Der Schachweltmeister ...

27.10.2006
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von 2000 bis 2002 soeben in einem Interview:

„Negative Dinge schnell zu vergessen, ist das Entscheidende beim Schach wie im Leben ... Warum soll ich mich an Negatives erinnern? Manche Menschen brauchen Jahre, um Rachegefühle und Trauer zu überwinden. Das kostet im Leben nur Energie.“

Wie wahr! Das klare Lebensprinzip eines Weltmeisters. Wir sollten uns tatsächlich mehr an den erfolgreichen Menschen dieser Welt orientieren. Und nicht zu sehr an den Gebrauchsanweisungen der Verlierer, also der Medien ...

Allerdings: Wissen Sie, was mich an dieser klaren Aussage so stört? Es fehlt die Gebrauchsanleitung. Es fehlt das „wie mach` ich denn das?“ Deswegen vertrage ich auch berühmte Philosophen so schlecht. Berühmte Menschen, die persönlich im Leben eher versagt haben. Aber kluge Sprüche von sich geben.

Der Schachweltmeister hat ganz sicherlich eine Technik. Muß er haben. Er ist ja schließlich Weltmeister geworden. Er hat sich nicht ständig mit Negativem, also mit seinen verlorenen Partien auseinander gesetzt.

Welche Technik? Sie kennen die Antwort: Der innere Dialog. Rachegefühle bedeutet, ständig häßliche Selbstdebatten zu führen. Trauer bedeutet, ständig depressives Wortgemühle im Gehirn zu bewegen.

Und wenn wir das nun mal nicht abstellen können, dann ... drehen wir es einfach um. Sie können nur einen Gedanken auf einmal denken. Mühlen Sie in Ihrem Gehirn eben nicht Rache, Haß, Wut, auch nicht auf sich selbst, weil Sie wieder versagt haben, sondern ...

Plaudern Sie mit sich selbst über Dinge, die Sie mögen. Die Ihr Herz erfreuen. Die sich lächeln, strahlen lassen. Und wer die Welt anstrahlt – mit welcher Technik auch immer – der wird von ihr geliebt. Der hat es auf einmal leicht.

Nutzen Sie die genialste Technik, die der Mensch kennt, Ihren inneren Dialog, nutzen Sie ihn um endlich glücklich durchs Leben zu gehen.

Nachschlag gefällig? Unterschichten-Debatte. Ich bin im und nach dem Krieg aufgewachsen. In bitterster Armut. In Not. Im Dreck. Bin hungrig eingeschlafen. Nur: Ich wußte gar nicht, daß ich Unterschicht bin. Da gab es keine Debatte. Ich habe einfach gelebt. Und habe fröhlich gespielt, so wie jedes Kind auf dieser Welt. Heißt: Es gibt keine Realität, es gibt nur mein Gefühl, meine subjektive Betrachtungsweise. Und die kann ich steuern: Der innere Dialog.

 
 
 

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