Der Präsident...

16.10.2013
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...der Bundesärztekammer heißt Frank Ulrich Montgomery (59). Ist Radiologe in Hamburg. Und hat kürzlich in einem Interview (Die Zeit, 23.05.13) ein paar Fakten festgestellt. Durchaus deutlich. Überraschend für einen Funktionär. Nur: Der weiß Bescheid. Der spricht uns Ärzten aus der Seele. Möchten Sie einmal der "Gegenseite" zuhören? Dann bitte:

Zeit: Warum wehren sich Ärzte im Alltag nicht mehr – beispielsweise gegen unnötige Operationen? Montgomery: Das ist doch pharisäerhaft! Die Politik hat uns ein Wettbewerbssystem übergestülpt. Und jetzt werfen Sie einzelnen Ärzten vor, dass die sich nicht als Märtyrer dagegenstellen!

Montgomery: Das erlebe ich anders. Die Patienten vertrauen ihrem Arzt. 82% sagen laut einer Allensbach-Befragung: Ich hab` Glück. Mein Arzt ist toll. Zugleich finden aber auch zwei Drittel die Ärzteschaft sei mafiös durchsetzt, weil das Krankenkasse und Medien behaupten.

Montgomery: Die Politik müsste die Krankenhausfinanzierung grundlegend ändern. Da darf nicht mehr die schnelle Massenabfertigung belohnt werden, sondern es müsste eine Mischung aus Festbudgets und Fallpauschalen für Krankenhäuser geben...

Montgomery: Es ist auch kein Problem, wenn die privaten Versicherungen die versprochenen Leistungen erstatten. Problematisch ist, wenn sie nur für die Provisionen ihrer Vertreter, die ihnen Kunden besorgen sollen, etwa halb so viel ausgeben wie für die gesamte ärztliche Versorgung.

((Gewusst? Tief ausatmen!))

Zeit: Zurück zu Ihrer Verantwortung als Arzt. Müssten Sie nicht den Deutschen öfter mal laut sagen: Esst weniger! Macht mehr Sport! Dann müssten wir nicht so oft operieren, das Gesundheitssystem wäre billiger und der Patient gesünder. Montgomery: Das machen wir ja. Aber wir haben in unserer Gesellschaft auch das Recht zur Selbstschädigung....und wer sich für mehr Prävention einsetzt, der erlebt immer wieder das gleiche: Ein müdes Lächeln!

Der letzte Satz stimmt nicht. Was tu ich denn seit 20 Jahren? Ich predige Prävention. Ernte aber durchaus kein müdes Lächeln (höchstens evtl. hinter meinem Rücken???).

Ihre Briefe, die ja wirklich mein Herz erfreuen, beweisen das Gegenteil. Heißt, lieber Herr Kollege Montgomery: Ein bisschen innere Begeisterung braucht Prävention natürlich.

 
 
 

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