sicher bekannt. Einprägsame Physiognomie. Minister Söder lässt nichts aus. Und trifft manchmal voll ins Schwarze. So hat er in der Vorwoche doch tatsächlich gefordert, dass es

"... für wirkungslose Medikamente eine
Geld-zurück-Garantie geben müsse."

Da stutzt man und denkt nach. Wenn Ihr neues Auto nicht fährt, ist dieser Gedanke Ihnen selbstverständlich. Wenn der neue Staubsauger nicht Staub saugt, sind sich Verkäufer genau wie Sie völlig einig: Geld zurück. Eine pure Selbstverständlichkeit.

Deswegen hat Minister Söder in diesem Punkt völlig Recht. Eigentlich müsste man doch gar nicht darüber reden. Und dennoch: Söder weiß nicht, was er hier sagt.

Der weiß nicht, dass der Vize-Präsident einer der größten Pharmafirmen der Welt, Mr. Roses, ja schon vor Jahren zugegeben hat:

Über 90 % aller Medikamente (also fast alle) wirken nur in 30 bis 50 %.

Und dass der Chef des größten Biotech-Unternehmens der Welt, nämlich von ROCHE, dass also Dr. Severin Schwan im Januar 2010 ungerührt konstatiert hat, dass

Medikamente freilich nur zu 50% wirken.

Ich glaube nicht, dass Minister Söder weiß, dass er mit seiner einfachen, schlichten, eigentlich selbstverständlichen Forderung in ein Wespennest sticht.

Ich vermute nämlich, dass die obigen zwei Zitate kaum einem deutschen Arzt und kaum einem deutschen Patienten bekannt sind. Und ebenso unbekannt dürfte die zwingende Wirksamkeit der Alternativen sein. Will sagen: Vitamine und Co. schlagen die Pharmaindustrie um Längen.

Haben nur einen entscheidenden Nachteil: Sind nicht patentierbar. Bringen kein Geld.

 
 
 

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