Der Gegenpol

26.06.2015
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Darf ich Sie teilhaben lassen an meinem Leid? An der Tatsache, dass es zumindest einen Kollegen gibt, der mich einen Scharlatan nennt. So ein Onkologe gegenüber einem meiner Patienten.

Natürlich liegt nahe, jetzt über Onkologen im Allgemeinen zu sprechen. Über deren Berufsauffassung (News vom 23.03.2015) über deren berufliche Erfolge. Ich tu`s nicht. Ich achte Kollegen. Weil ich um die unerbittliche Härte unserer medizinischen Ausbildung weiß. Weil jeder meiner Kollegen genauso gelitten hat wie ich. Und weil wir bitte nicht vergessen wollen, dass laut jährlicher Umfragen die Menschen den Ärzten zu über 80% vertrauen, den Politikern und Journalisten zu weniger als 10%.

Nein: Wenn ich Ihnen die eine Seite (Scharlatan) zeige, nehme ich mir die Erlaubnis, auch über die andere Seite zu sprechen. Ungewöhnlich, ich weiß. Tut man besser nicht. Ich weiß. Ich tu`s trotzdem:

  • Knapp ein Drittel meiner derzeitigen Patienten sind Ärzte. Hätten Sie das gedacht? Ich auch nicht. Die halten mich jedenfalls nicht für einen Scharlatan (Sie merken schon, ich ärgere mich über das Wort)
  • Und zeitgleich, am gleichen Tag erreicht mich die Lobeshymne eines Kollegen. Eines Arztes, der sich ganz offensichtlich mit meinem Wirken sehr genau auseinandergesetzt hat. Und der da zwei ganz ungewöhnliche Worte einflechtet, nämlich „Kettenhemd“ und der Begriff „Harz der Schulmedizin“. Bewundernswerte Formulierungen. Aber lesen Sie bitte im Original: 
  • „Wenn jemand außergewöhnliche Leistungen und hervorragende Lösungswege in seinem Fachgebiet schafft, nehmen wir dies gerne zur Kenntnis, profitieren davon und freuen uns ein bisschen. Da es Ihnen gelungen ist, das Kettenhemd der vorgeschriebenen Schulmedizin und der Pharma zu sprengen und als einer der ganz wenigen Mediziner eigenständig ein logisches, stringentes, medizinisches Verständnis der Gesundheit des Menschen zu entwickeln, verkörpern Sie wie wenige andere Personen den frei- und selbstständig denkenden Wissenschaftler/Menschen.
  • Der Erfolg bei Ihren Patienten adelt und motiviert Sie und dabei teilen Sie Ihr Wissen großzügig mit Patienten und Kollegen, welche alle von Ihrer Gesundheitsmedizin profitieren können.
  • Ich möchte an dieser Stelle meine aufrichtige Bewunderung ausdrücken für Ihre Vita, da es Ihnen gelungen ist, neben einer schönen persönlichen Entwicklung beruflich eine medizinische Revolution initiiert zu haben, welche im Harz der Schulmedizin nur langsam – aber wohl stetig voranschreitet.
  • Als Sportler, Wissenschaftler und Arzt bemühen Sie sich immer um die Spitzenposition, welche Sie durch Ihren außergewöhnlichen Willen regelmäßig besetzen. Es ist und bleibt immer interessant, immer bereichernd, Neues von Ihnen zu hören“.

Mit dem Abdruck dieses Briefes habe ich lange gezögert. Wollte Sie aber doch einmal beide Seiten erleben lassen. Zu meinem großen Glück überwiegt Lob bei weitem.

 
 
 

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