Der Bundestag im Blickpunkt?

02.05.2008
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Ein bekanntes bundesdeutsches Wochenmagazin macht unter der Überschrift "Faul macht dumm" auf erschreckende Zusammenhänge aufmerksam:

So zitiert es den Neuro-Wissenschaftler Professor Gomez-Pinilla: "Sesshafte Lebensweise ist gefährlich fürs Gehirn".

Was heißt hier gefährlich? Erklärt uns soeben das Fachblatt "Neurology":

"Träge Frauen und Männer, die im mittleren Alter bereits einen dicken Bauch mit sich herumschleppen, haben im Vergleich zu dünnen Menschen ein nahezu dreifach erhöhtes Risiko, im Rentenalter an Alzheimer und anderen Formen der Demenz zu erkranken."

Übersetzung für den Durchschnittsdeutschen: Sitzen verblödet. Nichts Besonderes. Gucken Sie sich doch einmal Ihren Nachbarn an. Aber gucken Sie bitte bloß nicht in den Spiegel.

Abhilfe? Keine. Der Apotheker zuckt mit der Schulter. Die Pharmaindustrie weiß hier nicht weiter. In solchen Fällen frage ich die Natur: Eine soeben veröffentliche Langzeitstudie mit knapp 15000 Menschen in Schweden ergab, dass Menschen, die mindestens 2x pro Woche körperlich aktiv waren, später ein 60% geringeres Risiko für Alzheimer hatten. Also für Verblödung.

Ich lege Wert auf dieses plastische Wort.

Zitat: "Regelmäßige körperliche Aktivität ist wohl das beste Mittel Verblödung zu verhindern. Besser als Medikamente, besser als geistige Aktivität, besser als eine gesunde Ernährung". So Professor Petersen von der Mayo-Klinik.

Bringt mich zurück zur Überschrift: Ein Glück, dass alle unsere Bundestagsabgeordneten täglich joggen. Wie man das sieht? An der schlanken Taille natürlich. Untrüglich.

Bitte nehmen Sie mir meinen Sarkasmus nicht übel. Es gibt nämlich eine Ministerin, die stolz für sich sportliche Aktivität in Anspruch nimmt. Nicht nur ihr fachliches Wirken, auch die Taille lässt zweifeln.

Tägliches Laufen ist kein Privat-Hobby, sondern hat eminente politische Bedeutung.

 
 
 

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