Der Puls und die Lebensdauer

20.11.2017
 

Eine wunderschöne, winzig kleine, wohl überlegte Studie zu einem Thema, dass jedem von uns wohl vertraut ist.

Da strengen wir uns an, treiben Sport, schnaufen tüchtig, haben einen Puls von sagen wir 160 und gucken – wenn informiert und interessiert – die nächsten zwei Minuten auf die Pulsuhr, gespannt, um wie viel und wie schnell der Puls zurück geht.

Wissend, dass hochausdauertrainierte Sportler sehr rasch wieder ihre Ausgangswerte erreichen. Der Puls fällt nach Anstrengung ganz schnell ab.

Beim übergewichtigen Nichtsportler können Sie sich denken, was passiert. Der Puls, einmal hochgetrieben, bleibt da oben und bleibt und bleibt und sinkt nur ganz, ganz langsam ab. Diese Tatsache nennen Wissenschaftler auch Insulinresistenz, weil sie den Zusammenhang gemessen haben. Heißt in unserer Sprache nichts weiter als: Zu adipös, zu fett.

Nun haben ein paar junge Forscher vor einigen Jahren gelesen von dem neuen Quotienten Triglyceride/HDL-Cholesterin. Und haben doch tatsächlich herausgefunden, dass ein erhöhter Quotient voraussagen lässt, ob der Puls nur ganz langsam abfällt nach Belastung. Ein schlechtes Zeichen.

Heißt in deren Sprache: Ist dieser Quotient erhöht (kann jeder von Ihnen ganz leicht ausrechnen), also über 4, dann leben Sie kürzer. Sie haben ein erhöhtes Sterberisiko.

Jetzt kommt´s: Die definieren ganz genau, was denn der richtige Pulsabfall wäre. Jetzt wird´s für jeden von uns spannend.

Die fordern einen Pulsabfall von über 42 Schlägen pro Minute.
2 Minuten nach Beendigung der sportlichen Tätigkeit.

Noch einmal in schlichten Worten: Dieser Quotient ist kinderleicht zu übersetzen: Triglyceride heißt zu viel Kohlenhydrate, HDL-Cholesterin heißt nicht täglich gelaufen. Und dass solche Menschen (übergewichtig und untrainiert) natürlich zu denen gehören, wo der Puls nur sehr langsam wieder sinkt nach Anstrengung, und die auch ein deutlich verkürztes Leben führen, ist beinahe eine Selbstverständlichkeit.

Aber man kann es ja sehr wohl noch einmal laut sagen. Die Leute hören ja erst beim zehnten Mal zu, und glauben beim fünfzigsten Mal. Wenn Frau Doktor Merkel das verkünden würde, ging´s freilich schneller.

 
 

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