Der neue Mensch – Teil I von VI

06.10.2014
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Wir alle, liebe Leser, Sie und ich, wir haben etwas gemeinsam. Gemeinsam mit der Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel. Ein Wort verbindet uns. Es ist das Wort Erfolg. 

Wir alle leben von und für den Erfolg. Dabei versteht jeder von uns unter diesem Wort natürlich etwas anderes. Erfolg kann sein eine Stufe auf der beruflichen Aufstiegstreppe, Erfolg kann sein ein neues Auto, kann sein eine Bestzeit im Marathon, Erfolg können die guten Noten bedeuten, die Ihr Sohnemann endlich einmal mit nach Hause bringt, Erfolg kann aber auch sein... das Lächeln im Gesicht Ihres Lebenspartners.

Erfolg also hat viele Facetten. Eines aber ist jeder Art von Erfolg gemeinsam. Eines wissen wir ganz genau:

Erfolg fällt nicht vom Himmel.

Erfolg müssen wir uns erarbeiten. Mit eiserner Disziplin, mit Einsatz und mit...Überstunden. Sehen Sie, das glauben Sie mir. Ich weiß, dass Sie mir das glauben, weil ich das ja selbst geglaubt habe 45 Jahre. Der Zusammenhang zwischen Erfolg und Überstunden war mir an der Universität, in der Klinik völlig selbstverständlich. 

Ich möchte Ihnen heute ein Geheimnis verraten. Das Geheimnis heißt: Es geht auch leicht. Sie können Erfolg auch geschenkt bekommen. Es gibt hinter dieser Welt, die uns allen so wohl vertraut ist – Blut, Schweiß und Tränen – noch eine andere Welt. Eine Welt der Leichtigkeit, eine Welt der Mühelosigkeit, eine Welt, in der der Mensch gewinnt, ohne sich anzustrengen. Eine Welt, in der Ihnen buchstäblich Flügelein wachsen...

Diesen Traum vom Fliegen kennt jeder Mensch. Diesen Traum von mühelosem Erfolg haben... die Wahrheit, die Realität ist eine ganz andere. In der Regel sind wir Menschen Ameisen. Emsig, mühen und plagen wir uns im Schweiße unseres Angesichtes. Kommt Ihnen irgendwie bekannt vor. Mir auch. 

Dabei dürfen Ameisen stolz auf sich sein. Immerhin schleppen sie ein Vielfaches ihres Körpergewichtes. Das wäre – übersetzt – Ihr beruflicher Erfolg. Auf den dürfen Sie stolz sein. Ameisen dürfen stolz sein: Sie schaffen Kunstwerke wie den Ameisenbau. So ein Termitenhügel halb durchgeschnitten: Man staunt offenen Mundes. Wäre übersetzt: Der Kölner Dom. Auf den dürfen wir Menschlein doch stolz sein. Ameisen also dürfen stolz auf sich sein. Nur eines dürfen Ameisen nie. Ameisen 

dürfen niemals stehen bleiben.

Würde so eine kleine Ameise stehen bleiben, hätte sie nämlich Zeit. Erstmals Zeit. Und könnte nach oben gucken. Könnte dort oben einen Adler sehen, ein Tier, tausendfach schwerer als so eine kleine Ameise, was dennoch... schwebt, fliegt, pfeilschnell 100te von Kilometern. Da könnte doch so eine kleine, arme Ameise ins Grübeln kommen und könnte neidisch fragen: „Wie macht der das? Was macht denn der da oben?“ 

Die verblüffende Antwort auf die Frage lautet: „Nix!“ Nichts. Der Adler tut nichts. Der breitet seine Flügel aus und ... that’s it. Ich lege großen Wert auf die Feststellung, dass wir hier nicht über Esoterik oder Magie plaudern, sondern über knallharte Physik: Der Adler breitet wirklich nur seine Flügel aus. Und was ist das Geheimnis dahinter? 

Er nutzt die Kraft des Windes. Eine Kraft außerhalb seines Körpers, die er nicht versteht, die er nicht studiert, die er nicht hinterfragt, die er nicht kritisiert – er ist kein Akademiker – , sondern die er nutzt. Er ist ein Praktiker.

In Ihrem Leben gibt es exakt die gleiche Kraft. Die Kraft des Windes. Sie kennen diese Kraft. Sie haben so putzige Namen dafür. In der Schweiz nennt man das „kollektives Unterbewusstsein“. Hier in Bayern haben wir ein kürzeres Wort mit vier Buchstaben. Sie alle kennen diese Kraft, aber die wenigsten von Ihnen wissen, wie man diese Kraft täglich zu seinen Gunsten einsetzt, um... 

...Außerordentliches zu vollbringen, ohne sich anzustrengen. Außerordentliches vollbringen die meisten von Ihnen sehr häufig. Indem Sie sich anstrengen. Das ist keine Kunst. Aber ohne jegliche Anstrengung...? 

Beispiel: Radrennen. 1000 km am Stück. Einzige Regel: „Wer absteigt, hat verloren.“ Na, probieren Sie das mal, ohne sich anzustrengen. Jedenfalls gibt es da ein Video vom Autor, wie er lächelnd und fast schwerelos die Ziellinie passiere. Nach 1000 km. Wie macht man das? 

Von Ihnen allen, die Sie hier sitzen, nehme ich an, dass Sie täglich Außerordentliches vollbringen. Von Ihnen allen nehme ich an, dass Sie in der einen oder anderen Form mit Menschenführung zu tun haben. Menschen zu führen, auch Ihre Kinder, Menschen anzuleiten ist die schwierigste Aufgabe, die wir kennen. 

Alles andere kann man lernen. Ein Auto zu reparieren, eine Straße zu pflastern, Bäume zu fällen... Aber Menschen führen? Manager sein?

Die Bezeichnung Manager hat einen recht unangenehmen Beiklang bekommen in den letzten Jahren. Wissen Sie weshalb? Die Herren haben vergessen, was ihre Aufgabe ist. Menschen führen heißt eben nicht Lean-Management. Heißt nicht Total Quality Management. Heißt nicht Angestellte entlassen, sondern Menschen führen heißt

andere Menschen stark machen. Ihre Mitarbeiter.

Menschen führen heißt nichts anderes, als 

in anderen Menschen Energie freisetzen. Die ist schon da. Sie haben sie nur freizusetzen. Zum Beispiel in Ihren Kindern.

Menschen führen heißt in Wahrheit:

andere Menschen begeistern.

Und das kann man nur, wenn man selbst begeistert ist. Die eigene innere Begeisterung, die eben in der Regel fehlt, ist der wahre Knackpunkt. Anders herum gedreht: Genau dies ist das Geheimnis all der großen Führerpersönlichkeiten, die Weltreiche geschaffen haben. Innere Begeisterung war das Geheimnis eines Cäsar, eines Hannibal, eines Friedrich des Großen, und anderer bedeutender Persönlichkeiten wie Sigmar Gabriel.

Innere Begeisterung? Verstanden. Einverstanden. Nur: Woher nehmen? Jetzt am frühen Vormittag? Wenn man noch gar nicht ausgeschlafen hat? Wenn sich die Sorgen des Tages vor einem auftürmen? 

 
 
 

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